Hammerkopfturm Zeche Erin 3 in Castrop-Rauxel

Hammerkopfturm der Zeche Erin in Castrop-Rauxel
Hammerkopfturm der Zeche Erin in Castrop-Rauxel
von Ernst Käbisch

Von der einst von dem Iren William Thomas Mulvany gegründeten und 1983 geschlossenen Zeche Erin zeugt noch ein Förderturm im Erinpark unweit des Stadtzentrums. Ein weiteres Zechenrelikt ist der Hammerkopfturm von Schacht 3 im Ortsteil Schwerin von Castrop-Rauxel. Außerdem erinnert das schlossartige Haus Goldschmieding der Mulvanys an Zeche Erin.

Den erhaltenen Förderturm der Zeche Erin fast in der Stadtmitte hatte ich mir bereits bei einem früheren Besuch in Castrop-Rauxel angeguckt. Da war ich sehr angetan besonders von dem Haldenpark um den formschönen Förderturm herum. So interessant wie eine grüne irische Landschaft  mit einem kleinen See sieht das aus. Und ich wunderte mich, daß die Zeche so nahe des Stadtzentrums gearbeitet hatte.

Schon vom Münsterplatz im Zentrum der münsterländischen Stadt sehe ich an manchen Stellen den mit den kapitalen Lettern ERIN obenauf kenntlich gemachten grünen Förderturm. Denn der Name Erin bezieht sich auf die Göttin Erin. So heißt eine Form des gälischen Namens Eire für Irland. Diesmal will ich mir das andere bedeutende Relikt der von dem Iren William Thomas Mulvany einst gegründeten Zeche angucken, den Hammerkopfturm von Schacht 3. Auch das ist nicht weit vom Stadtzentrum entfernt in der Nähe des schlossartig wirkenden Haus Goldschmieding. Gleich hier war der Wohnsitz der irischen Familie Mulvany. Und das war nicht nur der Gründer und Besitzer der Zeche Erin. Ebenso gründete er die Zechen Hibernia in Gelsenkirchen und Shamrock in Herne.

Hammerkopfturm der Zeche Erin

Dann vom „Schlosspark“ von Haus Goldschmieding aus führt ein Waldweg hoch zu einer Zechensiedlung. Und dort steht inmitten eines weiteren kleinen Parks der eindrucksvolle Hammerkopfturm. Während der Zechengründung war das nur ein Luftschacht. Zuletzt wurde auch dieser Schacht zur Kohleförderung genutzt, lese ich. Weiter wird auch mit einem typisch irischen Akzent an den Zechengründer Mulvany erinnert. Weil es ist ein keltischer Baumkreis um den markanten Turm gepflanzt. Allerdings sind jetzt im Winter hier wirklich nur ein paar nichtssagende blattlose Baumgerippe zu erkennen.

Außerdem ist schon eindrucksvoll, wie sehr auch diese mittelgroße Stadt Castrop-Rauxel bei Dortmund nachwievor noch vom hier bereits längst vergangenen Bergbau geprägt ist. Aber ganz offensichtlich kam so Wohlstand in die Stadt. Schon das pompöse und fast wie ein Königsschloss wirkende Haus Goldschmieding am Fuß des Schellenberges beweist das.

Ausser dem Hammerkopfturm besichtige ich noch die City von Castrop-Rauxel

Und sogar das Stadtzentrum von Castrop-Rauxel ist trotz sichtbarer großer Lücken interessant. Seit die Bomben im 2. Weltkrieg in dem mittelalterlichen Stadtkern der einstigen stark montanindustrialisierten Stadt viel zerstörten, ist der Ruf der Stadt nicht mehr so gut. Weil manche der Nachkriegsbauten die üblichen häßlichen Bausünden der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts sind, wurde das nicht besser. Also das lässt sich leider nicht übersehen. Außerdem aber gibt es auch zahlreiche interessante Neubauten, die sich gefühlvoll auf die mittelalterlichen Gebäude wie die Münsterkirche und die etwas kleinere ev. Kirche beziehen. So macht Castrop-Rauxel auch fast den Eindruck einer modernen Stadt.

Außerdem lässt die Infrastruktur im ÖPNV  hier wie in in den meisten anderen der eher kleineren Orte abseits der Halbmillionenstädte im Ruhrgebiet doch zu wünschen übrig. Und das ist nun wirklich nicht wie in einer Metropole, der Metropole RUHR eben. Das ist dann wirklich nicht zu vergleichen mit Paris oder Berlin. Denn der Hauptbahnhof von Castrop-Rauxel ist weit ausserhalb des Zentrums im Ortsteil Rauxel und vom Busbahnhof am Münsterplatz fahre ich nun eben mit einem Bummelbus. Wahrscheinlich an 30 Stationen hält der Bus. Und fast eine Stunde bis zum Hauptbahnhof Bochum braucht es.  Dann muss ich noch über Essen fahren. Endlich geht es dann wieder nach Ratingen.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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