Handball-D-Jugend: Auswärtsspiel in Neuss-Norf

Heute ist ein Auswärtsspiel in Norf
Heute ist ein Auswärtsspiel in Norf

„Ihr seid spät“, sagt der Vater des einen Jungen, der mit Tim im Handballverein ist und das gleiche Training absolviert, am Parkplatz vor der Sporthalle. Der Motor vom Auto läuft und so steigen wir einfach ein und fahren mit nach Neuss-Norf.

Aber wieso spät? Es ist genau 9 Uhr am Sonntag und erst um 10 Uhr hat die D2-Mannschaft doch ein Heimspiel? So hab ich das letzte Mail vom Trainer verstanden und nur nicht kapiert, warum wir schon um 9 da sein sollen.

Fahrt nach Anweisungen eines Navi nach Neuss-Norf

Heute ist ein Auswärtsspiel – in Neuss, genauer gesagt in Neuss-Norf. In atemberaubender Geschwindigkeit legen wir diese Strecke nun genau nach Navigationsgerät zurück. Das ist für mich als Radfahrer und Fußgänger eine andere Welt. Über Autobahnen fahren wir jetzt quer durch den Kreis Mettmann vorbei an der Raststätte Ohligs (das ist doch Solingen?) quer durch Düsseldorf und dort über die Südbrücke über den Rhein nach Neuss-Norf. Und tatsächlich ist auf so ein Navigationsgerät doch Verlass. Bis hin zu der abgelegenen Schule mit der Sporthalle, wo das Spiel stattfindet, lotst uns dieser kleine Kasten mit der blechernen Stimme.

Vor der Sporthalle warten schon andere Spieler der Ratinger D2-Mannschaft und deren Eltern, Betreuer und auch die gegnerische Mannschaft ist schon da. Die lichtdurchflutete Halle ist schon voller Betrieb. Die Heimmannschaft wirft sich gerade warm und die Ehrenamtlichen des Vereins haben ein beachtliches Büffet zusammengestellt.

Nachdem auch „unsere“ Spieler ein kurzes Lauftraining absolviert haben, kann es ja losgehen. Wir sind noch pünktlich gekommen.

Das Spiel TV Ratingen D2: TSV Neuss-Norf geht mit 8:20 verloren. Egal. Abhaken.

Inzwischen ist die Ratinger Mannschaft viel, viel besser eingestellt als im letzten Jahr, obwohl die stärksten Spieler inzwischen woanders spielen. Es war im letzten Jahr etwas frustrierend, daß sie ihre Spiele immer haushoch verloren. Der andere Trainer hat den Kindern den Spaß am Spiel zurückgegeben und gibt auch Schwächeren immer wieder Einsatzchancen und ihnen nicht das Gefühl, aussen vor zu sein. Heute betreut er allerdings die D1-Mannschaft, die zeitgleich in Düsseldorf-Garath spielt. Aber seine jungen Assistenten machen ihre Sache gut und vor allem engagiert.

Engagiert ist auch das Spiel von beiden Seiten. Leider kann die Heimmannschaft ihren Heimvorteil gut nutzen, so daß sie eigentlich das ganze Spiel dominiert. Aber die Ratinger haben auch ihre Chancen und bauen gute Spielzüge auf. Insgesamt ist das ein viel, viel besseres Bild als vorige Saison. Es ist zwar schade, daß heute das Spiel recht deutlich sogar verloren wird, aber für die meisten ist das zweitrangig. In der Liga ist man im Mittelfeld und die Mannschaft tritt mit einem ganz anderem Selbstbewusstsein auf als in der letzten Saison. Dann gewinnt man eben das nächste Spiel wieder.

Ausserdem ist es so, dass alle Kinder und Eltern, die die letzte so durchwachsene Saison mitgemacht haben und dabei geblieben sind, die Sache ganz locker sehen und nicht durch übermäßigen Ehrgeiz sich selbst / die Kinder unter Druck setzen. Dabeisein ist alles – es ist gut, wenn das Kind so einen Mannschaftssport betreibt und das freiwillig und mit Spaß.

Die Rückfahrt diesmal mit einem anderen Vater/Spieler-Gespann verläuft wieder mit Hilfe eines Navis diesmal überwiegend linksrheinisch (Büttgen, Kaarst…) und dann wieder Düsseldorf. Dann ist unsere sonntägliche NRW-Rundfahrt pünktlich zum Mittagessen beendet.

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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