Henkel & Co. In Düsseldorf

von Ernst Käbisch

In Düsseldorf bin ich nicht mehr sehr oft. Aber am 1ten Weihnachtstag fahre ich mit zu Marions Verwandschaft in Wersten im Süden der Stadt. Da ist es immer gesellig und es gibt lecker zu essen.
Immer noch wird ja in der City die Wehrhahnlinie gebaut; ein teures Prestigeobjekt. Eine neue U-Bahnlinie entsteht da, die eigentlich nicht unbedingt gebraucht wird. Die Infrastruktur in Düsseldorf ist eigentlich schon sehr gut. Seit Jahren ist wegen der Wehrhahnlinie aber die halbe Innenstadt eine Baustelle.

Am Dreischeibenhochhaus am Schadowplatz ist, wo jahrzehntelang das ThyssenKrupp-Logo hing, weil hier die Verwaltung des Dax-Konzerns war, eine Lücke. Das ganze imposante Hochhaus über dem weissen Gustaf-Gründgens-Theater, dem größten Schauspielhaus der Stadt, scheint leer zu stehen. Inzwischen ist der Konzern mit seiner Hauptverwaltung nach Essen umgezogen. Und der Tausendfüßler, ein für mein Gefühl sehr häßliches Hochstrassengewirr aus Beton soll nun doch wieder abgerissen werden und nicht mehr unter Denkmalschutz gestellt werden.

Selbst die Königsallee wirkt heute bei Regen längst nicht so mondän wie sonst. In dicke Regenkleidung vermummte und mit Schirmen geschützte Passanten eilen da an einem vorbei. Nur in einem Kaufhaus am Rande der Altstadt bezaubert wie jedes Jahr zu Weihnachten ein wunderbar dekoriertes Schaufenster mit mechanisch bewegten Steifftieren.

Mit der U-Bahn fahren wir ab der Station Heinrich-Heine-Allee in den Süden der Stadt. Wie immer gibt es nun reichlich zu essen und zu reden. Man hat sich zum Teil ja ein Jahr lang nicht gesehen.
Da am Nachmittag das Wetter aufklart und sogar die Sonne mal heraus kommt, muss ich nun einen Verdauungsspaziergang machen. Im letzten Jahr war ich von hier aus schon  in Richtung Norden gegangen. Da gibt es einen interessanten Park, den Südpark, wo schon mal die Bundesgartenschau stattfand. Diesmal gehe ich die Kölner Landstraße einfach mal in Richtung Süden. Ich kenne hier Nichts, aber die Gegend sieht interessant aus. Da sind angenehme, ruhige Strassen mit teilweise wunderschönen Gründerzeithäusern- das ist ein eher wohlhabendes Stadtviertel.

Was hier sehr auffällt, sind diese vielen Werbetafeln, Schilder, sogar bemalte Hausfassaden und der Uhrenturm mit Persilreklame. Und dann sehe ich, dass hier im Bezirk – inzwischen bin ich wohl nicht mehr in Wersten, sondern im Nachbarbezirk Holthausen – sogar die Henkelfirma ist.

Firma Henkel

Ich komme dann auch an einer Henkelstraße vorbei und sehe an rauchenden Schloten, dass hier eine große Fabrik ist. Schon nach ein paar Metern stehe ich vor dem Werkstor des Henkel-Werks.
Zurück bei der Weihnachtsfeier erzähle ich von meinem kleinen Ausflug und dass ich bei der Henkelfirma vorbeigekommen bin. Ein Anverwandter von Marion arbeitet sogar da, stellt sich nun heraus.

Mit der Strassenbahn, die ab dem Oberbilker Markt eine U-Bahn wird, fahren wir nun bis zum Düsseldorfer HBF mit. Gerade ist uns die S-Bahn Linie 6 Richtung Essen vor der Nase weggefahren. Da haben wir eben noch eine halbe Stunde Zeit, um in dem chicsten Hauptbahnhof von NRW, der aber von viel Polizei und anderem Wachpersonal bewacht wird, noch ein bisschen Schaufenster zu gucken. Und Tim kann hier noch etwas essen – es gab ja offenbar nicht genug zu essen bei der Weihnachtsfeier.

 

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Tausendfüßler, Dreischeibenhochhaus (ehemalige ThyssenKrupp-Verwaltung), Gustav-Gründgens-Theater Foto anklicken

 

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Am Kögraben bei Regenwetter Foto anklicken
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Steifftiere in Schaufenster vom Kaufhof Foto anklicken
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Henkel-Werbung Foto anklicken
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Im Düsseldorfer Hauptbahnhof Foto anklicken

 

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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