Henrichshütte Hattingen

Hochofen der Henrichshütte Hattingen
Hochofen der Henrichshütte Hattingen
von Ernst Käbisch

Die Henrichshütte ist ein ehemaliges stahlproduzierendes Hüttenwerk in der Ruhrgebietsstadt Hattingen im Ennepe-Ruhr-Kreis. 1987 wurde die Henrichshütte stillgelegt und ist jetzt ein beliebtes Industriemuseum.

Es ist eigentlich ein hoffnungslos verregneter Sonntag und das ärgert mich etwas. Weil heute habe ich „Urlaub“  und muss nicht im Krankenhaus arbeiten. Und eigentlich hätte ich so die Gelegenheit, einen Ausflug zu machen. Endlich hört am späten Nachmittag aber zumindest der Dauerregen auf. Und dann reizt es mich doch noch, mir die abendlich beleuchtete Henrichshütte in Hattingen anzugucken.

Über Essen und Bochum fahre ich zur Henrichshütte nach Hattingen

Hattingen ist gar nicht weit weg von Ratingen. Aber es ist umständlich, mit dem ÖPNV dort hin zu fahren besonders zu der im Stadtteil Welper sich befindlichen Henrichshütte. Ich muss mit der S-Bahn bis Essen fahren. Und dann muss ich mit einer weiteren S-Bahn über Bochum-Dahlhausen bis Hattingen Mitte und dann noch mit einem Bus fahren. Deswegen war ich auch erst einmal bei der Henrichshütte, obwohl das ein ganz großartiger Ort ist.

Mit Tim und Marion war ich einmal hier. Und wir hatten das Riesengelände der auf den ersten Blick erschreckend monströsen Industrieanlagen besichtigt. Auch an einer Führung hatten wir teilgenommen, wo wir dann auch mit einem Aufzug auf den großen Hochofen fahren und die weite Aussicht bis nach Bochum hinein genießen konnten. Schon die Führung war interessant, weil sie speziell auf Kinder abgestimmt ist (der sogenannte Weg der Ratte, dem Museumsmaskottchen). Und alle Teilnehmer konnten so nachvollziehbar verstehen, wie aus den Grundstoffen Kalk, Kohle und Eisenerz Stahl produziert wurde. Und wie dieser Stahl dann in flüssiger Form in mächtige Zugwaggons verladen und quer durchs Ruhrgebiet transportiert wurde.

Wie die Meidericher Hütte in Duisburg ist die Henrichshütte nachts beleuchtet

Trotzdem fand ich diese große Industrieanlage so wie die anderen großen Hütten im Ruhrgebiet wie z.B. die Phönixhütte in Dortmund und die ja zum Teil ja noch aktiven Hütten in Duisburg wie ThyssenKrupp und KruppMannesmann wie eine apokalyptische Welt, wo man froh sein kann, wenn so ein Werk mit giftigen Gasen, flüssigem Stahl, ohrenbetäubend lauten Maschinen… stillgelegt ist. Die ehemalige Meidericher Hütte im Landschaftspark Duisburg-Nord habe ich allerdings einmal auch abends spektakulär beleuchtet erlebt und das war dagegen ein ganz bezaubernder Eindruck auf den dort ebenso gigantisch großen Industrieanlagen.

Mit dieser Vorstellung fahre ich also heute zur Henrichshütte und bin enttäuscht, weil da längst nicht so viel wie im Duisburger Landschaftspark von buntem verzauberndem Licht angestrahlt ist. Eigentlich ist das nur der große Hochofen und den sehe ich bereits von aussen vor dem Werksgelände, wo ich hier ankomme und es noch gar nicht vollständig dunkel ist.

Werksgelände der Henrichshütte

Ich gehe dann also zum einstigen Werkseingang, der jetzt natürlich auch der Eingang zum Industriemuseum ist. Und natürlich muss ich ganz normal Eintritt (4 Euro) bezahlen, um auf das ehemalige Werksgelände zu kommen. Auch wenn ich hier bei inzwischen eingebrochener Dunkelheit nicht wesentlich mehr als aussen vor dem Gelände sehe und ich also 4 Euro umsonst ausgegeben habe, weicht meine Enttäuschung über diesen Ausflug aber bald dem Gefühl, eigentlich doch etwas Interessantes gesehen und erlebt zu haben. Und immerhin hat es doch nicht mehr geregnet.

Und vielleicht werde ich mit Tim, der jetzt in der 7ten Klasse Chemie als Hauptfach in der Schule hat, demnächst einmal die derzeit bis zum 3.4.2016 in der Henrichshütte Hattingen (Link zum Programm der Henrichshütte Hattingen) laufende Sonderausstellung „Historischer Streifzug durch das chemische Labor“ besuchen.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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