Herbstbeginn an der Sechs-Seen-Platte Duisburg

Der für die Öffentlichkeit unzugängliche Haubachsee
Der für die Öffentlichkeit unzugängliche Haubachsee

Für die Menschen in einer der dichtbesiedeltsten Regionen Europas, der Metropolregion Rhein/Ruhr, ist das Naherholungsgebiet Duisburger Sechs-Seen-Platte lebensnotwendig.

Dann fällt mir ein, dass ich dieses Jahr ja noch gar nicht an der Sechs-Seen-Platte war. So setze ich mich spätnachmittags aufs Fahrrad. Dann fahre ich ganz spontan mal wieder dort hin. Und da habe ich es ja auch nicht weit. Immerhin ist das auch wieder möglich. Denn die lange Zeit gesperrten Waldwege im Duisburger Stadtwald nördlich von Ratingen-Lintorf dürfen nach dem verheerenden Pfingststurm Ela in diesem Jahr wieder befahren und begangen werden. Endlich geht das wieder.

Zuerst sind kaum Schäden des Sturms zu bemerken. Und das liegt aber daran, dass die Waldgebiete ganz im Süden Duisburgs um den Lintorfer Waldweg herum erst vor wenigen Jahren angelegt wurden. Denn vorher war hier Heidelandschaft. Und die meisten Bäume hier sind noch ziemlich klein. So einem mächtigen Sturm haben sie gut widerstehen können.

Urwald an der Sechs-Seen-Platte

Weiter hinein in den Wald sehe ich dann doch Reste der auch hier beträchtlichen Schäden des Sturms. Dann der Haubachsee ist eigentlich für die Öffentlichkeit gar nicht zugänglich. Ringsum ist er von Wald umstanden. Und hier versucht die Stadt Duisburg einen Urwald zu kultivieren. Dann sind leider auch hier in umzäunten und zum Wegrand beschilderten Waldgebiet zahlreiche Bäume umgekippt und Äste abgebrochen. Und zumindest, was da auf oder in der Nähe der recht breiten Waldwege gelandet ist, ist bereits seit langem weggeschafft.

In dem umzäunten Urwaldgebiet scheint aber nicht viel in die Natur eingegriffen worden zu sein, auch wenn das sicher gefährlich sein könnte für die Menschen, die die Schilder und Warnungen und Abzäunungen missachten und da herumgehen. So abgestorbene Bäume, Sträucher und Äste sind aber im Grunde nicht sehr negativ für ein Ökosystem. Denn sie bedeuten ja neue Nahrung für den Urwald, wenn sie sich zersetzen und zu Humus werden. Und deswegen greift man da überhaupt nicht ein.

Also ich finde das gut so. Denn was hat so eine durch jahrhundertelange Industrialisierung stets Raubbau an der Natur betreibende Großstadt in einer dichtbesiedelten Metropolregion auch sonst für eine Chance zu einer besseren Luft und allgemein einem besseren Klima als der Natur jetzt wieder viel Platz und Freiraum zu schaffen?

Der Duisburger Stadtwald + die Naturkatastrophe Ela

Von dem blauen Aussichtsturm mit dem ThyssenKrupp-Logo auf einem Hügel sieht man aber eigentlich Nichts von Sturmschäden. Wie immer an diesem Ort bin ich aber verblüfft, wie nahe von hier aus schon die City von Duisburg ist und vor allem, wie riesig die Waldflächen um die 6 Seen und überhaupt hier im Süden von Duisburg sind. Man sieht vom Aussichtsturm aus eigentlich alle der Seen, den unzugänglichen, weil völlig von Wald umstandenen Haubachsee, den dahinterliegenden Wildförstersee beide mit einer bewaldeten Insel mittendrin und den Wolfsee mit dem jetzt Ende September bereits geschlossenen Freibad. An den Wolfsee schliesst sich rechts der von Kanuten und Ruderern genutzte Masurensee an und nur der Wambachsee und der Böllertsee sind von dem Aussichtsturm aus in etwa links von der roten Unfallklinik nur zu vermuten.

Weitgehend sind die Bäume jetzt zum Herbstbeginn noch voll mit grünem Laub. Nur an wenigen Stellen beginnt sich der Wald schon herbstlich zu verfärben. Zwischendrin sind aber immer wieder mal abgebrochene Äste mit schon braunen toten Blättern zu erkennen. Aber so aus der Distanz ist das doch nur eine verschwindend kleine Menge. Dem Wald hier geht es gut. Und den Menschen hier kommt das zugute.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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