Hochwasser an Rhein und Ruhr

Eigentlich will ich mir nur „Schacht IV“  der ehemaligen Zeche Rheinpreußen in Moers angucken. Das Hochwasser am Rhein und an der Ruhrmündung bei der Skulptur Rheinorange ist aber das größere Spektakel. Bei Tauwetter gehe ich ein großes Stück zu Fuß am Niederrhein von Moers bis nach Duisburg.

Da am Duisburg HBF der nächste Zug nach Moers erst in 40 Minuten fährt, fahre ich eben mit dem Bus 921, der kreuz und quer durch die Duisburger Bezirke Hochfeld (rechtsrheinisch) und Rheinhausen (linksrheinisch) fährt. Auf einmal bin ich nicht mehr in Duisburg-Rheinhausen, sondern in Moers. Am Bahnhof Moers steige ich um in den Bus 911 und fahre 3 Stationen bis zu „Schacht IV“ mit.

„Schacht IV“ der Zeche Rheinpreußen

Über einem relativ neugebauten Wohngebiet sehe ich den eindrucksvollen roten Förderturm, den ich schon bei der Fahrt nach Xanten vor 3 Wochen aus dem Zug gesehen habe.  Zuerst finde ich den Weg zur Zeche garnicht. Die Wohnbebauung geht bis dicht an diese ehemalige Zeche heran. Aber dann ist da hinter den Garagen doch ein kleiner Fussweg. Und dann bin ich schon inmitten eines öffentlich zugänglichen belebten Gewerbegebiets. Die alten backsteinernen Zechengebäude sind top gepflegt und überall sehe ich Betriebe z.B. ein Fitnesscenter und eine Spedition. Und stolz thront der wunderbare rote Förderturm über dem Areal. An einem der Zechengebäude ist der Hinweis, dass diese Anlage denkmalgeschützt ist. Na das wäre auch eine Schande, wenn das nicht so wäre.

Die Zechensiedlung Rheinpreußen

Es ist heute sehr kalt, aber ein herrliches Winterwetter. Ich habe noch keine Lust, mit dem Bus zu fahren und so gehe ich zu Fuß bis in den Duisburger (Problem-)Bezirk Hochheide. Hier ist unterhalb von einer Handvoll  20stöckiger Hochhäuser ein belebter Markt. Ein Stück weiter ist die Zechensiedlung von Rheinpreußen, die ebenfalls wie die Zeche selber denkmalgeschützt ist. Das sind hübsche kleine Häuser aus rotem Backsteinen mit grünen Fensterläden und Balkonen, Erkern. Hier ist bereits der Bezirk Homberg.

Eine junge blonde Katze frägt mich nach der Königstraße hier in Homberg. Da kann ich als Ortsfremder auch nicht weiterhelfen – ein Stück weiter des Wegs bin ich dann selber auf der Königstraße und sehe das als Katze verkleidete Mädchen in einer Gruppe junger Leute vor einem Haus, wo offenbar eine Karnevalsparty stattfindet.

Die Skulptur Rheinorange an der Ruhrmündung

Hinter einer prächtigen aber stark renovierungsbedürftigen Villa in der Homberger Königstraße geht der Blick zum Rhein hinüber zu der rechteckigen Skulptur Rheinorange, die an der Ruhrmündung in den Rhein steht. Der Rhein führt heute mächtig Hochwasser; die Rheinwiesen sind fast völlig verschwunden und drüben der parallel zur Ruhr führende Hafenmund in Ruhrort ist voller wartender Schiffe.

In Duisburg-Ruhrort
Über die Friedrich-Ebert-Brücke gehe ich nun über den derzeit mächtig breiten Rhein.  Am Hafenmund in Ruhrort stehen die Schiffe schon in der zweiten Reihe. Sonst kann man von der Kaimauer aus auf die Schiffe hinunter gucken. Heute bei dem Hochwasser überragen die einen sogar.

Durch den quirligen Duisburger Bezirk Ruhrort gehe ich noch bis zum Tausendfensterhaus und fahre mit der Straßenbahn 903 zum Duisburg HBF zurück. Endlich muss ich nicht mehr gehen. In der Fußgängerzone gönne ich mir noch eine leckere Currywurst. Das habe ich mir nach diesem langen Fussweg heute verdient.

preussen
winterlich verschneit sehe ich schon den Förderturm Foto anklicken
gewerbe
„Schacht IV“ der ehemaligen Zeche Rheinpreußen in Moers Foto anklicken
lore
Lore vor einem Zechenhaus in Duisburg-Homberg Foto anklicken
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Garten kaum größer als ein Handtuch in Duisburg-Homberg Foto anklicken
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Blick auf die Skulptur Rheinorange an der Mündung der Ruhr in den Rhein Foto anklicken

 

orange
Hochwasser am Rhein Foto anklicken
reflexe
Das sieht nicht nach Ruhrgebiet aus Foto anklicken
wasser
Mühsam kämpft sich der Kahn rheinaufwärts Foto anklicken
ruhrort
Im Hafenmund von Duisburg-Ruhrort Foto anklicken

Text/Fotos: Ernst Käbisch

 

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