Im Deilbachtal zwischen Essen, Hattingen und Velbert

Herbst im Deilbachtal

Wie das Muttental in Witten oder die Herzkämper Mulde in Sprockhövel gilt das Deilbachtal als weitere Wiege der Ruhrindustrie. Denn in beschaulicher Natur ähnlich wie in der sich hier anschliessenden Elfringhauser Schweiz finden sich Zeugnisse bedeutender Industriekultur. So ist hier ein interessantes Betriebsgebäude der ehemaligen Zeche Victoria. Und unweit ist die „Hundebrücke“ der „Deilthaler Eisenbahn“.

Noch sehe ich eigentlich nicht, dass hier eine der „interessantesten Kulturlandschaften des Ruhrgebiets“ ist. So bezeichnet jemand vom Ruhrmuseum dieses landschaftlich reizvoll aussehende Gebiet zwischen den S-Bahnstationen Essen-Kupferdreh und Velbert-Nierenhof.

Essen-Kupferdreh am Ruhrstausee Baldeneysee

Schon Essen-Kupferdreh ist natürlich interessant. Weil es ist voll mit stillgelegten kleinen Zechen. Und hierhin zum Ostende des Ruhrstausees Baldeneysee fahre ich bequem mit der S-Bahnlinie 9 ab dem Essen HBF. Und der gesamte Baldeneysee ist auch reich an Relikten etlicher hier einst Kohle fördernden Klein-, aber auch mittleren Zechen wie der Zeche Carl Funke.

Im Deilbachtal, die Hundebrücke, die Zeche Victoria

Also hier im Deilbachtal ist es erstmal einfach nur schön. Das ist so wie in der Elfringhauser Schweiz. Ich erreiche das Tal um den unscheinbaren Deilbach, indem ich am S-Bahnhof Kupferdreh die Prinz-Friedrich-Straße entlanggehe. Dann ist es im weiteren Verlauf die Straße Phönixhütte. Und dann muss ich die Nierenhofer Straße (in Hattingen dann die Kohlenstraße) entlang. Schon nett sieht das hier aus mit den bewaldeten Hügeln und saftigen Weiden voller drauf weidender Kühe und Pferde.

Ein Gewerbegebiet Deilbachtal gibt es dann auch. Aber ausser ganz gewöhnlich aussehenden mittleren bis kleinen Gewerbebetrieben und uralten Steinhäuser aus Bruchstein ist hier erstmal nichts weiter Interessantes. Dann aber ist da plötzlich vor mir diese steinerne Brücke aus Ruhrsandsteinen über dem Deilbach. Und laut einer Infotafel heißt die „Hundebrücke“. Denn „Hunde“ kommt von „Hunte“. Und das bedeutet Lore. Gerade hier wurden Steine aus einem Steinbruch in solchen Loren transportiert und ausserdem Kohle. Interessant ist das schon.

Noch interessanter ist, dass ich dann ein Stück weiter die Strasse entlang dieses alte rotweisse Fabrikgebäude sehe. So vermute ich richtig, dass es ein Zechengebäude ist. Dann im Internet finde ich tatsächlich die Information, dass das hier das Kauen- und Verwaltungsgebäude der ehemaligen Zeche Victoria in Essen-Byfang ist. Es gibt noch ein weiteres Gebäude der ehemaligen Zeche. So sehr beachte ich das nicht. Weil das wirkt ganz schlicht. Und hier ist jetzt eine metallverarbeitende Fabrik drin.

In Hattingen-Niederbonsfeld und in Velbert-Nierenhof

Noch ein Stück weiter auf der jetzt Kohlenstraße heißenden Landstraße ist bereits Hattingen. Ein Ortsschild sagt mir nun, dass ich jetzt im Hattinger Ortsteil Niederbonsfeld bin. Dann wird die Landschaft immer schöner und noch hügeliger. Genau hier beginnt bereits die Elfringhauser Schweiz. Nun das letzte Stück auf der Kohlenstraße bzw. dann der Bonsfelder Straße in Velbert ist für mich etwas gefährlich zu begehen. Denn es ist mal wieder kein Fussgängerweg neben der einigermassen stark befahrenen Autostrasse. So muss ich bei jedem entgegegenkommenden Auto darauf achten, dass ich auch gesehen werde. Dann am S-Bahnhof Velbert-Nierenhof hab ich wieder das VRR-Netz erreicht. Das ist auch ganz gut so. Weil gerade ändert sich das Wetter. Und das wird jetzt Schmuddelwetter. So, wie der Wetterbericht es vorausgesagt hat. Schon ballen sich dicke Regenwolken zusammen. Nun wird es windig. Und auch zu regnen fängt es an.

Einfach eins der kleinen Bilder anklicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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