Im Wichteltal in Essen-Überruhr

Stolleneingang im Wichteltal in Essen-Überruhr
Stolleneingang im Wichteltal in Essen-Überruhr

von Ernst Käbisch

Manchmal ist es nicht möglich, in Worten oder gar mit Fotos zu beschreiben, wie faszinierend ein Ort ist. So schaffte ich es nicht, aussagekräftige Fotos von der Schachtturmruine der Zeche Mönkhoffsbank im Wichteltal in Essen zu machen. Aber vielleicht gibt es doch eine Möglichkeit dazu. Denn „Grubenanton“ scheint die Hausbesitzer des alten Zechenhauses, in dessen Garten das Bergbaurelikt steht, zu kennen. Und die könnte man ja einfach nach der Erlaubnis fragen, sich in deren Garten mal umzugucken.

Schachtturmruine der Zeche Mönkhoffsbank
Schachtturmruine der Zeche Mönkhoffsbank

Also zu den faszinierendsten Orten im Ruhrgebiet zählt unbedingt das Wichteltal in Essen-Überruhr. Und das stelle ich fest, wo ich mal wieder mit Grubenanton aus Duisburg telefoniere. Denn er hat sich viele meiner Fotoberichte von Bergbauausflügen im Internet angeguckt. Und er hat sie vielfach fachmännisch kommentiert. Und dabei kam das Gespräch auch auf diesen von mir etwas verdrängten und schon wieder fast in Vergessenheit geratenen Ausflug im Mai 2016 ins idyllische und gleichzeitig bizarre Wichteltal in Essen-Überruhr.

So fuhr ich auch dorthin mal auf der Suche nach Bergbaurelikten. Und hier in einem entlegenen Winkel von Essen in der Nähe des S-Bahnhofs Essen-Überruhr ist die Ruhr stark verzweigt. So einfach kommt man hier gar nicht hin. Schon ist da ein längerer Fußweg für nötig. Hier um das Wichteltal förderte eine Zeche Mönkhoffsbank die Steinkohle. Also Fotos, die ich im Internet von dieser Zeche gesehen hatte, sehen ja ganz interessant aus. Aber irgendwie sind die auch merkwürdig. Denn dieser Schachtturm bzw. der überwachsene Rest eines Schachtturms ist auf allen Fotos, die ich fand, schlecht ins Bild gesetzt. Und ich verstand nicht, wieso.

Eine Schachtturmruine im Wichteltal

Dann aber, wo ich nun selber guckte, löste sich das Rätsel. Und es wurde mir klar, wieso niemand dieses eindrucksvolle Bergbaurelikt aus dem frühen Bergbau gut ablichten konnte. Denn diese Ruine ist zwar schon über einen Zaun und durch Äste und Blätter von Bäumen und Sträuchern faszinierend anzugucken. Also da ist ein Rest eines eindrucksvollen alten Schachtturms, der wie etwa bei der faszinierenden Maschinenhausruine der Zeche Rudolf offenbar völlig von der Natur zurückerobert wurde und dicht zugewachsen ist.

Warnung vor dem bissigen Hund
Warnung vor dem bissigen Hund

Aber der Haken dabei ist, dass er auf einem Privatgrundstück steht. Und ein Wohnhaus ist da, von dem im Internet und auf einer Infotafel im Wichteltal zu lesen ist, dass es ein Zechenhaus und genau gesagt die Schmiede der Zeche Mönkhoffsbank war. Und ein Zaun ist um das ziemlich große Privatgrundstück. Dann ist am Zaun obendrein ein Warnschild, wo vor einem bissigen Hund gewarnt wird. Also klar, das verbietet sich natürlich, etwa über den Zaun zu klettern, um eine bessere Perspektive auf dieses attraktive Fotomotiv zu bekommen. Und so bekomme auch ich nur genau solche unbefriedigenden Fotos von dem Schachtturm wie die Fotos im Internet.

Und dabei sieht der Schachtturm ja in Wirklichkeit viel faszinierender aus, als diese Fotos aussagen. Dazu ist weiter im Wichteltal noch etliches an Bergbaurelikten zu entdecken. So ist da am Felsen, der auf einer Seite das Wichteltal überragt, ein uralter Stolleneingang aus Bruchsteinen von Ruhrsandstein. Und auch hier ist ein Zaun drum. Also kann ich nur einen vagen Blick ins offenbar aber auch zugemauerte Innere des Stollens erhaschen.

Tiergehege Wichteltal, der Holteyer Hafen

Tiergehege Wichteltal
Tiergehege Wichteltal

Weiter stehen auch uralte stilvolle Steinhäuser in dieser faszinierenden Bruchsteinarchitektur im Tal. Und dessen Mittelpunkt ist offenbar das Tiergehege Wichteltal.  Das ist offenbar ein Ausflugsziel für Kinder mit zahlreichen Tieren wie Pferden, Esel, Ziegen… Dann ist am Ufer einer der Ruhrarme der ehemalige Zechenhafen, der Holteyer Hafen. Und von hier wurde die bei der Zeche Mönkhoffsbank geförderte Kohle verschifft.

Schon fast hätte ich diesen eigentlich so eindrucksvollen Ausflug von vor genau einem Jahr vergessen, wenn nicht Grubenanton mich daran erinnerte. Und er sagt, dass es ja die Möglichkeit gäbe, die Besitzer des alten Zechenhauses zu besuchen. Dann könnte man sie doch um Erlaubnis fragen, den alten Schachtturm mal zu besichtigen. Also das wäre ja mal ideal. Denn wie gesagt ist das Wichteltal und besonders diese Schachtturmruine ein ähnlich verwunschen wirkender Ort wie die Maschinenhausruine der Zeche Rudolf im Oefter Wald in Essen-Kettwig.

Text / Fotos: Ernst Käbisch

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