Ist vegane Ernährung wirklich gesund?

Ist vegane Ernährung wirklich so gesund?
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Immer mehr Menschen ernähren sich weltweit vegan. Der Veganismus ist somit kein Trend mehr, sondern ein fest in den Gesellschaften verwurzelter Lebensstil. Zahlreiche Studien haben sich mit den Auswirkungen einer veganen Lebensweise auf die körperliche und seelische Gesundheit beschäftigt. Das Ergebnis ist recht eindeutig: Solange bei der Ernährung bestimmte Grundregeln eingehalten werden, sorgt der Veganismus für eine stabile Gesundheit und erhöht das Wohlbefinden.

Wissenswerte Fakten zur veganen Ernährung

Bereits 0,85 Millionen Deutsche ab 14 Jahren leben nach eigener Aussage vegan. Das entspricht rund 1,2% der Gesamtbevölkerung. Die vegane Lebensweise ist somit mitten in der Gesellschaft angekommen. Veganer zeichnen sich dadurch aus, dass sie sehr bewusst essen und trinken und hierbei auf sämtliche tierischen Produkte verzichten. Neben Fleisch und Fisch, die auch Vegetarier nicht zu sich nehmen, gehören hierzu alle Milchprodukte, Eier und Honig. Der Begriff „vegan“ geht auf den Engländer Donald Watson zurück, der sich damit von der „Vegetarian Society“ abgrenzte, die seiner Meinung nach ernährungstechnisch nicht weit genug ging.

Menschen werden aus ganz unterschiedlichen Gründen Veganer. Einige haben ethische Gründe, andere wollen gesünder leben und wieder andere haben den Naturschutz im Sinn. Fest steht aber, dass sich immer mehr Menschen für eine bewusste Ernährung ohne tierische Produkte entscheiden. Das ist unter anderem daran erkennbar, dass viele Supermärkte vegane Lebensmittel in ihr Sortiment aufnehmen. Diese sind teilweise etwas teurer als vergleichbare Produkte mit tierischen Inhaltsstoffen, doch auch hochwertige Fleischprodukte haben ihren Preis. Was vegan zu leben bedeutet, lässt sich nicht universell definieren, sondern ist stark von der jeweiligen Person und ihrem Lebensstil abhängig.

Diese Produkte sind für Veganer geeignet

Für Veganer ist wichtig, dass Lebensmittel nicht von Tieren stammen und Produkte nicht an Tieren getestet wurden. Deswegen sind beispielsweise nur solche Weinsorten vegan, die nicht mit Schweinegelatine, Fischblasen oder Ei geklärt wurden. Veganer Käse wird zum Beispiel aus Kokosfett gewonnen, während vegane Milch aus Soja, Reis oder Hafer hergestellt wird. Ferner sind diverse Brotaufstriche von süß bis herzhaft zu haben, die komplett auf tierische Bestandteile verzichten. Nicht zuletzt ist vegane Kosmetik sehr beliebt. Diese ist zum einen frei von tierischen Komponenten und wurde zum anderen nicht in Tierversuchen getestet.

Studien belegen die gesundheitlichen Vorteile einer veganen Ernährung

Zahlreiche Studien belegen die positiven Einflüsse einer veganen Ernährung auf die Gesundheit. Vor allem chronische Krankheiten lassen sich mit einer solchen Ernährung vermeiden. Zudem wird durch den Verzicht auf tierische Produkte der Blutdruck gesenkt, der Cholesterinspiegel lässt sich ausgleichen und die Blutzuckerwerte können gesenkt werden. Des Weiteren enthalten Milchprodukte nicht selten Hormone und stehen im Verdacht krebserregende Stoffe zu beinhalten. Eine ausgewogene vegane Ernährungsweise wird von der „Academy of Nutrition and Dietetics“ ausdrücklich befürwortet. Die Akademie betont, dass eine solche Ernährung alle wichtigen Nährstoffe enthält und zur Prävention beziehungsweise Behandlung von Krankheiten beitragen kann. Eine vegane Ernährungsweise ist hierbei für alle Lebensabschnitte geeignet. Somit profitieren auch Kinder, Schwangere, stillende Mütter und Sportler/innen von dieser Ernährungsform.

Diese Regeln sollten bei einer veganen Ernährung berücksichtigt werden

Damit eine vegane Ernährungsform die Gesundheit fördert und die Lebensfreude steigert, müssen, wie von der Stiftung ProVegan empfohlen, einige einfache Grundregeln befolgt werden:

  1. Die Ernährung muss ausgewogen seinUm Mangelerscheinungen vorzubeugen, sollte die vegane Ernährung so abwechslungsreich wie möglich sein. Bei der Auswahl hilft die vegane Ernährungspyramide. Deren Grundlage bilden Obst und Gemüse. Auf der nächsthöheren Stufe sind Brot, Kartoffeln und verschiedene Getreidesorten zu finden. Die dritte Ebene bilden Nüsse und Hülsenfrüchte. In geringen Mengen können vegane Butter, Öle und Zucker verwendet werden. Die oberste Ebene schließlich bilden veganer Wein und Genussmittel wie vegane Schokolade.
  2. Vitaminmangel durch Nahrungsergänzungsmittel vermeidenEinige Vitamine kommen bei einer veganen Ernährung zu kurz. Es empfiehlt sich, diese über Nahrungsergänzungsmittel dem Körper zuzuführen. Zudem gibt es spezielle Zahncremes, über die zum Beispiel der Vitamin-B12-Bedarf gedeckt werden kann. Ebenfalls wichtig ist es, den Vitamin-D Haushalt und den Jodspiegel im Auge zu behalten. Unter anderem können dem Körper veganes Vitamin D2 und D3 sowie Jodsalz zugeführt werden.
  3. Vitamin-C haltige Getränke konsumierenFür Veganer ist es wichtig, den Eisenhaushalt im Körper zu beobachten, um Mangelerscheinungen vorzubeugen. Vitamin-C erleichtert dem Körper die Eisenaufnahme aus der Nahrung und reduziert somit die Gefahr einer Unterversorgung.
  4. Raffinierte Produkte meidenVor allem raffinierter Zucker und Auszugsmehl sind für die Gesundheit abträglich und sollten im Rahmen einer veganen Ernährung gemieden werden.
  5. Auf zusätzliche Fette und Öle verzichtenDie in den Früchten enthaltenen Fette und Öle decken den Bedarf eines Erwachsenen weitestgehend ab. Deswegen kann im Rahmen einer veganen Ernährung weitestgehend auf zusätzliche Fette und Öle verzichtet werden. Herzkranke sollten diese sowieso vollständig weglassen. Für vegane Kleinkinder sind solche ergänzenden Fette und Öle jedoch sehr wichtig.
  6. Verzicht auf industriell gefertigte LebensmittelIndustriell gefertigte Lebensmittel sollten weitestgehend aus dem Speiseplan verbannt oder nur in ganz seltenen Fällen konsumiert werden.
  7. Frische Lebensmittel sind zu bevorzugenFrische Lebensmittel sind für eine gesunde Ernährung die beste Wahl. Hierzu zählen etwa Früchte, Hülsenfrüchte, Nüsse Vollkornprodukte und Gemüse.

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