Ein Denkmal für Karl Ernst Osthaus und Henry van de Velde in Hagen

Karl Ernst Osthaus (1874-1921) war ein bedeutender Kunstmäzen und Gründer des bekannten Folkwangmuseums. Und das ist jetzt längst in  Essen. Für etliche seiner künstlerischen Projekte beauftragte Osthaus den weltberühmten Architekten und Designer Henry van de Velde (1863-1957). Zum Beispiel ist der im Jugendstil als Gesamtkunstwerk errichteteOsthausfamilienwohnsitz Hohenhof in Hagen-Ernst von van de Velde. Bei der ehemaligen Textilfabrik Elbers in der Innenstadt von Hagen  ist den beiden Kunstfreunden ein Denkmal errichtet.

Zuerst will ich heute ins Karl Ernst Osthaus Museum. Dafür habe ich mal wieder kein Glück mit den Öffnungszeiten. Denn heute am Donnerstag öffnet das Museum erst um 13 Uhr. Dafür beginnt sich die neben dem Vorkriegsmuseumbau befindliche katholische Kirche  gerade mit Kirchgängern zum heutigen Fronleichnamsgottesdienst zu füllen. Und ich bin erst etwas ratlos, was ich an diesem fremden Ort jetzt machen kann.

Ein Mix aus alter und neuer Architektur in Hagen

Etwas ziellos irre ich nun in den Straßen dieser mir eigentlich gut gefallenden Stadt herum. Es ist nicht wahr, wie es der Redakteur einer bekannten Zeitschrift in einem Artikel schrieb, dass Hagen die häßlichste Stadt des Ruhrgebiets ist. Als Industriestadt war die Stadt im 2. Weltkrieg eben ein Angriffsziel für die Allierten. Viele Gebäude, teilweise ganze Strassenzüge der Stadt wurden unwiederbringlich zerstört. Und in den 50er und 60er Jahren wurden diese Lücken im Stadtbild zum Teil sehr dürftig (z.B. mit Plattenbauten) wieder gefüllt. Aber immer wieder finden sich Kleinode, die zeigen, wie wunderschön diese Stadt vor dem Krieg einmal gewesen sein muss.

Das fängt schon an mit dem Hagen HBF, den ich nach kurzer Fahrt mit dem Regionalzug von Düsseldorf kommend erreiche. Das Bahnhofsgebäude ist zwar renovierungsbedürftig, aber als barocker Bau imposant und schön anzusehen. Ein eindrucksvolles Glasfensterbild mit darauf abgebildeten Industriearbeitern, was fast wie ein Kirchenfenster wirkt ist im Bahnhofsgebäude. Sonst ist am Bahnhofsvorplatz ja nicht viel attraktives. Das sind fast alles Plattenbauten hier am Berliner Platz.

Was mich auch an Hagen beeindruckt ist, dass es inmitten von bewaldeten Hügeln des Vorsauerlands gelegen ist. Hagen gilt ja als Tor zum Sauerland. Die Volme, die aus dem Bergland kommt und durch Hagen fliesst, ist ein wildbewegter Bach fast schon wie ein Gebirgsbach.

Denkmal für Karl Ernst Osthaus und Henry van de Velde bei den Elbershallen

Zufällig entdecke ich die ehemalige Textilfabrik Elbers (Elbershallen) noch in der Hagener City, wo in alten Backsteinhallen der Fabrik vielfältiges neues Leben eingezogen ist. Da ist ein Indoorspielplatz für Kinder; da ist das Theater an der Volme und da sind Cafes und Restaurants und kleine Läden. Nur das größte Gebäude unter einem Riesenschornstein ist (noch) baufällig und sieht wie eine Ruine aus. Daneben steht ein lebensgroßes Denkmal für die wohl berühmtesten Hagener. Naja, Henry van de Velde war natürlich Belgier und ein weltberühmter Architekt und Designer.

Hier in Hagen habe ich von ihm unter anderem das Gesamtkunstwerk in Jugendstilarchitektur, den Hohenhof, den Familiensitz der Industriellenfamilie Osthaus besichtigt. Das ist jetzt ein Teil des Karl Ernst Osthaus Museums und sehr sehenswert. Viele weitere berühmte Bauten in ganz Europa stammen von van de Velde z.B. das Bröhanmuseum am Berliner Schloss Charlottenburg. Und auch als Designer hat van de Velde Massstäbe gesetzt – das Logo B der belgischen Staatsbahnen ist von ihm entworfen.

Und der Fabrikant und Kunstmäzen Karl Ernst Osthaus (der Hagener Impuls) ist u.a. der Gründer des renommierten Folkwangkunstmuseums, was zuerst in Hagen war und sich inzwischen in Essen befindet.

1bahnhof
Hagen HBF Foto anklicken
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Stadttheater Hagen Foto anklicken
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Karl Ernst Osthaus Museum am Museumplatz Foto anklicken
4tuchmacher
Wandbild in der Tuchmacherstraße Foto anklicken
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Die ehemalige Textilfabrik Elbers (Elbershallen) Foto anklicken
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Ruine mit Denkmal Foto anklicken
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Karl Ernst Osthaus und Henry van de Velde Foto anklicken
7aveldeosthaus
Texttafel Foto anklicken
8elbersh
Elbershallen Foto anklicken
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Die Volme Foto anklicken
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Gasthaus Spinne Foto anklicken
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Berliner Platz am HBF Foto anklicken

Text/Fotos: Ernst Käbisch

1 KOMMENTAR

  1. Sehr geehrter Herr Käbisch, es tut uns leid, dass Sie unser Haus nicht besuchen konnten – da das Museum an Donnerstagen bis 20 Uhr zu besuchen ist, öffnen wir erst um 13 Uhr. Wir würden uns natürlich sehr freuen, wenn Sie einen zweiten Anlauf wagen! Die Öffnungszeiten finden Sie unter http://www.osthausmuseum.de, und wenn Sie über eine bestimmte Ausstellung schreiben wollen, stellen wir gern den Katalog zur Verfügung. Weiterhin viel Spaß bei Ihren regionalen Erkundungen!

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