Klein Zwitserland in Venlo

Klein Zwitserland in Venlo, Niederlande
Klein Zwitserland in Venlo, Niederlande

von Ernst Käbisch

Ein Spielpark wie das Klein Zwitserland in Venlo in den Niederlanden im Grenzland nahe an Deutschland ist natürlich international. Es ist den Kindern egal, ob das hier Holland ist oder Deutschland. Die Kinder nehmen das, wie es kommt. Ihren Spaß haben sie und sich untereinander verstehen können sie auch ohne viel Worte.

Am Bahnhof Kaldenkirchen kurz vor der Grenze zu den Niederlanden steigen wir aus dem Regionalzug. Auf der deutschen Version der Webseite vom Klein Zwitserland ist der Fussweg ab dort beschrieben. 20 Minuten soll der Weg dauern. Und auf Google Maps sieht es so aus, als ob der Weg etwa genauso lang ist wie der ab dem schon niederländischen Bahnhof Venlo. Zwar gehen wir nun zuerst durch ein Gewerbegebiet in Nettetal-Kaldenkirchen, aber dann wird die Landschaft angenehm. Hier sind Bauernhöfe, Spargelfelder, Gewächshäuser, plattes Land. Es sieht aus wie in Holland, aber noch sind wir vor der Grenze.

Eine Straße ohne Fussweg nebenan führt zum Klein Zwitserland

Die Grenzgebäude an der Steyler Straße sind verwaist und die Grenze ist kaum noch als solche zu erkennen. Wo wir bemerken, dass wir in Holland sind, ist es dann der Trappistenweg, der als Autopiste mit breiten Fahrradstreifen nebenan zum Klein Zwitserland führt. Aber wo geht man da als Fußgänger? Da muss man über die ungemähte Wiese am Rand der Straße gehen? Das ist typisch Holland, wo man als Fußgänger nur Verkehrsteilnehmer dritter Klasse ist.

Das Klein Zwitserland ist ja klasse; ein Spielpark mitten im Wald mit etwas altertümlichen Spielgeräten und originellen Events. Sehr umlagert von vielen kleinen Kindern und deren Eltern und Aufpassern ist z.B. ein Areal mit verwinkelten Tunnels aus Stein oder Holz, die Tierbauen nachgebaut sind. Das gefällt mir und das gefällt sogar Tim, obwohl er sich nicht dazu herablässt, sich mit den mehrheitlich hier schon mehrere Jahre jüngeren Kindern in diese urigen Tunnels hineinzubegeben. Schade eigentlich, aber so ist eben die Pubertät. Die Jugendlichen wissen überhaupt nicht mehr, wozu sie gehören und wer sie sind und sind einfach nicht mehr so unbefangen wie Kinder.

Bergbau (Gold Rush) im Klein Zwitserland

Aber wenn er sich unbeobachtet fühlt, hat er doch an mehreren Stellen vom Spielpark seinen Spass etwa bei den altertümlich wirkenden Karusssells, Schaukeln und Hamsterrädern, wo auch kaum welche von den kleineren Kindern spielen. Und den Minigolfparcours spielen wir natürlich beide. Die Anlage mit 18 Löchern ist originell mit Szenen aus einer amerikanischen Goldmine gestaltet und es steht hier sogar eine originale Kipplore aus dem Bergbau herum, die vermutlich sogar aus einem der ehemaligen Limburger Bergwerke stammt. Auch die niederländische Provinz Limburg war wie das Ruhrgebiet und das Aachener Bergbaurevier früher einmal Steinkohlebergbauregion.

Wie zu erwarten, hört man hier im Grenzland beide Sprachen holländisch und deutsch und es ist aber kein Problem, sich zu verständigen. Ein paarmal werden wir auf holländisch von Kindern angesprochen; wir verstehen, was die sagen und immerhin verstehen die uns, wenn wir denen auf deutsch antworten.

Die Landschaft um das Klein Zwitserland

Sehr angenehm ist die Landschaft um das Klein Zwitserland herum. Wir gehen nach dem Aufenthalt im Spielpark nicht nach Kaldenkirchen zurück, sondern noch nach Venlo in den Niederlanden hinein. Etwas ausserhalb vom Klein Zwitserland frage ich noch rechtzeitig Radfahrer nach der Richtung, in die wir gehen müssen. Ich wäre nämlich in die andere Richtung gegangen und da wären wir wohl im Venloer Stadtteil Tegelen gelandet.

Erst kommen wir an grossen Kohlfeldern auf der einen und Wald an der anderen Seite vorbei und dann sind wir in der Venloer Heide. Das ist eine wunderbare Landschaft, die karg bewachsen ist und wo es zahlreiche kleine schilfumstandene Heideseen gibt. An urigen alten Bauernhöfen vorbei finden wir dann nach einem Fußweg von etwa einer Stunde den Kaldenkerker Weg, der mit schönen alten Klinkerbauten bestanden ist und wo es links nicht mehr weit bis zum Bahnhof von Venlo ist. Hier haben wir Glück, dass wir nicht lange auf einen der stündlich nach Deutschland fahrenden Regionalzüge warten müssen und wir müssen nicht einmal in Mönchengladbach umsteigen, sondern können direkt bis Düsseldorf durchfahren.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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