Kleinzeche Vereinigte Hollenberg & Darmstadt in Mülheim an der Ruhr

Kleinzeche Hollenberg & Darmstadt in Mülheim an der Ruhr
Kleinzeche Hollenberg & Darmstadt in Mülheim an der Ruhr
von Ernst Käbisch

Inzwischen habe ich mir die meisten Reste vom Mülheimer Bergbau angeguckt. Viel ist das ja nicht mehr. Deswegen rechne ich in dieser Stadt gar nicht mit so einem Zechenerlebnis wie dem von der bereits Ende des 19ten Jahrhunderts stillgelegten Stollenzeche Vereinigte Hollenberg & Darmstadt im Rumbachtal. So ist das obendrein noch von Ratingen aus ganz leicht erreichbar.

Zu diesem Zechenbesuch habe ich es nicht wirklich weit. Der Bus 753 nach „Heißen Kirche“ hält auch an der Station „Oberstraße“ auf der Mülheimer Straße in Ratingen, um die Ecke von der Angerstraße. So nehme ich einfach mal den Bus um 9 Uhr 24. Die Station „Fischenbeck“ liegt dann in einem dörflich wirkenden Tal im Mülheimer Stadtteil Menden-Holthausen. Zuerst geht es nördlich der Ruhr etwas bergauf und auf den Straßen ist schon großstädtischer Betrieb.

Kleinzeche Vereinigte Hollenberg & Darmstadt

Jetzt also bin ich hier im Rumbachtal. Und genauso heißt auch die Straße in einem Wohngebiet, wo viele Wohnneubauten stehen. Dann gibt es auch hübsche alte Backsteinbauten und Steinhäuser aus Ruhrsandstein oder Fachwerkhäuser. Und eines dieser Fachwerkhäuser hat die Adresse Rumbachtal 37.  Und das ist überraschenderweise ein Bergbaurelikt, eines der sehr wenigen, die es in Mülheim überhaupt noch gibt.

Wahrscheinlich sind ja von den Tiefbauzechen Rosenblumendelle und auch Wiesche im Bergarbeiterbezirk Heißen auch noch das ein oder andere Zechengebäude stehen geblieben. Aber das kann man oder ich jedenfalls nicht so genau feststellen. Weil das in Gewerbegebieten ist, die für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Aber daß von so einer uralten bereits Ende des 19ten Jahrhunderts stillgelegten Kleinzeche noch ein Zechengebäude erhalten geblieben ist, erstaunt ja wirklich. Und das in Mülheim, wo sonst von den Steinkohlebergwerken leider so wenig erhalten ist.

Von der Kleinzeche existiert sogar noch der Stollen

Und nicht nur das Fachwerkhaus, wo die Zecheneigner einst wohnten, existiert. Es gibt sogar noch neben dem Häuschen den Stollen, der in den Berg oberhalb der Kleinzeche bis 232 Meter weit in den Flöz Dickebank hinein getrieben wurde. Im Internet gibt es noch Fotos davon und Erlebnisberichte von Leuten, die vor noch nicht langer Zeit da mal drin waren. Inzwischen ist das sogenannte Stollenmundloch aber leider verschlossen.

Immerhin ist aber an der Stelle des Stollenmundlochs seit ein paar Jahren eine Gedenktafel angebracht. So ist das zwar auch eine schwer lesbare wie bei der Zeche Humboldt in Heißen und wie bei der Zeche Vereinigte Sellerbeck in Dümpten. Schon gefällt es mir, wie hier dieses ganz selten gewordene Relikt einer Stollenzeche und mit ziemlicher Sicherheit das einzige noch in ganz Mülheim, erhalten und geehrt wird. Außerdem sieht das kleine Häuschen ja wirklich top gepflegt aus. Nur an einer Seite ist das Originalfachwerk des Hauses von Schiefertafeln überbaut worden. So etwas gefällt mir zwar nicht so. Letzlich kann aber jeder im Rahmen des Denkmalschutzes mit seinem Privatbesitz machen, was er will.

Unweit der Kleinzeche ist auch die Bergarbeitersiedlung Mausegatt

Weiter wären jetzt nur ein paar hundert Meter von hier aus bis in die Kreftenscheerstraße und die Bergarbeitersiedlung Mausegatt-Kreftenscheer zu gehen. Schon letzte Woche war ich ja da. Ich gehe also mal zwei Busstationen in die andere Richtung – Richtung Ratingen.

Endlich an der Zeppelinstraße, die erwartungsgemäß bei diesem Namen zum kleinen Flughafen Essen-Mülheim führt, ist die fast dörflich wirkende Idylle aus dem Rumbachtal zu Ende. Hier oben ist großstädtischer Betrieb auf den Straßen; Straßenbahnen und Busse verkehren hier und auch ich steige hier wieder an der Station „Tilsiter Straße“ in den gerade kommenden Bus 753 nach Ratingen. Der Busfahrer ist der gleiche von der Hinfahrt. Schon vor der Mittagszeit bin ich wieder zuhause.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch


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