Kleinzechen in Essen-Werden und in Essen-Kettwig

Papiermühlenschleuse in Essen-Werden
Fast unwirklich wirkt die längst nicht mehr genutzte Papiermühlenschleuse in Essen-Werden.

Schon ein Ausflug zu den Kleinzechen im Essener Süden ist so etwas wie eine Zeitreise in ein hier schon längst vergangenes Industriezeitalter. Weil die Gegend landschaftlich spektakulär ist, kann man sich das kaum noch vorstellen. Denn hier sind viele dieser schönen Bruchsteinhäusern in hügeliger und bewaldeter Landschaft. So am Ufer der hier urwüchsig wirkenden Ruhr ist dieser Teil der Stadt Essen inzwischen eher ein Naherholungsgebiet für Romantiker. Und nur vereinzelt trifft man noch auf Spuren der einstigen Industrialisierung.

 

Dann für diesen Fahrradausflug heute habe ich mir extra einen Fahrradhelm gekauft. Und zwar will ich ja ab dem S-Bahnhof Kettwig Stausee rechts an der Ruhr entlang fahren über die Laupendahler Landstraße bis nach Essen-Werden. So hat diese durch eine urwüchsig wirkende Landschaft führende Landstraße zu einem großen Teil  keinen Fahrradweg. Und die Straße ist aber stark befahren von PKWs, LKWs und Motorrädern.

Schloss Oefte, die Kleinzeche Rudolph

Gerade da, wo jetzt an der Laupendahler Landstraße das uralte Schloss Oefte ist und drum herum ein weitläufiger Golfplatz in hügeliger Landschaft, war einmal die Zeche Rudolph. Und von dieser Kleinzeche, die noch bis 1966 Steinkohle förderte, ist nur noch die abenteuerlich halbverfallene Maschinenhausruine um Schacht Wilhelm im Oefter Wald ein Stück weit weg von hier halbwegs erhalten geblieben.

Schon schräg gegenüber von Schloss Oefte ist direkt an der Ruhr das Stollenmundloch der Zeche. Und das ist aber nichts Besonderes. Denn es ist nur ein vergittertes Loch im Boden, wo rötlich gefärbtes, also eisenhaltiges Wasser aus dem Boden kommt und hier in die Ruhr fliesst. Und das sieht ähnlich aus wie das Stollenmundloch der Zeche Pauline, was ich mir vor kurzem unweit von hier angeguckt hatte.

Die Kleinzeche Preutenborbeckssiepen

Weil ich auch ganz in der Nähe von der Zeche Pauline bin, fahre ich da auch noch einmal hin. Denn beim letzten Mal hatte ich mir die von diesem Kleinstbergwerk noch erhalten gebliebenen Zechengebäude wie den Zechenturm noch gar nicht angesehen. Dann auf dem Weg dorthin steil bergauf komme ich vorbei an der ehemaligen Kleinzeche Preutenborbeckssiepen. Und das ist einer dieser prächtigen Bruchsteinhäuser aus Ruhrsandstein, aus dem hier so viele alte Gebäude gebaut wurden. Zum Beispiel ist auch das alte Schloss Oefte so gebaut.

Stollenmundloch der Zeche Pauline, der Zechenturm

Und auch die erhalten gebliebenen Gebäude der Zeche Pauline sind aus diesem Material erbaut, scheinbar für alle Ewigkeit. Denn es ist von dieser Kleinzeche eine Menge erhalten geblieben. Weiter oberhalb des Stollenmundlochs mit dem roten Wasser ist ein großes altes Bruchsteinhaus in Privatbesitz. Dann aber direkt unterhalb von diesem nicht zugänglichen Gelände ist ein markanter ebenso aus diesen Steinen erbauter Zechenturm. Und es gibt noch weitere große Gebäude der einstigen Zeche. Außerdem ist das alles von einer uralten Mauer ebenfalls aus Ruhrsandsteinen fast noch lückenlos miteinander verbunden.

Die Kleinzechen sind anders als z.B. der Essener Zollverein.

So ist das hier ganz anders als sonst bei den alten Zechen im Ruhrgebiet z.B. dem Zollverein, die meist viel nüchterner und moderner gebaut sind. Schon professioneller auch und technischer wirken die. Dann aber scheint hier der industrielle Hintergrund fast schon romantisch mit den urigen Relikten der Kleinzechen in so spektakulärer Landschaft. Denn eigentlich kann ich mir hier tätige Industrie gar nicht mehr vorstellen. Und das wird mir auch deutlich, als ich an einer Ruhrschleuse, der Papiermühlenschleuse mit rostigen alten Frachtkähnen vorbeikomme. Schon längst ist an diesem Teil die Ruhr nicht mehr von Schiffen befahren. Außerdem bewegen sich nur Kanus und Ruderboote mal durch diese grüne Flußlandschaft.

Und beim Rückweg radle ich auf der anderen Ruhrseite entlang. Und hier ist weit und breit keine starkbefahrene Landstraße. Dann sind aber auch bei diesem Weg  weitere gute Gründe sichtbar, warum ich besser heute erstmals diesen Fahrradhelm trage. Denn an vielén Stellen ist nämlich der schmale Weg an der Ruhr versperrt durch umgestürzte Bäume noch von dem Monstersturm. Schon hat man die an Autostraßen zumeist weggeräumt. Dann aber hier wird einem oft der Weg versperrt. Und an vielen Stellen hängen noch schwere Äste bedrohlich aussehend an wenigen Fasern an Bäumen. Immerhin kann man das inzwischen an dem verwelkten Laub erkennen.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

3 KOMMENTARE

  1. Das ist echt einen spannende und sehr schöne ecke vom Ruhrgebiet. Essen-Werden ist ein Besuch wert, so hat man das Ruhrgebiet noch nie gesehen und man wir erstaunt sein.

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