Krupp-Familienfriedhof in Essen-Bredeney

Der Reichsadler
Die Ruhestätten von F.A. Krupp und von Alfred Krupp

Und auch der Krupp-Familienfriedhof ist für die Ruhrgebietszeitung WAZ natürlich einer von 100 Orten, die man in Essen unbedingt gesehen haben muss. Schon die Bilder von dem spektakulären Grab von Friedrich Alfred Krupp mit dem überlebensgroßen Adler sind sehr bekannt. Obwohl der wie ein Park angelegte umzäunte Familienfriedhof der Großindustriellenfamilie ist etwas schwierig zu finden. Und dazu fahre ich auf den städtischen Friedhof in Essen-Bredeney.

 

Dann auf dem Weg vom S-Bahnhof Essen-Werden die Bredeneyer Straße durch den Essener Stadtwald hoch nach Bredeney merke ich mal wieder, dass Essen ein krasses soziales Nord-Süd-Gefälle hat. Denn in den nördlichen Essener Bezirken Karnap, Altenessen, Katernberg.. arbeiten Metallfabriken, der Stadthafen und ein Müllheizkraftwerk. Und trotzdem leben viele Menschen von Hartz4. Dafür gibt es in den Bezirken im Essener Süden viel Wald und teilweise eine urwüchsig wirkende Natur. Dann in hügeliger Landschaft um das grüne Ruhrtal  sind die Wohnbezirke ruhig und sie wirken gutbürgerlich mit ihren zahlreichen Villen und Gründerzeithäusern.

Krupp-Familienfriedhof in Essen-Bredeney

Schon etwa 4 Kilometer bin ich nun bis in den frühmorgens an einem 1.Mai noch wie ausgestorben wirkenden Bezirk Bredeney gegangen. Also wer hier wohnt, hat es geschafft im Leben. Denn das ist hier mit all den Villen eine ganz andere Atmosphäre wie im proletarischen Norden der Stadt. Und dort machen die Menschen sich beim Arbeiten die Hände schmutzig. Dann kann es auch sein, das sie arbeitslos sind.

Und direkt neben dem Friedhofseingang sehe ich ein Grab von „Bekannten“, nämlich der ALDI-Dynastie, der Familie Albrecht. Denn das ist schon ein etwas mondänes wie ein Tempel wirkendes Familiengrab. Obwohl das ist noch kein Vergleich zu dem parkähnlichen Krupp-Familienfriedhof. Und den finde ich nach diesmal nicht so langer Suche auf dem weitläufigen Friedhof Bredeney. Immerhin war ich ja schon einmal hier und habe mir bei der „Route der Industriekultur“ den Weg dahin noch einmal genau aufgeschrieben.

Die Ruhestätten von Alfried Krupp…

Und das Tor ist angelehnt und das allererste, was als Blickfang zu erkennen ist, ist der markante Adler auf dem Grab von Friedrich Alfred Krupp. Also das ist auf der linken Seite des „Parkgeländes“. Dann gleich rechts liegen die von Bohlen und Halbachs begraben. Und direkt vor mir ist das schlichte Grab des letzten Krupp-Vorsitzenden, der auch noch Krupp hiess, nämlich Alfried Krupp von Bohlen und Halbach.

Also ich erinnere mich, dass vor 3 Jahren, wo ich schon einmal hier war, zufällig genau sein Todestag war. Denn da waren vor der einfachen Marmorplatte mit den Lettern „Alfried Krupp von Bohlen und Halbach *13.August 1907 + 30.Juli 1967“ Kränze voller frischer Blumen aufgestellt. Und auf der einen Kranzschleife las ich die Namen von Berthold Beitz und seiner Frau. Also waren die offenbar am gleichen Tag vor mir hier gewesen. Und vielleicht war das sogar gerade vor ein paar Minuten? Dann guckte ich mich wohl um, aber wie heute auch war ich ganz alleine auf diesem Teil des Bredeneyer Friedhofs.

Faszinierend ist besonders das Grab von F.A. Krupp

Und hinter dem Grab der Gründerin der Gartensiedlung Margarethenhöhe, Margarethe Krupp, ist dieses spektakuläre, ja pathetische Grab mit dem Adler. Schon 1902 war das Todesjahr von F.A. Krupp, also in der wilhelminischen Zeit. Und das erklärt die dramatische und pathetische Grabgestaltung. Dann rechts dahinter praktisch am Kopf der Parkanlage ist die auch pathetisch wirkende Grabstätte des Kruppimperiumgründers Alfred Krupp mit 2 lebensgroßen Figuren, einer trauernden Frauenfigur und einer tröstenden Engelsfigur. So pompös und würdig für den „Alten“ diese Gestaltung ist. Trotzdem fällt selbst dieses Grab gegenüber der durch den Adler so höchst eindrucksvollen Ruhestätte für seinen Sohn ab.

Einfach auf eins der kleinen Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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