Mit dem Rad zum Bergbaurevier am Niederrhein

Die Brücke der Solidarität führt zum Niederrhein.
Die Brücke der Solidarität führt zum Niederrhein.

von Ernst Käbisch

Der Südosten von Duisburg liegt noch im Flözleeren. Und die großen Duisburger Steinkohlezechen Walsum, Westende und Friedrich Thyssen waren im Norden der Stadt tätig. Dafür aber sind in den linksrheinischen Bezirken Homberg und Rheinhausen gut erreichbare Flöze. Erst seit 1975 ist das Duisburg. Und hier waren wie im Norden von Duisburg bedeutende Zechen wie die Zeche Rheinpreußen. Weiter gab es in Rheinhausen auch die Zeche Diergardt-Mevissen.

Schon wird gelegentlich sogar z.B. das rechtsrheinische Ratingen im Kreis Mettmann zum Niederrhein gezählt. Obwohl, grob gesagt, ist die Grenze vom Niederrhein der Rhein im Osten. Und im Westen ist es die Staatsgrenze zu den Niederlanden. Gerade heute fahre ich mit dem Rad auf der Brücke der Solidarität in Duisburg über den Rhein. Also passiere ich so die Grenze zum Niederrhein.

Der Rhein ist die Ostgrenze vom Niederrhein

Und eine weitere Grenze habe ich bei der Brückenüberfahrt vom Duisburger Bezirk Hochfeld in den linksrheinischen Bezirk Rheinhausen passiert. Denn das ist die Grenze vom Flözfreien zu den reichhaltigen Flözen der Karbonschicht. Weil der Duisburger Südosten liegt ja völlig im Flözfreien. Denn es gibt ja die Schinderhanneshöhle im Duisburger Stadtwald. Das war eine der zahlreichen erfolglosen Probebohrungen nach dem schwarzen Grubengold. Und das ist schon unweit der City.

So gab es in Duisburg die großen Zechen Westende, Friedrich Thyssen und Walsum. Aber die waren alle im Norden der Stadt tätig. Schon am Niederrhein gab es auch bedeutende Steinkohlezechen. Und zwar war das in den früher eigenständigen Städten Homberg und Rheinhausen. Dann erst 1975 wurden die Orte zu Duisburg eingemeindet. Und in Homberg und in der Nachbarstadt Moers gab es die große Verbundszeche Rheinpreußen. So wurde hier in vielen Schachtanlagen die Kohle gefördert. Gerade die Zeche Rheinpreußen hat viele Spuren hinterlassen. So sind Fördertürme und bedeutende Zechensiedlungen erhalten geblieben. Zum Beispiel ist das der eindrucksvolle Malakowturm von Schacht I. Außerdem gibt es in Moers die Halde Rheinpreußen. Und auch dieser eindrucksvolle Ort zeugt noch vom Bergbau am Niederrhein.

Rheinhauser Bergbausammlung – das Bergbaumuseum für den Niederrhein

Schon in Duisburg-Rheinhausen gab es sehr erfolgreiche Zechen. So erfahre ich es bei einem Besuch in der Rheinhauser Bergbausammlung. Denn die Rheinhauser Bergbausammlung wurde und wird von ehrenamtlichen ehemaligen Bergleuten aufgebaut und gepflegt. Und wie eine kleine, aber auch professionelle Ausgabe vom Bochumer Bergbaumuseum wirkt die Bergbausammlung. Denn der Vorsitzende ist ein ehemaliger Bergmann der Zeche Diergardt. So sind noch Zechengebäude von der Zeche Diergardt in der Asterlager Straße erhalten geblieben. Das und vieles andere Interessante erfahre ich von ihm. Und er zeigt mir auch ein Bild vom Schachthaus. Schon ist leider der Förderturm abgerissen worden. Dafür wird in der Bergbausammlung eine 1 Meter 50 große Miniatur des Förderturms ausgestellt. Das ist die Arbeit eines begeisterten Bastlers. Detailgetreu und anschaulich mit drehbaren Seilscheiben steht das Prachtstück in der Bergbausammlung.

Diesmal fahre ich mit dem Rad zum Niederrhein

Also bei wunderbarem Spätsommerwetter fahre ich heute etwa ein Jahr später mit dem Rad wieder einmal nach Rheinhausen. So arg weit ist der Weg gar nicht. Zuerst hatte ich das ja befürchtet. Schon lässt es sich bei dem herrlichen Wetter aber angenehm radeln. Und das geht sogar schneller als mit dem ÖPNV. Und die Zechenrelikte auf der Schachtanlage 1 der Zeche Diergardt finde ich leicht. So ist das Schachthaus der Zeche nachwievor das Zentrum des neugenutzten Gewerbegebiets Diergardt. Und noch ein paar weitere Zechengebäude sind erhalten. Weiter ist neben dem Gewerbegebiet Diergardt ein großer Teil des Zechengeländes zum Diergardtpark umgestaltet worden. Und auch ein Kunstwerk mit Bergbaubezug steht mitten im Park. Dafür wurde Material von einer Seilscheibe verwendet. So ganz sicher bin ich da aber nicht.

Dann aber finde ich noch eine mächtige Seilscheibe eines Förderturms. Denn unübersehbar steht die in der Geitlingstraße im Gewerbegebiet Mevissen. Wahrscheinlich ist hier das ehemalige Zechengelände der Zeche Mevissen. Denn Zeche Diergardt und Zeche Mevissen bildeten die Zeche Diergardt-Mevissen. Weiter finde ich von der Zeche Mevissen keine Relikte. Schon mal abgesehen von wunderbaren alten Häusern auf der Moerser Straße. Denn sicher waren das Zechenwohnhäuser von Zeche Mevissen. Und vielleicht auch von Zeche Diergardt.

Zuerst ein Bild anklicken. Dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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