Montagabend in Oberhausen

Auch der Gasometer ist nun beleuchtet.
Auch der Gasometer ist nun beleuchtet.
von Ernst Käbisch

Selbst an einem noch winterlichen Montagabend pulsiert das Leben im prall beleuchteten Vergnügungs- und Einkaufszentrum CentrO in Oberhausen. Denn der in der Dämmerung zuerst düster wirkende riesige Gasometer wird bei Einbruch der Dunkelheit auch sehr ansprechend bestrahlt. Und die Außentreppe und die Spitze sind mit blauem Neon- oder LED-licht dekoriert. So wirkt der Gasometer wie der Mittelpunkt des CentrO, als ob er direkt an der Gracht steht. Dabei steht er mit seinen 117 Meter Höhe weit ausserhalb des CentrO.

Bereits um 17.20 Uhr nehme ich den Flughafenbus. So bekomme ich am Flughafenbahnhof den Anschlußzug RE3 um 53 nach Hamm. Und im Zug fällt mir ein, daß ich nicht ganz sicher bin, ob Oberhausen überhaupt noch Preisstufe B ab Ratingen ist. Und ich weiss nicht, ob ich mit dem abgestempelten Zusatzticket zum VRR-Ticket die richtige Fahrkarte habe. Also auch wenn ich ab Duisburg nun ein bisschen gespannt wie ein Schwarzfahrer im Zug sitze, ich habe keine Lust, mich auf jeder Fahrt so genau mit der schwer verständlichen VRR-Gebührenordnung auseinanderzusetzen. Dann werde ich eben kontrolliert und sage, wie es ist.

Vom Hauptbahnhof Oberhausen zur Neuen Mitte

Dann aber steigen weder im Regionalzug noch im Bus ab dem Oberhausener Hauptbahnhof zur Neuen Mitte Kontrolleure zu. Und unbehelligt kann ich bis zum CentrO mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Obwohl es noch früh am Abend ist,  beginnt es gerade, dunkel zu werden.

Zuerst sieht der imposante Gasometer gewaltig und düster aus. Und nur die Spitze ist wegen der Flugsicherheit etwas beleuchtet. Und ansonsten kommt etwas Licht in dieser wie eine Scherenschnittlandschaft wirkenden Szenerie nur von dem blauen Himmel, in der gerade aufreißenden Wolkendecke. Weiter sind da auch gelb-orange leuchtende Straßenlaternen, deren Licht sich auch im nassen Asphalt spiegelt.

Und neben dem Gasometer ist eine Kletterlandschaft in einem Wäldchen, bei der ich bei einem Gasometerbesuch schon mal zugeguckt hatte. So bin ich überrascht, daß man da jetzt so durchgehen kann bis zum Rhein-Herne-Kanal. Und allmählich wird es stockduster und nur ein paar Scheinwerfer leuchten mir den Weg am Kanal neben dem nachwievor düsteren Gasometer. Dann gehe ich langsam wieder in Richtung Vergnügungs- und Einkaufszentrum CentrO zurück.

Das CentrO, die Neue Mitte von Oberhausen

Und hier ist natürlich jetzt helle Festtagsbeleuchtung, wo man auch hinguckt. Dann ist auch der Gasometer von hier aus gut über die Gracht zu sehen. Und inzwischen ist auch er beleuchtet. So die Spitze der Kuppel und die Außentreppe hoch zur Aussichtsplattform ist blau durch Neonröhren beleuchtet und das Plakat für die immer noch (bis Jahresende 2015) laufende Ausstellung „Der schöne Schein“ ist mit gelb-weißem Licht bestrahlt, daß es von weitem gut lesbar ist. Also von hier aus sieht der Gasometer aus wie der integrierte Mittelpunkt des CentrO, der direkt an der Gracht steht. Dabei steht er ein paar hundert Meter weit ausserhalb. Seine 117 Meter Höhe machen so eine optische Täuschung möglich.

Die Kneipen, Restaurants und weitere Vergnügungsstätten im CentrO sind, obwohl heute Montag ist, gut besucht und ich werfe einen Blick in diesen wirklich imposanten Kuppelbau wie aus römischer Zeit, nicht weil ich Appetit auf die dort angebotenen Speisen von allen im Land ansäßigen Fastfoodketten hätte, sondern weil das da drinnen einfach so interessant wirkt. Es sieht auch in dem Kuppelbau mit seinen Säulen, riesigen Palmen und der alles überragenden Kuppel, wie in einem Tempel aus.

Eine Fahrkartenkontrolle

Auf der Fahrt vom Bahnhof „Neue Mitte“ zum Hauptbahnhof werden die Fahrkarten kontrolliert. Da das Ticket 2000 ab 19 Uhr im gesamten VRR-Bereich gültig ist, habe ich zu jetzt fortgeschrittener Stunde ein gültiges Ticket, sogar ohne ein Zusatzticket kaufen zu müssen. Im Hauptbahnhof gucke ich mich noch ein bisschen auf dem auch imposant beleuchteten Museumsbahnsteig 5 um, bevor der Regionalzug nach Koblenz über Düsseldorf kommt.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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