„Monte Schlacko“ (Knappenhalde) und die Zeche Oberhausen

Rote Blüten auf der Knappenhalde

Nach Oberhausen fährt man, wenn man ins Theater will oder ins Konzert. Und in die Arena oder ins Sealife, ins Legoland geht man hier. Weiter ist da der Freizeitpark oder das Einkaufszentrum des CentrO… Und nicht nur Besucher aus dem gesamten Ruhrgebiet kommen. Eigentlich gibt es im Stadtviertel Neue Mitte,  Nichts zum Thema Unterhaltung und Vergnügen, was es nicht gibt. Zum Beispiel der 118 Meter große Gasometer ist ein renommierter Ausstellungort. Und noch läuft hier die Christoausstellung BIG AIR PACKAGE . Dann gibt es eine beliebte Kneipenmeile an der Gracht. Und es gibt sogar einen Yachthafen am Rhein-Herne-Kanal. Endlich ist unweit des CentrO mitten in der Stadt noch ein interessantes Naherholungsgebiet. Gerade das ist die Knappenhalde, die vom Volksmund „Monte Schlacko“ genannt wird.

Weil es über Essen wegen der Bergbauschäden am Essen HBF ja derzeit schwierig ist die Bahn zu benutzen, fahre ich eben über den Düsseldorfer Flughafenbahnhof und Duisburg mit dem Regionalzug nach Oberhausen. Und die Knappenhalde kenne ich eigentlich schon ein bisschen vom Sehen. Dafür muss ich am Oberhausen HBF einfach nur mit einer der Bahnen oder einem der Busse mitfahren, die zum CentrO fahren. Dann brauche ich nur eine Station vorher, an der Station Lipperfeld aussteigen. Schon zum Greifen nah ist vor mir der dicht bewaldete spitzkegelige 102 Meter hohe künstliche Berg. Denn der besteht aus Abraum von der weitgehend abgerissenen Gutehoffnungshütte. Und zum überwiegenden Teil ist das taubes Gestein aus der Steinkohleförderung der Zeche Oberhausen.

Gewerbegebiet Lipperfeld; die einstige Gutehoffnungshütte

Um dann zur Halde zu kommen muss ich nun aber erst durch das riesige Gewerbegebiet hindurch. So sehe ich, dass noch gar nicht alle Gebäude der Gutehoffnungshütte weg sind. Denn an mehreren Stellen sind zwischen all den modernen Gewerbebetrieben interessante, rote Backsteinbauten der ehemaligen Stahlhütte zu sehen. Und die sehen abenteuerlich verfallen aus. Meistens über dem Eingangsportal der alten Gebäude ist das markante Logo mit den Anfangsbuchstaben GHH der einstigen Gutehoffnungshütte angebracht.

Die Essener Straße verläuft dann über die Bahnstrecke, die die Halde vom Gewerbegebiet trennt. So ein schmaler Fussweg führt mich ab der von der Essener Straße abgehenden Knappenstraße erst fast völlig um die dicht bewaldete Halde herum. Dann finde ich endlich einen Aufstieg. Und man kommt sich hier vor wie in einem ganz natürlich gewachsenen Wald. Denn es ist eigenartig, dass von oben vom Haldengipfel aber nur all die modernen Gewerbebetriebe des Gewerbegebiets mit einigen der alten Ruinen zu sehen sind.

Schon bis hin zum CentrO geht der Blick. Und dort sind unübersehbar der Gasometer mit dem Hinweis auf die Christoausstellung und die Arena die markantesten Blickfänge. Dafür ist ja eigentlich auch kein Haldenwetter heute. Denn bei besserer Witterung könnte man sicher noch viel weiter gucken von dem kleinen stählernen Aussichtsturm. Über eine Treppe ist der begehbar. So von oben lässt sich gut über den so dicht und hoch gewachsenen Wald hinausgucken.

Die Zeche Oberhausen

Schon am Fuss der Halde komme ich an einem großen metallverarbeitenden Betrieb, einem Stahlwalzwerk vorbei. Aber das hat Nichts mit der Gutehoffnungshütte zu tun. Denn die Fabrikhallen sind relativ neu. Aber dann an der Kreuzung Knappenstraße/Essener Straße sind doch wieder auch ein paar ältere Backsteinfabrikbauten mit dem Logo der Gutehoffnungshütte. Und ein Stück weiter die Essener Straße in Richtung Mülheim hinein finde ich dann die Zeche Oberhausen. Schon der Eingangsbereich mit der Markenkontrolle ist fast vollständig erhalten geblieben. So ist noch nachvollziehbar, wie einst die Bergleute hier täglich das Werkstor passierten. Längst ist ein Hostel in dem einen Gebäude. Und ein Getränkemarkt ist in einen anderen Zechenhaus. Also eniges konnte von Zeche Oberhausen noch erhalten werden.

In Alt-Oberhausen; das barocke Amtsgericht am Friedensplatz

Gerade ist mir am Hauptbahnhof die Regionalbahn Richtung Flughafenbahnhof weggefahren. Dann gucke ich mir noch den Friedensplatz unweit des HBFs an. Denn hier steht ein schönes Barockgebäude. Und zwar ist das das Amtsgericht mit einem wunderbaren geschwungenen Giebel. Weitererstreckt sich eine langgezogene Brunnenanlage  über den Friedensplatz vor dem barocken Giebelhaus. Und eine bronzene Figur eines sich putzenden Schwans steht dekorativ am Kopfende der Brunnen. So beschaulich ist das alte Oberhausen. Also ich finde es viel ruhiger und besser hier als in der neuen Mitte.

Einfach auf eins der kleinen Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here