Multikulturelles Düsseldorf

Multikulturelles Düsseldorf
Multikulturelles Düsseldorf - Schaufenster einer Boutique in Little Tokyo
von Ernst Käbisch

In Nordrheinwestfalens Hauptstadt Düsseldorf ist etwas mehr als jeder dritte hier lebende Mensch ein Migrant. Und das ist ähnlich wie in der Nachbarstadt Duisburg. Dafür gibt es in Düsseldorf kaum soziale Brennpunktviertel mit dominierenden Bevölkerungsgruppen. Denn die Migranten in Düsseldorf sind meist gut gebildet und wohlhabend. Und Beispielhaft dafür ist das Innenstadtviertel Little Tokyo. Und das sind die schon lange in Düsseldorf gerne lebenden Japaner.

Immerhin bin ich selten mal in Düsseldorf . So bin ich zu oft geneigt, meine Vorurteile von dieser Stadt zu pflegen. Denn ich halte es wie viele für eine reiche Stadt. Und noch dazu für eine eingebildete, wo die Reichen und Schönen auf der mondänen Königsallee in kurzer Zeit so viel Geld ausgeben, wie unsereins im halben Leben verdient. Weiter finde ich, daß die halbe Stadt aus Werbeagenturen und modischen Boutiquen und die andere Hälfte aus Künstlerateliers und Galerien besteht. Schon sehe ich ja meine Voreingenommenheit ein.

Denn bei jedem Besuch in Düsseldorf bin ich doch von Neuem erstaunt, wie vielfältig und bunt diese Stadt ist. Und vor allem wie tolerant und weltoffen sie sich selbst an einem so verregneten Wochentag wie heute zeigt.

Flingern ist einer der multikulturellen Bezirke von Düsseldorf

Denn noch habe ich ein bisschen Zeit bis zu dem Termin, weswegen ich hier bin. So steige ich eine Station vor dem Hauptbahnhof am S-Bahnhof Wehrhahn aus der Bahn der Linie 6. Und nun gehe ich durch den angenehm quirligen Bezirk Flingern, wo ich mal 2 Jahre gewohnt habe durch die Ackerstraße. Weiter gehe ich über den Worringer Platz bis zum Konrad-Adenauer-Platz am Bahnhof.

Und ich sollte mich öfter mal wieder hier umgucken. Denn es gefällt mir hier nämlich wieder sehr gut in diesem multikulturellen Bezirk. So aromatische Düfte von Essen aus zahlreichen ethnischen Restaurants liegen in der Luft. Und viele kleine Läden von zumeist asiatischen Migranten schaffen hier eine angenehm exotische Atmosphäre. Dazu wirkt der auch durch viele Studenten und künstlerisch tätigen Menschen bewohnte Bezirk jugendlich. Dann sind all die Galerien und bemalten Hauswänden und kulturellen Einrichtungen einfach interessant. Und selbst ein Geschäft mit Karnevals- und Halloweenartikeln mitten in all dem Multikulturellen stört überhaupt niemanden. Denn sogar das passt als Beispiel eben einer anderen Kultur. Und wie alle anderen Kulturen hier wird es selbstverständlich von Allen respektiert. Denn man ist in Düsseldorf sehr tolerant und weltoffen. Und leben und leben lassen ist die Devise.

Little Tokyo in Düsseldorf

Dann direkt an den Bahnhof anschließend erfährt das Multikulturelle sogar noch einmal eine Steigerung. Denn da ist das kleine, aber unbedingt sehenswerte und kulinarisch mal anzutestende einzige japanische Viertel in Deutschland. Also das ist das Little Tokyo, was schon immer hier in Düsseldorf ist. Und das war es auch schon lange vor der Globalisierung. Gerade hier in der Immermannstraße, der Klosterstraße und ein paar weiteren Straßen fühlt man sich noch mehr als in Flingern fast wie in einer asiatischen Stadt. Denn natürlich merkt man sofort, daß die hier lebenden und Geschäfte und japanische Restaurants betreibenden oder bei grossen japanischen Firmen arbeitenden Japaner gebildet und wohlhabend sind. Und alles hier hat Stil.  So wirkt alles gepflegt bis ins kleinste Detail. Also Düsseldorf und Little Tokyo hat schon immer gut zusammengepasst.

Zuletzt erinnern am Düsseldorfer Hauptbahnhof zwei große Steinskulpturen an die Zeit, wo auch die Stadt Düsseldorf einmal ein wichtiger Standort der Stahlindustrie war. Denn auf diesen eindrucksvollen Zeugnissen der  Düsseldorfer Industriekultur sind jeweils 2 lebensgroße Stahlarbeiter dargestellt. Auf dem einen Bild ruht gerade eine Taube auf dem Kopf des einen Arbeiters, während darüber auf dem Bildrahmen eine weitere Taube zu schlafen scheint.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann oeffnet sich die Fotostrecke:

Text und Fotos: Ernst Käbisch

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