Nachts bei der Zeche Carl in Essen-Altenessen

Am Eingang zur Zeche Carl
Am Eingang zur Zeche Carl
von Ernst Käbisch

Leicht erreichbar mit der U-Bahn sind die Schachtanlage Carl und die Kokerei der ehemaligen Steinkohlezeche Carl im Arbeiterbezirk Altenessen von Essen. Inzwischen hat sich hier ein überregional bekannter Veranstaltungsort der „Alternativszene“ etabliert. Ein stolzer Malakowturm von 14 noch im Ruhrgebiet davon erhaltenen Exemplaren steht hier auf dem Zechengelände.

Tatsächlich ist die Zeche Carl in nur 10 Minuten vom Essener Hauptbahnhof erreichbar, so wie es auf deren Internetseite steht. Dazu muss ich nur am Hauptbahnhof in die U11 nach Gelsenkirchen-Buer einsteigen. Und über den Berliner Platz und durchs Univiertel fahre ich in den Arbeiterbezirk Altenessen fast bis an die Stadtgrenze. Aber schon hier an der Station Altenessen-Mitte ist die ehemalige Zeche.

Der Malakowturm der Zeche Carl ist nachts kaum zu sehen

Natürlich war die Zeche Carl bereits ein „Pflichtprogramm“ von mir, weil hier noch einer der 13 im Ruhrgebiet erhalten gebliebenen Malakowtürme einer ehemaligen Steinkohlezeche steht. Jetzt in der Dunkelheit sehe ich von dem Malakowturm sehe ich  aber fast gar nichts. Nachwievor ist der markante Turm auch offenbar noch immer nicht wieder genutzt. Nur davor stehen etliche PKWs geparkt. Allein der Parkplatz vor dem Malakowturm ist durch ein paar Laternen etwas beleuchtet.

Dabei ist die Zeche Carl ist aber gar nicht so tot wie es jetzt ja ein bisschen und sonst jedesmal aussah, wenn ich frühmorgens am Wochenende mal hier war. Zahlreiche der stilvollen Zechengebäude sind erhalten worden und in einem prächtig restaurierten Backsteinbau links neben dem Malakowturm ist eine Kneipe, die von aussen eigentlich richtig gemütlich aussieht.

Kneipe „Malakow“ auf Zeche Carl

So heißt die Kneipe „Malakow“ auch ganz passend zum Turm. Es sitzen gerade sogar noch ein paar Personen mit Bier auf der Terrasse vor der Kneipe. Als ich zurückkomme von einem kurzen Rundgang um den fast unbeleuchteten Malakowturm sind auch diese Leute in dem Gebäude mit der Kneipe verschwunden.

Gerade habe ich im Programm der Zeche Carl gelesen, daß dort heute eine Dichterlesung stattfindet. Das Thema der Lesung interessiert mich aber nicht so, als daß ich dafür Eintritt bezahlen möchte. Aber wie ich auch hier aus Programmhinweisen sehe, ist fast jeden Abend in der Zeche Carl wahrscheinlich eine interessante Veranstaltung. Entweder gibt es eine Lesung oder eine Musikveranstaltung. Und es treten dazu zahlreiche prominente Künstler auf, deren Namen ich kenne. Außerdem muss nachts an den Wochenenden hier wahrlich der Bär los sein. Dann finden die großen Szenepartys statt.

Szenehochburg Zeche Carl

Die Zeche Carl ist in Essen nämlich die Szenehochburg schlechthin, so unscheinbar das hier auf den ersten Blick aussieht. Eigentlich ist doch nur dieses eine Gebäude mit der gemütlichen Kneipe derzeit innen hell beleuchtet und genutzt. Ein weiteres Gebäude, was wie ein ehemaliges Maschinenhaus aussieht, ist zwar jetzt auch innen beleuchtet, aber ich kann von aussen nicht erkennen, was da so abgeht. Vermutlich ist das inzwischen so eine Art Atelier für eine Künstlergruppe. So ein „Badehaus“, was auch immer das sein mag, gibt es auch. Links neben dem Eingang sieht es noch am typischsten für eine ehemalige Zeche aus. Und hier in dem einstigen Pförtnerhäuschen ist jetzt das sogenannte „Förderturmhaus“. So zur Kenntlichmachung als Zechengelände ist da ein leider nicht mehr vorhandener Förderturm abgebildet. Und in dem Haus ist jetzt eine Kindertagesstätte untergebracht.

Schon unscheinbar wie gesagt wirkt das alles hier auf den ersten Blick, aber weit über die Stadtgrenze hinaus ist Zeche Carl einer, wenn nicht sogar der angesagte Veranstaltungsort der „Alternativszene“ von Essen und vom Ruhrgebiet.

Hier ist ein Link auf weitere Informationen z.B. dem aktuellen Programm von Zeche Carl.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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