Nachts in Duisburg

Vogel des Livesaverbrunnen in Duisburg
Vogel des Livesaverbrunnen in Duisburg
von Ernst Käbisch

Also die Halbmillionenstadt Duisburg hat viele Gesichter. So ist sie nicht nur eine der letzten Montanindustrie-Städte im Ruhrgebiet. Darauf lässt sie sich nicht reduzieren. Denn es gibt in Duisburg nicht nur die beiden großen Hütten. Außerdem sind da die 2 noch aktiven Kokereien. Weiter existieren auch große Waldgebiete und Seen. Und das ist besonders im Süden der Stadt so. Das Stadtzentrum um den König-Heinrich-Platz ist kompakt. Und der Innenhafen ist beschaulich. Ganz Duisburg ist voller interessanter Dinge.

Im Zentrum von Duisburg  war ich zuletzt lange nicht mehr. Weil von der Nachbarstadt Ratingen aus ist es etwas umständlich zu erreichen. Man muss dazu über Düsseldorf jahren. Jedenfalls wenn man kein Auto hat, ist das so. Dabei dauert die Fahrt vom Flughafenbahnhof nur 7 Minuten mit einem Regionalzug. Und 14 Minuten dauert die Fahrt mit einer S-Bahn.

Zeche Neu-Duisburg

Wo ich jetzt schon hier am Hauptbahnhof bin, gehe ich als erstes mal zum Ostausgang. Gleich in der Nähe förderte die Zeche Neu-Duisburg im 19. Jahrhundert ein paar Jahrzehnte Steinkohle. Das war die südlichste Duisburger Zeche. Weiter verläuft hier die Grenze von der Karbonschicht. Aber natürlich gibt es keine Zechenrelikte mehr. Es gibt auch keine Hinweistafel. Duisburg ist eben schon voll mit industriegeschichtlich Bedeutsamem. Ca. 200 Meter vom Hauptbahnhof entfernt ist die Ecke Kettenstraße/Memelstraße. Hier im Bezirk Neudorf stehen meistens ganz normale Wohnhäuser. Einst war da aber die Zeche Neu-Duisburg.

Am Innenhafen von Duisburg

Schon öfter war ich abends in Duisburg. So habe ich eine eindrucksvolle und spektakuläre Beleuchtung des Duisburger Innenhafens in Erinnerung. Heute ist kaum etwas von dem so interessanten Ambiente hier besonders beleuchtet. Nur am WDR-Gebäude ist ein spärliches Lichtspiel zu sehen.  Weiter spiegelt sich das reizvoll im Hafenbecken. Trotzdem ist das schon etwas enttäuschend. Denn ich bin wegen der Lichtspiele hierhingefahren. Ich wollte das dann fotografieren.

Immerhin ist Duisburg nachts nicht ganz ärmlich beleuchtet. So wie ich das in Bottrop erlebt habe. Dort war ich vor ein paar Tagen am Tetraeder. Und ich war schon sehr erstaunt über die kärgliche Notbeleuchtung. Denn sowohl die Halde mit dem Tetraeder als auch die ganze Stadt war stockdunkel. Allerdings war das schon an einem Montagabend. Aber auch das finanzklamme Duisburg scheint ja sparen zu müssen. Besonders an der Straßenbeleuchtung. Mit der ungleich reicheren Nachbarstadt Düsseldorf kann sich Duisburg jedenfalls nicht messen.

Natürlich ist Duisburg aber schon eine ganz spannende Stadt. Überall auf Schritt und Tritt gibt es Interessantes zu sehen. Gerade hier an dem wunderbar restaurierten Innenhafen ist das so. So ankern zahlreiche Yachten und Ausflugsboote im Hafenbecken.  Außerdem sind hier Reste von Krananlagen und Schienenreste der Hafenbahn. Dazu stehen moderne passend zum Übrigen gebaute Neubauten am Hafenkai. Weiter sind auch die geschwungenen WDR-Bauten interessant. Das vollkommen fensterlose Landesarchiv NRW erscheint mir wie ein Schildbürgerstreich.

Und auch das barocke Rathaus ist interessant. Die Salvatorkirche hat immer noch den zum Gedenken an den 2ten Weltkrieg geschwärzten Turm. Schon die interessanten Brunnen mit Fischmotiven in der Fußgängerzone sind Blickfänge. Das ist einer Halbmillionengroßstadt mit dem größten Binnenhafen Europas schon würdig.

Der Livesaverbrunnen am König-Heinrich-Platz

Und auf dem König-Heinrich-Platz mitten in der urgemütlichen Fußgängerzone von Duisburg zentral auf der „Kö“ steht eins der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. Das ist also der phantasievolle Livesaverbrunnen der französischen Künstler Niki de St.Phalle und Jean Tinguely. So ein großer bunter Vogel erfreut hier die Menschen.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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