Naturschutzgebiet Quellenhang in der Lintorfer Mark

Waldstück im Druchter Wald mit Nadelbäumen.
Waldstück im Druchter Wald mit Nadelbäumen.

Druchter Wald, ehemaliges bzw. geplantes Lager Lintorf 2, Maria in der Drucht, ehemalige Lintorfer Bleierzzechen, ehemalige Kalkwerke Lintorf – das Waldstück nördlich von Ratingen-Lintorf hat viele Namen. So war da früher richtig viel los. Und dass es auch ein Naturschutzgebiet ist, war mir zwar schon klar. Also daß ein Teil davon Quellenhang in der Lintorfer Mark genannt wird, bemerke ich erst jetzt vor einer Infotafel der Stadt Mülheim.

Schon habe ich die Infotafel der Stadt Mülheim, die am Waldrand am Hülgrather Weg genau die Stadtgrenze Ratingen-Mülheim an der Ruhr markiert, oft gesehen. Dann aber war ich bisher immer nur fasziniert davon, daß ausgerechnet die sonst nicht mehr am Bergbau interessierten Mülheimer hier über das ehemalige Bleibergwerk in der Lintorfer Mark auf Mülheimer Gebiet informieren.

Naturschutzgebiet Quellenhang in der Lintorfer Mark

Denn die Mülheimer reden aus welchen Gründen auch immer nicht gerne über ihre ehemaligen Steinkohlebergwerke. Und an der Kölner Straße in Mülheim-Selbeck bei dem Bleibergwerk Neu-Diepenbrock III wird auch nicht über den ehemaligen Bergwerkbetrieb informiert. Obwohl da ist das Zechengelände noch mit zahlreichen Relikten vorhanden. Und sogar eine Halde existiert da und auch ein großes ehemaliges Heim für die Bergleute ist gut erhalten. Und selbst im Zentrum von dem kleinen Dorf Selbeck kann man sich mit etwas Phantasie vorstellen, wie da früher einmal das Leben verlief, wo noch in der Zeche gearbeitet wurde. Immerhin stehen einige der alten Gebäude um die Kirche von 1894 noch da herum wie einst.

Dann hier an der Stadtgrenze zu Ratingen  kann man im dichten Wald gar nicht glauben, nun in der Ruhrgebietsgroßstadt Mülheim zu sein. Also hier finde ich Infos über das ehemalige eigentlich längst vergessene Bergwerk Diepenbrock.

Das ehemalige Maschinenhaus von Schacht Loman

Dann informieren die Mülheimer auch über das Naturschutzgebiet und das ist auch interessant genug. Denn zum Teil wirkt das Waldgebiet hier wo mal keine Bäume stehen wie eine karge Heidelandschaft. Oder man könnte es ein Moor nennen mit den kleinen schwarzen Teichen dazwischen. Und es wird ja auch auf der Infotafel darauf eingegangen, daß Nadelbäume auf dem nicht so nährstoffreichen Boden eher weniger wachsen. So entziehen sie dann dem Boden noch weitere Nährstoffe.

Und umso erstaunlicher ist, wie gut der Wald wächst, wo einst die Zeche war. Und der Boden müsste zumindest da, wo die Halden sind doch voll mit Resten von hier gefördertem Blei, Zink und Kupfer, also starken Umweltgiften sein. Ein einziges bis 1967 sogar noch bewohntes ehemaliges Maschinenhaus ist noch an wenigen Resten wie einem gemauerten Fensterbogen im Waldboden zu erahnen. Außerdem sind die Schachtanlagen und Halden weitgehend dicht mit Wald bewachsen. Und die Reiter, die heute an einem feuchtkalten Wintertag hier auf ihren Pferden auf den matschigen Waldwegen entlang reiten, ahnen wohl kaum etwas von der einstigen industriellen Nutzung dieses Gebiets.

Duisburger Teil des Quellenhangs

Industriell genutzt wurde das Gebiet weiter westlich im Duisburger Teil dieses Waldgebiets ja auch von den Lintorfer Kalkwerken. Jahrhundertelang Kalk brachen die hier Kalk in einem Steinbruch und brannten den in zwei Kalköfen an der Bissingheimer Straße. Von einem der Öfen sind noch gemauerte Reste im Waldboden erkennbar. Bemooste Backsteine liegen massenhaft herum, eigentlich wäre das hier ein Fall für Ärchäologen oder Hobbyarchäologen. Vielleicht könnten die diesen Kalkofen noch rekonstruieren.

In jedem Fall ist dieses Gebiet in der Lintorfer Mark, also der sogenannte Quellenhang nachwievor interessant und steckt immer noch voller Rätsel auch für mich. Was ist das z.B. für ein eigenartiger Backsteinturm auf dem Gelände von Maria in der Drucht? Den sehe ich heute zwischen den inzwischen winterlich entlaubten Bäumen zum ersten Mal. Das sieht wie der andere weißgetünchte Turm am Weg „In der Drucht“ auch aus wie ein früherer Glockenturm von einer Kirche?

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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