Niederlage der Handball-D2-Jugend beim ART Düsseldorf

Die siegreichen Angermunder gehen, die Ratinger kommen.
Die siegreichen Angermunder gehen, die Ratinger kommen.

Heute fängt sich die D2-Jugend-Handballmannschaft des TV Ratingen mal wieder eine deftige Klatsche. Und zwar hat sie ein Auswärtsspiel beim schon ziemlich professionell wirkenden Verein ART Düsseldorf in Düsseldorf-Rath.

Zu diesem Auswärtsspiel können wir mit der Straßenbahn 712 fahren. Am „Honigheim“ am Rather Broich steigen wir aus. Und dann ist es vielleicht einen Kilometer, den wir zu Fuß gehen müssen. Wir sind zu früh da und müssen uns noch etwas im Nieselregen draußen herumdrücken.

Wir gucken dann doch besser beim gerade beginnenden Spiel der E-Jugendmannschaften vom ART und vom TV Angermund zu, als draussen im Regen zu stehen. Die Halle vom ART Düsseldorf hier in der Rückertstraße im Bezirk Rath wirkt größer und professioneller als die Halle in Ratingen oder die Hallen in Neuss. Die Zuschauertribüne ist besser mit dem Spielfeld verbunden. Der TV Angermund aus einem nördlichen Vorort von Düsseldorf wird von einem korpulenten, amüsant wirkenden Trainer, der sehr sympathisch zu sein scheint, lautstark gecoacht. Erfolgreich ist er heute ausserdem. Denn sein Team spielt die Heimmannschaft vom ART glatt an die Wand. 18:8 ist das Endergebnis.

ART Düsseldorf ist das Bayern München der Liga?

Inzwischen sind die anderen Spieler, Eltern und die Trainer von der Ratinger D2-Jugend eingetroffen. Auch vom Gegner kennen wir einige Spieler, die unzufrieden waren, in der letzten Saison oft haushoch mit der TV-Mannschaft ihre Ligaspiele zu verlieren. Jetzt beim ART werden sie angeblich viel besser betreut und entwickeln sich besser. In der Sitzreihe hinter mir sitzen zwei dieser Väter, deren Kinder früher beim TV Ratingen waren. Und jetzt spielen die beim ART Düsseldorf in der D-Jugend. Mir geht es allmählich etwas auf den Wecker, wie überheblich die reden, so als ob der ART das Bayern München der Liga wäre. Und dass er den anderen Vereinen immer die besten Spieler wegschnappt. Na ja, wenn es um das eigene Kind geht, gibt man ja offenbar immer gerne etwas an.

Aber allmählich reichts mir mit dieser Angeberei dieser Väter. Alle Spieler der gegnerischen Mannschaft werden nun von ihnen daraufhin abgeklopft, wie mannschaftstauglich sie spielen. Dann ist das längst laufende Spiel leider wieder ein Rückfall in alte Zeiten ist und sehr einseitig abläuft, sind die Kommentare eindeutig und fast schon etwas abfällig. Es geht doch wohl zu weit, wenn diese Kindseltern dem einen Kind der einstigen Mannschaft ihrer Filii bescheinigen, zu dick zu sein und dem anderen, zu zurückhaltend zu sein (traut sich nicht) und damit die ganze Mannschaft zu bremsen. Das ist doch bloss, um das eigene Kind ins bessere Licht stellen zu können, was bei selbstverständlich größerem Talent als die besprochenen Kinder in einem erfolgreicheren Verein sich nun endlich ungebremst und vielversprechend weiterentwickelt.

Das Spiel ist zum Abhaken.

Dieses leidige Gespräch verfolge ich widerwillig und etwas entnervt  während eines Spiels, was mal nach längerer Zeit wieder für die Ratinger Mannschaft zu einem Desaster wird und zum Abhaken ist und überhaupt keinen Spaß beim Zugucken bereitet. Der eigentliche Trainer der Ratinger ist heute in Erkrath beim zeitgleich stattfindenden Spiel der ersten D-Jugendmannschaft und der Trainer, der die Mannschaft heute ausnahmsweise coacht, kennt die Eigenarten der Spieler nicht so gut und stellt die Mannschaft nicht wie die Spieler es gewohnt sind auf. Ausserdem schreit er die Kinder an, erzählt mir Tim anschliessend, was ihn weiter demotiviert. Und so geht die Mannschaft aus Ratingen heute gnadenlos in der Landeshauptstadt unter und erzielt selber nur 9 Tore, während der Gegner mehr als dreimal soviel Tore erzielt. Abhaken, vergessen, es gibt immer mal solche Tage. Ausserdem lernt man manchmal mehr durch Niederlagen als durch Siege.

Die Vorrunde ist jetzt zu Ende. Demnächst kommen wieder leichtere Gegner.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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