PanoramaRadweg an der Stadtgrenze von Ratingen

Viadukt vom PanoramaRadweg an der Ruhrstraße in Heiligenhaus
Viadukt vom PanoramaRadweg an der Ruhrstraße in Heiligenhaus

von Ernst Käbisch

Obwohl der PanoramaRadweg auf der Trasse der ehemaligen Niederbergbahn an keiner Stelle über Ratinger Stadtgebiet führt, kann man von einigen Wohnhäusern in Ratingen-Hösel auf den Radweg gucken. Gerade bei diesen Häusern ist die Grenze der Städte Ratingen, Heiligenhaus und Essen. Und noch eine interessantere Grenze ist genau hier, nämlich die des Flözleeren zu den reichhaltigen Flözen der Karbonschicht im Ruhrgebiet.

Dafür muss ich ja nur bis Hösel fahren, um hier auf den PanoramaRadweg zu kommen. Schon im Vogelviertel nach dem Finkenweg und dem Vogelsangweg geht es steil bergab ins Ruhrtal. Das ist hier eine urige Landschaft, die fast alpin wirkt mit Bergwiesen und kleinen Bauernhöfen. Dann ist links dieser kleine jüdische Friedhof schon auf Heiligenhauser Stadtgebiet. Und wie sein Pendant in der Nähe von Schloss Landsberg in Ratingen am Blomericher Weg ist dieser Friedhof uralt. Aber er ist sehr gut erhalten. Denn deutlich kann man auf den Grabsteinen die Inschriften lesen bzw. die auch hebräischen Inschriften erkennen. Weiter ist auf den Steinen wie bei dem Ratinger Friedhof der Bezug zur ehemaligen jüdischen Gemeinde Kettwig vor der Brücke herauszulesen.

Und rechts von mir ist bereits seit einiger Zeit der PanoramaRadweg deutlich zu sehen. Heute fahre ich aber nicht auf ihn drauf. Denn ich kenne ja bereits dieses letzte Teilstück von Heiligenhaus nach Essen-Kettwig, wo er zweimal auf einem prächtigen Viadukt die Ruhrstraße überquert.

Ehemaliges Gasthaus „zur Quelle“ am PanoramaRadweg

Eben zu dieser Ruhrstraße fahre ich nun hinab zu dem alten roten Haus, wo der verwitterte Schriftzug „Zur Quelle“ deutlich sichtbar auch von der hier vorbeiführenden S-Bahnlinie von Essen nach Köln ist. Das ehemalige Gasthaus steht direkt an der Ruhrstraße. Und hier ist noch Heiligenhaus. Dann fahre ich die Ruhrstraße noch ein Stück bergauf und unter dem eindrucksvollen Viadukt der Niederbergbahn hindurch. Und rechts am Straßenrand ist nun dieses interessante gemauerte Stück, was mir Andre letztens gezeigt hatte.

Und das sieht ganz so aus wie ein zugemauertes Stollenmundloch, wie ich so viele im nahen Ruhrgebiet schon gesehen habe. Schon ist es eigentlich unlogisch, dass gerade hier so ein Stollen entlangführen soll, wo es ja in Richtung Ratingen geht. Denn Ratingen liegt eindeutig im Flözfreien. Obwohl schon im benachbarten Essen-Kettwig waren zum Teil bedeutende Steinkohlezechen. So waren auch ganz hier in der Nähe auf der Laupendahler Höhe die Zechen Werner und Emilie. Und die waren sogar noch nach der Zeit des zweiten Weltkriegs aktiv. Denn Dokumente über die Arbeit dieser Zechen habe ich im Landesarchiv Duisburg gesehen.

Unterhalb vom PanoramaRadweg ist ein Stollenmundloch?

Also untersuche ich das „Stollenmundloch“.? Immerhin sieht dieses von Efeu überwucherte Ding am Fuß des Hügels alt aus und ist aus roten Backsteinen gemauert. Weiter ist es gewölbt wie ein Stollen und hier scheint es in den Berg hineinzugehen. Und an einer Stelle im Gemauerten ist ein Loch, wo man aber nicht viel sieht beim Hineingucken. Also mehr als Spekulation darüber, dass das hier ein Bergbaurelikt sein könnte, finde ich nicht heraus. Denn weitere Spuren sind auch in der Umgebung nicht zu sehen. Obwohl da aber auch Nichts ist, was auf eine andere Funktion dieser Mauer hinweist. Schon wäre so ein Bergbaurelikt an dieser Stelle eigenartig. Denn das hiesse ja, dass der Stollen auch in Ratinger Stadtgebiet hineinführt. Und in Ratingen gab es doch keine Steinkohlezechen. Jedenfalls ist von den letzten Jahrhunderten Nichts davon dokumentiert.

Dann für den Rückweg ist mir die Ruhrstraße ohne Radweg nebenan viel zu gefährlich bergauf zu fahren. Und der Weg, den ich vorhin von Hösel fuhr, ist mir viel zu steil. So fahre ich nach Kettwig vor der Brücke hinein. Und am Schloss Landsberg vorbei geht es dann wieder den Esel (Essener Straße) hoch nach Ratingen. Dann am Straßenschild Ruhrhöhenweg habe ich die Steigung weitgehend geschafft. Und hier bin ich ganz sicher im Flözfreien.

Zuerst eins der Bilder anklicken. Dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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