PanoramaRadweg: Von Wülfrath nach Velbert

Der PanoramaRadweg führt am Kalkwerk Wülfrath vorbei.
Der PanoramaRadweg führt am Kalkwerk Wülfrath vorbei.

von Ernst Käbisch

Das Teilstück Essen-Kettwig bis Velbert-Mitte auf dem PanoramaRadweg ist großartig und sehr empfehlenswert für Radfahrer. Auch in Wülfrath ist dieser Radweg auf der Trasse der ehemaligen Niederbergbahn angenehm mit dem Fahrrad zu befahren. Gewöhnungsbedürftig um nicht zu sagen ziemlich stressig ist aber das Teilstück von der Stadtgrenze von Wülfrath zu Velbert bis in die Velberter City hinein, weil dort der Weg mehrmals unterbrochen ist und die Weiterfahrt nicht ausgeschildert wird.

Eigentlich will ich von Wülfrath aus in Richtung Haan und Wuppertal/Solingen auf dem PanoramaRadweg fahren. Aber es wird schwül und die Wolken ballen sich wieder zusammen. Ab Mittag sind ja erneute Starkregen angesagt. Ich bin aber nun schon einmal hier in Ratingens kleiner Nachbarstadt, wo ja neben den Kalkwerken auch eine Auffahrt auf diese mir bisher so angenehm vorkommende Radstrecke führt.

Über Mettmann und Wülfrath nach Velbert

Immerhin bin ich heute ab Ratingen bis Wülfrath bereits ca. 8 Kilometer auf der Landstraße über Ratingen-Homberg und Mettmann-Obschwarzbach unterwegs. Hier in diesem Mettmanner Ortsteil und in Wülfrath war einst die längst vergessene und keine Spuren ausser einer Fortunastraße in Wülfrath hinterlassene Bleigrube FORTUNA. Spontan entscheide ich mich nun angesichts der Wetterlage um. Und ich beschliesse aber, statt sofort wieder zurück zu fahren, den PanoramaRadweg von hier über Velbert und Heiligenhaus zu erkunden. Zuletzt liess sich doch die Strecke von Heiligenhaus bis zur Grube EISENBERG in Velbert-Birth so prima fahren. In Wülfrath komme ich nun erst einmal vorbei an den laut hörbar derzeit arbeitenden Kalkwerken. Direkt neben dem aktiven Steinbruch Silberberg ist eine Auffahrt auf den PanoramaRadweg. Darauf komme ich nun am stillgelegten Bochumer Bruch mit dem Zeittunnel und am ebenfalls stillgelegten Steinbruch Schlupkothen vorbei. Hier führt mich der Weg nun ein bisschen mühsam bergauf.

Aber nachdem ich die Stadtgrenze zu Velbert passiert habe, hören die Annehmlichkeiten dieses Radwegs auf der alten Eisenbahntrasse der Niederbergbahn ganz auf. An 2 Stellen unterbricht eine Autostrasse mit Resten von Gleisen den Radweg. Die Autos haben hier Vorfahrt. Immerhin geht auf der anderen Seite der Autostrasse der Radweg noch weiter.

Die Teilstrecke von Wülfrath nach Velbert

Plötzlich endet der Weg ganz und in Velbert-Tönisheide bin ich nun mitten auf einer stark von Autos befahrenen Strasse ohne Radweg an der Seite. Und ich muss nun ein längeres Stück durch dichten großstädtischen Autoverkehr fahren. Auch hier beginnt zwar an einer Stelle der Radweg plötzlich wieder, um dann vor Velbert-Mitte aber gänzlich zu enden. Hier muss ich mich nun über viele Kilometer durch diese Fastgroßstadt im dichten Autoverkehr durchquälen. Und auch hier gibt es nicht einmal einen schmalen Streifen für Radfahrer am Rand der Straße.

Nirgendwo ist auch ein Hinweis, wo ich hier wieder auf den PanoramaRadweg komme. Und ich kenne mich in Velbert nicht so gut aus, um zu wissen, wie ich z.B. von hier bis nach Velbert-Birth komme. Dort ist ja auch eine Auffahrt auf den PanoramaRadweg. Unversehens bin ich jetzt sogar schon bis nach Heiligenhaus-Hetterscheidt gelangt. Hier an der Stadtgrenze wird das Verkehrschaos um die Baustelle eines Autobahnneubaus schier unglaublich.

Zwischen Velbert und Heiligenhaus

Wo jetzt die Autobahn entlangführt, gab es einstmals die Grube FERDINANDE, von der sogar noch in der Velberter Wohnsiedlung Obere Flandersbach ein altes Verwaltungsgebäude von 1888 existiert.  Auch durch einen Bergschaden in der Heiligenhauser Humboldtstraße war vor ein paar Jahren in einer Zeitung zu dieser alten Zeche zu lesen. Für mich als Radfahrer wird die Weiterfahrt hier in dem Baustellenchaos jetzt sogar gefährlich. Eine Fahrspur der starkbefahrenen Autostraße endet plötzlich und wird selber zur Baustelle. Bagger und Dampfwalzen blockieren diese ganze Fahrspur und der viele Verkehr auch mit schweren LKWs muss wie ich über eine einzige Fahrspur fahren. Da reicht es mir und ich muss das Rad nun sogar zeitweise auf einem Bürgersteig schieben.

Erst im Zentrum von Heiligenhaus finde ich wieder eine Auffahrt auf den PanoramaRadweg. Und so habe ich da noch ein paar Kilometer angenehmer Fahrt auf ebener Strecke ohne Autos, bis ich den Weg wieder verlassen muss.  Nun kann ich gemächlich auf Abfahrten – und das einigermassen komfortabel auf Radwegen neben der Autostrasse – nach Ratingen fahren.

Das Velberter Stück vom PanoramaRadweg kann ich keinesfalls empfehlen mit den sogar gefährlichen Unterbrechungen im dichten Autoverkehr ohne Radstreifen. Das ist Stress pur bzw. eigentlich nur mit Schieben des Rads auf Bürgersteigen machbar. Empfehlenswert ist nur die ganze Strecke Essen-Kettwig bis Velbert-Mitte und auch das Wülfrather Teilstück, was ich bis jetzt kenne, ist in Ordnung. Die Etappe von Wülfrath nach Haan kenne ich noch gar nicht.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here