Papenburg – Seehafenstadt und Stadt der Kanäle

Kanal an der Straße von Papenburg nach Surwold
Kanal an der Straße von Papenburg nach Surwold

von Ernst Käbisch

Schon bin ich überrascht, dass Papenburg Seehafenstadt ist. Denn die Nordsee ist hier doch noch weit weg. Aber hier ist z.B. die Meyer-Werft, die Kreuzfahrtschiffe baut. Und immer, wenn so ein Schiffsgigant fertig ist, wird die Ems zwischen Papenburg und Emden gestaut. So kann das große Schiff bis zum Meer fahren. Außerdem gibt es in Papenburg wie in einer niederländischen Stadt ein weitverzweigtes System an Wasserkanälen. Dafür nennen manche die Stadt auch Venedig des Nordens.

Yachthafen an der alten Werft
Yachthafen an der alten Werft

Also auch wenn mir die Umgebung von Papenburg von früher etwas vertraut ist, kenne ich die Stadt selber eigentlich überhaupt nicht. Und ich bin ganz überrascht zu lesen, dass es ja die südlichste Seehafenstadt Deutschlands ist. Schon weiß ich von der Papenburger Meyer-Werft. Hier baut man riesige Kreuzfahrtschiffe. Und wenn so ein Schiff fertig ist, muss die Ems gestaut werden, dass das Schiff bis zum Meer bei Emden fahren kann.

Auch morgen ist es wieder soweit, dass so ein gigantisch großes Schiff zu Stapel gelassen wird. Und mit Karlheinz fahren wir zwar mal bei den gigantisch großen Werkshallen der Werft herum. Aber wir sehen hier nur die schon abgesperrten Parkplätze für all die Besucher morgen. Und wir erfahren, dass der NDR da sein wird und dass man für dieses Event Karten haben muss. Dann müssen wir das doch nicht sehen.

Die alte Werft in Papenburg

Speicher und Hafenkran an der alten Werft
Speicher und Hafenkran an der alten Werft

Aber es gibt ja auch noch die alte Werft in Papenburg. Und die hat mit eindrucksvollen Kränen und Reedereigebäuden und Yachthafen an mehreren Kanälen so einiges zu bieten. So scheint hier ein quirliges Kulturzentrum zu sein. Und es gibt Einkaufsmöglichkeiten und ein Touristenbüro. Also diese Stadt sollte man sich unbedingt mal etwas genauer angucken. Immerhin war ich heute mit einem früheren Zug angekommen. Dann bin ich zu Fuß etwas im alten Hafenviertel herumgegangen. Das ist direkt anschliessend an den kleinen Bahnhof der Stadt. Und zur verabredeten Zeit bei Ankunft des nächsten Zuges habe ich dort Ausschau gehalten nach meinen Verwandten in einem silbernen Auto.

Dann wo wir gemächlich aus der beschaulichen Stadt herausfahren, kommen wir an einer weiteren Besonderheit der Stadt vorbei. So ist Papenburg wie eine holländische Stadt von einem Netz von Kanälen durchzogen, die das Moor hier entwässern sollten. Denn auch hier wurde an vielen Orten der Region wie in Börgermoor Torf gestochen und die Moore allmählich zu festem Land kultiviert.

Ein Kanal verläuft vom Stadtzentrum bis zum Nachbarort Surwold

Einer dieser Kanäle zieht sich endlos lang vom Stadtzentrum von Papenburg bis in den Nachbarort Surwold hinein. Zu beiden Seiten des Kanals stehen Wohnhäuser und verlaufen Straßen. Also ich bin hier sehr an Orte in den Niederlanden erinnert. Und tatsächlich sind die Niederlande hier ja auch ganz nah. Denn es sind nur etwa 15 Kilometer bis zur Staatsgrenze.

holl. Schiff auf dem Küstenkanal
holl. Schiff auf dem Küstenkanal

Aber wir fahren jetzt vom Ortszentrum von Surwold linksab auf die ins Landesinnere führende starkbefahrene Küstenkanalstraße. Und wie der Name sagt, führt die Küstenkanalstraße an dem breitesten all dieser Papenburger Kanäle schier endlos weit am Küstenkanal entlang. Wenn man hier am Ufer entlang geht und die vorbeifahrenden Schiffe beobachtet, wird man feststellen, dass das fast alles holländische Schiffe sind. Aber das ist auch nicht anders wie am Rhein bei Düsseldorf.

Text / Fotos: Ernst Käbisch

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