Per Pedes von Oberhausen nach Mülheim an der Ruhr

Wasserturm "Aquarius"
von Ernst Käbisch

Von der Zeche Alstaden in Oberhausen ist kaum etwas übrig geblieben. Und die Halde der Zeche Alstaden musste sogar ganz abgetragen werden, weil sich die unsachgemäß aufgehäufte Restkohle selbst entzündete. Und an deren Stelle ist jetzt der Ruhrpark. Dann im Ruhrpark stehen noch ein paar Erinnerungen an die Zeche. So ist da eine Seilscheibe eines Förderturms und eine Lore mit  Gedenktafeln. Und an den Ruhrpark schliesst sich die Auenlandschaft „Ruhraue“ an, die sich weitläufig bis nach Duisburg und nach Mülheim an der Ruhr erstreckt.

Und nur noch ein umzäuntes Zechenhaus ist von der Schachtanlage 1 der Zeche Alstaden im Süden von Oberhausen übriggeblieben. Der Bus SB90 fährt ab dem Oberhausen HBF direkt dorthin bis zur Endstation „Ruhrpark“. So viel sehe ich ja nicht durch den Zaun an der Haldenstraße/Ecke Solbadstraße. Schon sieht das dort stehende Zechengebäude aber wie das ehemalige Maschinenhaus der Zeche Rudolph in Essener Oefter Wald wie eine Ruine aus. Gerade ist aber jemand auf dem Zechengelände und räumt etwas in ein Auto oder aus dem Auto heraus.

Der Ruhrpark in Oberhausen und Mülheim

So eine an den einstigen Zechenbetrieb erinnernde  Seilscheibe und eine Lore  habe ich schon bei einem früheren Besuch im Ruhrpark gesehen. Denn der Ruhrpark ist an der Stelle, wo die dann wegen Selbstentzündung der Restkohle abgetragene Halde der Zeche Alstaden war. Und einmal war ich vom Ruhrpark aus über die beeindruckend weitläufige Ruhraue bis nach Duisburg gegangen. Gerade wenn man bedenkt, dass das Ruhrgebiet ja praktisch eine Metropole (die Metropole RUHR) ist, kommt es es einem hier sehr unwirklich vor.

Denn der Ruhrpark und besonders die Ruhrauen sind eine riesige zusammenhängende Grünfläche. Und das ist zwischen den Industriegroßstädten Oberhausen, Mülheim und Duisburg. Außerdem ist es sicher größer als z.B. der Central Park in New York. Denn unterhalb und zwischen Autobahnstrecken um das Kreuz Duisburg-Kaiserberg und Eisenbahnstrecken ist ein zum Teil sich selbst überlassenes grünes Biotop an mehreren Ruhrarmen entstanden. So gibt es auch große Weideflächen auf der Ruhraue, wo Pferde, Rinder und Schafe weiden und es werden auch Felder bestellt.

Schloss Styrum und das Wassermuseum Aquarius

Aber heute will ich nicht bis Duisburg, sondern nach Mülheim. Dazu gehe ich links in die Solbadstraße. Und dann ist vor mir doch eine bewaldete allerdings ziemlich flache Halde, die Solbadhalde. Dann gehe ich ein Stück in den Wald hinein und komme dann an die Rückseite der umzäunten Schachtanlage 1 der Zeche Alstaden. Aber viel mehr als von der Straße aus sehe ich auch von hier nicht. Nur ein kurzes Stück weiter auf der Solbadstraße ist die Stadtgrenze zu Mülheim und die Straße heisst nun Friesenstraße. In einem Vorgarten einer Wohnsiedlung steht hier die Lore einer Steinkohlenzeche. Vermutlich ist sie ja von der Zeche Alstaden. Das ist erstaunlich, weil Mülheim als erste Ruhrgebietsstadt bergarbeiterfrei war und es in dieser Stadt kaum noch an den Bergbau erinnernde Spuren  gibt.

Ein Stück weiter muss ich rechtsab in einen Park und bin dann bei Schloss Styrum und dem ehemaligen Wasserturm, wo jetzt das Wassermuseum Aquarius untergebracht ist und was ein Ankerpunkt der Route der Industriekultur ist. Über einen schmalen Feldweg komme ich endlich an die Ruhr und muss gleich über eine schmale Brücke auf die andere Ruhrseite, weil diesseits der Ruhr ein großes Gewerbegebiet am Fluss ist.

Schloss Broich, die Stadthalle

Nach etwa einem Kilometer habe ich ein weiteres Schloss erreicht, das uralte Schloss Broich. Unterhalb dieses Schlosses ist ein eindrucksvoller alter Bau mit Arkadengängen, die Stadthalle. Hier ist eine weitere Ruhrbrücke und darauf überquere ich den Fluss erneut, um in die Stadtmitte zu kommen, wo auch der Mülheimer Hauptbahnhof ist.

Einfach auf eins der Vorschaubilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here