Post van Holland – De Mijnstreek

Infos zur Mijnstreek in de post van holland
Infos zur Mijnstreek in de post van holland

von Ernst Käbisch

De Mijnstreek war ein Bergbaurevier im Süden der Provinz Limburg in den Niederlanden. Anders als in Deutschland mussten die niederländischen Steinkohlezechen bereits zu Beginn der Kohlekrise innerhalb einer Dekade schliessen. Ein kurzer Artikel in der Zeitschrift „de post van holland“ behandelt dieses Thema.

Schachtanlage der Zeche Oranje Nassau in Heerlen
Schachtanlage der Zeche Oranje Nassau in Heerlen

Immerhin finde ich doch etwas zum Thema Bergbau in dem Stapel alter Zeitschriften „de post van holland“. Und nicht einmal das hätte ich erwartet. Denn in diesen Heften sind nur wenig redaktionelle Beiträge allgemeiner Art. So gab ja auch ein Verein von Auslandsniederländern in Deutschland „de post van holland“ heraus. Und der setzt sich natürlich ganz für die Interessen der in Deutschland lebenden Niederländer ein.

Aber dann ist da doch in einem der zweisprachigen Hefte ein Artikel mit einem Foto von Prinz Claus. Mit Schutzhelm und kohleschwarzem Gesicht ist er offenbar gerade zu Besuch in einer Grube der niederländischen „Mijnstreek“. Immerhin finde ich ja das. Aber ansonsten steht in dem Artikel eigentlich nur allgemein etwas über den deutschstämmigen Ehemann der früheren niederländischen Königin Beatrix. Eine „Staatsmijn“ in der Mijnstreek heißt nach der Königin Beatrix. Das ist unweit der deutschen Grenze bei Niederkrüchten.

De Mijnstreek in „de post van holland“

Oranje-Nassau-Mijnen
Oranje-Nassau-Mijnen

Also die Staatsmijn Beatrix sollte die größte Steinkohlezeche in den Niederlanden werden. Aber sie wurde erst in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts abgeteuft. Und da begann ja schon die Kohlekrise. Und Holland verhielt sich da anders als Deutschland, wo der  Steinkohlebergbau subventioniert wurde. So wurden nach einem Erlaß des damaligen niederländischen Ministerpräsidenten van Uyl sämtliche Steinkohlebergwerke im niederländischen Südlimburg innerhalb eines Jahrzehnts geschlossen. Auch zu diesem Thema finde ich in „de post van holland“ einen kurzen Artikel.

Denn ich habe mir einen ganzen Stapel dieser Magazine im Haus von Heikes im letzten Jahr verstorbenen Schwiegervater in Ratingen mitnehmen dürfen. Also ganz beiläufig erwähnte sie mal in einem Mail, dass der Vater ihres Schwiegervaters in der „Mijnstreek“ arbeitete.  Die Mijnstreek ist das südlimburgische Steinkohlerevier, wo wie im Ruhrgebiet Kohle gefördert wurde. Es gab eine „oostelijke Mijnstreek“ um Heerlen, Kerkrade, Brunssum, Landgraaf… Und eine „westelijke Mijnstreek“ um die Städte Sittard und Geleen gab es. Dann sollte zusätzlich auch etwas weiter nördlich in der Staatsmijn Beatrix in Roerdalen-Herkenbosch bei Roermond gefördert werden. Aber diese Zeche begann nie zu fördern. Anstelle der Zeche ist heute hier eine interessante Heidelandschaft. Und hier gibt es den sehenswerten Nationaalpark „de Meinweg“. Ich bin da schon zu Fuß von Deutschland aus hingegangen.

Die Euregio Maas-Rhein

Wandbild zum Thema Bergbau in Heerlen
Wandbild zum Thema Bergbau in Heerlen

Also insgesamt waren in niederländisch-Limburg 12 aktive Bergwerke. Und in dem einen davon hatte also der Vater von Heikes Schwiegervater als Bergmann gearbeitet. Schon 3mal habe ich mich in Heerlen, Landgraaf und Kerkrade in der Mijnstreek umgeguckt. So frage ich natürlich, ob ich mal im Haus nach Informationen gucken kann. Denn Heike und ihre Töchter verwalten inzwischen den Nachlaß in Ratingen. Und den einen Tag klappt es mal, dass ich die für einen Tag aus Belgien und Holland angereisten Frauen dort besuchen kann. In aller Ruhe darf ich mich im Keller des Hauses umgucken.

Aber mehr als die beiden kurzen Artikel in „de post van holland“ finde ich  nicht. Immerhin will Heike die nächsten Male im Haus selber nach Infos gucken. Inzwischen weiss sie, dass mich die Arbeit des Vaters vom Schwiegervater in der Mijnstreek interessiert. Sie hält es für gut möglich, dass da noch Dokumente zu auffindbar sind. Immerhin wäre aus der Arbeit des „Opas“ als Bergmann in Holland ja auch das Haus in Ratingen entstanden.

Und der Schwiegervater war ein sehr gründlicher Mensch, der alles Aufhebenswerte aufbewahrte. Also gut fände ich es schon, wenn ich so ein Stück Bergbaugeschichte der Mijnstreek dokumentieren könnte. Denn so persönliche  Informationen sind doch besonders interessant. Und das wäre ja auch ein Teil der Euregio Maas-Rhein. Inzwischen interessieren sich die Menschen für Gemeinsamkeiten in der Region um Aachen, Lüttich und Maastricht. So bewarb sich die Stadt Maastricht mit der Euregio für die Kulturhauptstadt Europas 2018. Und ein Thema der Kulturhauptstadt wäre auch der in den 3 Ländern betriebene Bergbau geworden.

Text / Fotos: Ernst Käbisch

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