Prosper V Schacht 10 in Bottrop-Kirchhellen

Schnatternde Weihnachtsgänse in Kirchhellen
Schnatternde Weihnachtsgänse auf einem Bauernhof in Kirchhellen

Schon hätte ich mit mehr Heidelandschaft und Wald im Norden von Bottrop gerechnet. Und dass es hier so ländlich ist mit zahlreichen Bauernhöfen und viel Vieh und Feldern, ist aber auch angenehm. Gerade hier in diesem Bauernland ist auch Schacht 10 der Zeche Prosper-Haniel, von wo aus man per Seilfahrt das größte Kohleabbaugebiet im Revier erreicht.

Dann am Bahnhof Feldhausen steige ich aus dem Regionalzug nach Borken. Und den Vergnügungspark Schloss Beck direkt neben dem Bahnhof und den Moviepark nebenan lasse ich rechts liegen. Dann gehe ich die Feldhauser Straße nun nur noch geradeaus in Richtung Kirchhellen. Es ist hier ländlich, aber keine ländliche Idylle. Und im Rücken habe ich ein großes Kraftwerk in Gladbeck mit rauchenden Schloten und eine Autobahnstrecke führt quer durch die hier ganz urig wie ein Dorf wirkende Stadt Bottrop. Das also ist die einstmals eigenständige Landgemeinde Kirchhellen-Feldhausen.

Es ist ein über 5 Kilometer langer Fußweg bis Prosper V Schacht 10

Und die Zeche Prosper-Haniel ist hier ja auch noch mit ihrem wichtigsten Abbauschacht, deswegen bin ich ja hier. Und der Weg vom Dorf Feldhausen ins nächste Dorf Kirchhellen zieht sich etliche Kilometer über Viehweiden und Felder. Dann zwischendurch stehen prächtige münsterländische Bauernhöfe am Wegrand. Und an einer Stelle scheuche ich eine aufgeregt schnatternde Schar Weihnachtsgänse auf.

Immerhin ist Kirchhellen etwas größer als Feldhausen. Und hier ist auch eine Bushaltestelle und ich sehe erfreut, daß hier alle halbe Stunde der Bus SB 16 nach Essen fährt. Dann muss ich ja nicht den ganzen Weg zum Bahnhof Feldhausen auch noch zurückgehen.

Das Werk Prosper V Schacht 10

Und von Kirchhellen aus ist es dann noch einmal vielleicht anderthalb Kilometer bis zu Schacht 10 der Zeche Prosper-Haniel. Dazu brauche ich jetzt nur die Holthausener Straße wieder zwischen Feldern und Viehweiden entlanggehen. Allerdings hat diese löchrige schmale Asphaltstraße keinen Fußgängerstreifen und die Wiese am Straßenrand ist nass von Tau.

Dann nach einer Weile sehe ich den Förderturm. Schon eigenartig ist das in Verbindung mit den Bildern einer so bäuerlichen Landschaft. Und aber so ist das eben im Ruhrgebiet. Also eine Schönheit ist dieser Förderturm nicht, aber dafür drehen sich die Seilscheiben und das heißt, dass da gerade gearbeitet wird. Dann am Werkstor ist auch richtig viel Betrieb. Arbeiter kommen und gehen. Zu weit nähern will ich mich dem Betrieb aber auch gar nicht. Und eigentlich gibt es ausser dem Förderturm so viel nicht zu sehen. So gehe ich langsam zurück nach Kirchhellen. Dann beim Bäcker im Dorfzentrum gegenüber der schönen alten Kirche kaufe ich Brötchen, etwas zu trinken und eine Zeitung.

Schacht 9 der Zeche Prosper im Bottroper Bezirk Grafenwald ist nur ein Wetterschacht.

Der Bus SB 16 braucht nämlich eine ganze Stunde, bis er quer durch Bottrop und Essen zum dortigen Hauptbahnhof gelangt. Es ist aber sehr angenehm, nun diese Stadtrundfahrt durch diesen mir noch völlig unbekannten und weitgehend ländlichen Bottroper Norden auch mit großen Waldgebieten mitzumachen. Der Bus fährt dann durch den Bezirk Grafenwald und ganz nahe an dem auch noch aktiven Schacht 9 der Zeche vorbei. Hier steht auch ein Förderturm, den ich wie den Turm von Schacht 10 schon von der Halde Haniel einmal gesehen habe. Wie ich inzwischen weiss, ist Schacht 9 aber wie Schacht Hünxe im vielleicht 10 Kilometer entfernten Nachbarort Hünxe nur ein Wetterschacht der Zeche Prosper-Haniel. Gefördert wird die Kohle der Zeche hauptsächlich im Schacht 10, wo ich vorhin war und das noch bis Ende 2018.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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