Radfahrt zur Zeche BENTHAUSEN in Mettmann

Die Kornfelder bei BENTHAUSEN sind bestellt, der Raps wird gelb.
Die Kornfelder bei BENTHAUSEN sind bestellt, der Raps wird gelb.
von Ernst Käbisch

Daß auch in Mettmann-Metzkausen so nahe an Ratingen die Zeche BENTHAUSEN aktiv (von 1889-1903) war, wissen wohl die wenigsten. Dabei sind einige Zechengebäude erhalten. Und vor der alten Kantine steht noch ein uraltes Stück Zechenmauer. Dann auch das verwilderte ehemalige Schachtgelände mit Relikten von Hauptschacht und Nebenschacht finde ich. Und ein massiver Zaun steht um das Gelände.

Schon überraschend ist bei der ein oder anderen der alten Bleizechen im Kreis Mettmann ja noch einiges von den Zechengebäuden vorhanden. So eigentlich ist das aber kein Wunder, denn die Blütezeit all dieser Zechen war das Ende des 19ten und der Anfang des 20ten Jahrhunderts, wo man baumäßig nicht gekleckert, sondern geklotzt hatte (Belle Epoque).

Trotzdem ist meistens die Geschichte so einer Zeche spurlos aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden. Immerhin handelt es sich ja um Blei und Zink, was da gefördert wurde. Und das sind ja Umweltgifte. Gerade deswegen sollte man aber doch eigentlich wissen, wo diese Orte waren, wo die Erze gefördert wurden. Denn aus dem nahen Ruhrgebiet weiss man doch, wie schnell und wie oft ein Tagesbruch passiert. Und gerade bei alten undokumentierten Bergwerken kann das passieren. Autos, ganze Häuser, Straßen können absacken oder sogar ganz verschwinden.

Zeche BENTHAUSEN in Mettmann-Metzkausen

Also von der Zeche BENTHAUSEN in der Kreisstadt Mettmann habe ich über 50 Jahre lang nichts gewusst. Und als ich dann etwas davon wusste und erstmals dorthin fuhr, habe ich Nichts davon gefunden. Dabei ist gerade von dieser uralten Zeche erstaunlich viel erhalten geblieben, wie ich jetzt beim 2ten Besuch dort bemerke. Und erstaunt bin ich auch, wie nahe diese Zeche an der Stadt Ratingen liegt. Denn die erste Spur von Zeche BENTHAUSEN ist die Busstation Benthausen an der Homberger Straße in Mettmann-Metzkausen. Und schräg gegenüber der Straße steht das Ortseingangsschild von Ratingen-Homberg. Dann kurz hinter der Stadtgrenze sind auch schon die ersten erhaltenen Zechengebäude, zwei nüchtern aussehende und völlig umgebaute ehemalige Beamtenwohnhäuser. Hier wäre ich ohne den Hinweis der Webseite metzkausen.de aber niemals darauf gekommen, daß das Zechenhäuser sind.

Die ehemalige Schachtanlage von Zeche BENTHAUSEN

Vielleicht 200 Meter die Straße bergab sind weitere Zechengebäude erhalten. Hier ist die Sache schon klarer. Auch diese ehemaligen Schlafräume und die Kantine der Bergarbeiter sind umgebaut und top erhalten, aber man bekommt eine Ahnung von einstigem Zechengebäude, zumal davor an der Straße noch ein großes Stück Zechenmauer erhalten geblieben ist. Und das große Gebäude ist auch ein schönes massives Haus eben aus der Zeit der Belle Epoche.

Zwischen diesen Zechenhäusern ist auch noch die umzäunte und völlig verwilderte ehemalige Schachtanlage mit dem Hauptschacht und dem Nebenschacht erhalten geblieben und wie bei anderen Bleigruben lässt man dieses Gelände offenbar völlig unberührt wegen der Umweltgifte, die dort befürchtet werden. Reste von uralten Backsteinmauern im umzäunten Areal erhärten meinen Verdacht, daß hier die Schächte waren.

Bauernhof Gut Benthausen

Eine schmale asphaltierte Straße namens Benthausen geht rechts von der Homberger Straße ab und führt durch den uralten Bauernhof Gut Benthausen, der wohl als Namensgeber mittendrin in all dem Zechenbetrieb stand und wo es auch einen Versuchsschacht gegeben haben soll. An einem Hügel noch auf dem Bauernhofsgelände entdecke ich ein gemauertes Loch, was durchaus nach Bergwerksanlage aussieht, aber wohl eher irgendein profanes Erdloch ohne Bezug zur Zeche ist.

Dennoch bin ich diesmal sehr beeindruckt von dem Zechenbesuch bei BENTHAUSEN und fahre bei herrlichem Wetter mit dem Rad über Feldwege durch die angenehm hügelige Landschaft zurück, um diesmal die gefährliche starkbefahrene Landstraße ohne Seitenstreifen zu vermeiden. Dabei verfahre ich mich und komme zuerst in Düsseldorf-Hubbelrath aus, wo ich mich nicht auskenne. Erst an der ehemaligen britischen Kaserne kann ich mich wieder orientieren.

 

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Text/Fotos: Ernst Käbisch
die Karte: Geobasisdaten des Landes NRW © 2015

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