Relikte der Bleizeche Thalburg in Heiligenhaus

In der Nähes des Viadukts mit dem Radwanderweg waren zahlreiche Schächte der einstigen Bleizeche.
In der Nähes des Viadukts mit dem Radwanderweg waren zahlreiche Schächte der einstigen Bleizeche.
von Ernst Käbisch

Dafür, daß die „Bleizeche Thalburg“ längst vergessen ist und sämtliche Spuren darauf beseitigt sein sollen, finde ich heute aber dort in Heiligenhaus-Isenbügel etliches an Spuren und Hinweisen. Das sind nicht nur Straßennamen wie Bleibergstraße und Grubenstraße und eine Infotafel; eventuell habe ich sogar einen Schacht oder Stollen gefunden.

Diese Bleizeche bzw. Grube Thalburg in Ratingens Nachbarstadt lässt mir noch keine Ruhe und mit dem Bus 771 Richtung Velbert fahre ich in dieser Woche ein zweites Mal nach Heiligenhaus. Station Unterstadt steige ich aus und gehe zu Fuß in die von der Rheinlandstraße talabwärts abgehende Bleibergstraße. Das ist hier schon fast zentral in Heiligenhaus. Es gibt aber auf dieser Straße wirklich nichts ausser dem Namen, was an die ehemalige Grube erinnert. Hier stehen nur Hochhäuser und kleinere Reihenwohnhäuser.

Baue“ der „Bleizeche Thalburg“

Umso interessanter wird es dann an der Grubenstraße, die auch laut kleiner Zusatztafel am Straßenschild an die Erzgrube Thalburg erinnert. Hier gehe ich in einem Gewerbegebiet mal ein Stück weiter bergab und dann wieder hoch und  dann auch mal sogar ein Stück hoch auf den Panoramaradweg auf dem ehemaligen Eisenbahnviadukt. Rechts von mir ist jetzt das Spielstadion der SSVg 09/12 Heiligenhaus. Auf der Karte, die mir der ehemalige Bergmann und Buchautor Ulrich Lütsch geschickt hatte, befanden sich etwa hier die zahlreichen „Baue“ der Erzzeche, darunter der Hauptschacht und der Maschinenschacht. Es wäre aber nichts mehr vorhanden ausser einer Infotafel am Hauptschacht, mailte er mir. Da ich den Hauptschacht laut der Karte unweit des Sportfeldes lokalisiere, suche ich hier nach so einer Infotafel, werde aber zuerst nicht fündig.

Inzwischen bin ich bis zur Ruhrstraße gegangen, wo ich vorgestern mit dem Rad entlangfuhr. Ich gehe nun ein Stück in das „Flüßeviertel“ mit Straßennamen wie Düsselstraße und Moselstraße hinein, bis ich die Kinzigstraße gefunden habe. Wo diese kleine Straße sich mit dem eindrucksvoll mächtigen Viadukt trifft, wäre ein offener Schacht der ehemaligen Zeche, habe ich im Internet gelesen. Natürlich finde ich aber nichts davon. Das wäre ja wohl auch sehr gefährlich, weil in dieser Wohngegend leben sicher auch viele Kinder. Da darf ja nicht ein offener Schacht einer ehemaligen Zeche oder Grube in einem Waldgebiet sein, wo die spielen. Immerhin waren hier die Schächte der Erzzeche sicher auch wie in Lintorf bis um die hundert Meter tief.

Vielleicht ein Schacht der Bleizeche Thalburg ?

Aber ich finde eventuell doch einen Schacht. Fast wäre ich oben auf dem Viadukt schon über die Ruhrstraße zurück zur Busstation gegangen, da sehe ich diese Betonplatte im Wald- direkt am Wegrand. Ich kletter doch einmal hinab und gucke mir das genauer an. Da ist auch etwas gemauertes und diese etwa rechteckige Betonplatte ist da drüber gelegt. Die Platte hat einen rostigen Metallgriff, aber natürlich ist sie viel zu schwer, als daß ich sie bewegen könnte. Das zumindest ist nicht Kanalisation oder so etwas. Ich vermute wirklich, das ist ein ehemaliger Schacht (oder Stollen?) der Bleizeche – laut der Karte gab es hier von der Grube Thalburg ja 15 „Baue“.

Die Infotafel finde ich auf dem Panoramaradweg

Nun habe ich viel mehr gefunden, als ich eigentlich erwartet habe von einer längst vergessenen Zeche bzw. Grube, von der sämtliche Spuren beseitigt wären, wie ich es von mehreren Seiten zuletzt vernommen habe. Und zum Abschluss finde ich auf dem Panoramaradweg, also dem Weg auf dem einstigen Eisenbahnviadukt, auf den ich wieder hochgeklettert bin, eine Infotafel zu der einstigen Zeche / Grube , nach der ich gesucht habe. Das ist nicht viel Information, was da steht, aber es ist mehr als ich z.B. in Ratingen-Lintorf bei den dortigen Erzzechen gefunden habe. Da gibt es so eine Infotafel jedenfalls (noch) nicht.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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