Relikte von Schacht Loman in Mülheim an der Ruhr

Schachtwand
Schachtwand

Immerhin habe ich jetzt fast fachmännisches Wissen durch das Studium der Examensarbeitsaufzeichnungen für die Uni Duisburg des Ratinger Heimatvereinsvorsitzenden über die Lintorfer Erzzechen.

Und heute sehe ich mir Schacht Loman der Zeche Diepenbrock noch einmal an. So wie Schacht Auguste und Schacht Heinrich (jetzt in Duisburg-Rahm) auch hier im Wald der Lintorfer Mark war die Schachtanlage Loman bis zu einer Gebietsreform 1929 auf Lintorfer Gebiet.

Dann veranschaulicht mir der Zechengraben noch in Ratingen-Lintorf die Probleme, die die Lintorfer Erzzechen gehabt hatten. Es war die Wasserhaltung, die nicht gelöst werden konnte trotz der eingesetzten zu der Zeit modernsten Technik, den modernsten Wasserpumpen bis hin zur gerade neuerfundenen Dampfmaschine. Denn riesige Massen an Wasser überfluteten oft die Abbausohle in 40 Meter Tiefe, mehr noch die Sohle in 70 Meter Tiefe und ständig die Sohle in 110 Meter Tiefe. Denn auch hier auf dem Weg „In der Drucht“ am derzeit neuentstehenden Regenrückhaltebecken Zechengraben läuft gerade eine solche Wasserpumpe.

Mit Pferdebahnen wurde das geförderte Erz von den Schächten Auguste, Heinrich und Loman vom Weg „In der Drucht“ zur Zechenbahn in Lintorf gefahren. Und Pferde/Reiter sieht man in diesem Waldstück gelegentlich auch heutzutage einmal. So sind hier Fußgänger oder Radfahrer viel seltener. Und ich fahre nun mit dem Rad in den Wald hinein. Dann fahre ich direkt rechts und bin dann schon in Mülheim an der Ruhr. Und der Weg rechts hinein an der Halde entlang in den dichten Wald, hinein ist wie bei einem Urwald völlig von Pflanzen überwuchert.

Schacht Loman, die überraschend vielfältigen Relikte der Schachtanlage

Schon muss aber vor kurzem jemand hier gewesen sein. Denn an einer Stelle im Gebüsch links des fast zugewachsenen Weges ist der Farn ein bisschen niedergetreten und bei dem einen der beiden umzäunten Areale der Lomanschachtanlage ist eine neue Tür fest eingesetzt. So ist mir fast, als ob jemand meine Texte im Internet liest und mitbekommen hat, dass die vorige Tür aus den Angeln gehoben war und bei einem meiner Besuche hier umgekippt war. Dann beim nächsten Besuch von mir war die Tür wieder aufgestellt. Und nun ist eine ganz neue Tür da.

Also offenbar gibt es also doch jemanden, der sich verantwortlich fühlt für diese uralte Schachtanlage. Außerdem scheint das Areal hier wirklich eine Gefahr zu sein. Weil wie ich ja gelesen hatte, waren die Schächte der Zeche Diepenbrock bis zu 110 Meter tief. Zu so einer Schachtanlage gehörte jeweils ein Förderschacht und ein Wasserhaltungs- bzw. Wetterschacht.

Und von diesen beiden Schächten von Schacht Loman ist hier im Wald noch einiges erhalten geblieben, erstaunlich nach über 100 Jahren der Zechenschliessung (1902). Schon ganz offenbar ist beabsichtigt, da Gras drüber wachsen zu lassen bzw. Wald, wenn nicht gar weitgehend sich selbst überlassener Urwald. Denn in dieses Gebiet unweit der deutlich zu hörenden A3 begeben sich normalerweise ja nur Reiter mit ihren Pferden und die bleiben auf den deutlich zu erkennenden Waldwegen.

Ehemaliges Logierhaus/Maschinenhaus des Schacht Loman

Beim ehemaligen Maschinenhaus des Lomanschachts gehe ich auch noch kurz vorbei. Offenbar wachsen Birken ziemlich schnell. Denn die schon recht hohen Birken hier um die Ruine und auf ihr drauf vermitteln eindeutig den Eindruck von immer schon hier existierendem Waldgebiet. Dabei stand das einstige Maschinenhaus bis 1967 hier und war ein Wohnhaus. Das kann man sich heute fast gar nicht mehr vorstellen. Hier ist dichter Wald, aber auffallend ist, dass es im Vergleich zu anderen Waldgebieten in der Umgebung in der Lintorfer Mark kaum Sturmschaden durch den zerstörerischen Pfingststurm „Ela“ gibt. Das liegt daran, dass das hier im Wald meist noch sehr junge und widerstandsfähige Bäume sind.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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