Rheinkirmes in Düsseldorf

Rheinkirmes Düsseldorf: ein Luftgitarrist
Luftgitarrist auf der Rheinkirmes Düsseldorf

von Ernst Käbisch

Die Düsseldorfer Rheinkirmes ist die größte Kirmes am Rhein. Ein bisschen wirkt das bunte Fest auf den Rheinwiesen im linksrheinischen Stadtteil Oberkassel mit all den phantasievollen und internationalen Ständen und Fahrgeschäften wie die Fortsetzung vom Straßenkarneval mit anderen Mitteln. Die Kirmes ist kurzweilig, allerdings nicht ganz billig.

Eigentlich interessiert mich die Rheinkirmes gar nicht so sehr und ich stelle mir das sogar als Nepp vor. In Düsseldorf ist das Leben zwar bunt, aber teuer. Die Cranger Kirmes in Herne, die noch größer als die Rheinkirmes ist und als größtes Volksfest in NRW gilt, ist ja mehr nach meinem Geschmack. Aber immerhin ist die Rheinkirmes ein nahes Ausflugsziel für Tim und mich jetzt in den Sommerferien. Schon nach einer Woche gehen mir die Ideen aus, was man einem 13jährigen denn altersgemäß Passendes anbieten kann. Bei einem pubertierenden Kind passt eigentlich kaum etwas. Aber alles, was nicht bei schönstem Sommerwetter zuhause am Computer rumhocken bedeutet, ist besser. Also fahren wir heute nach Düsseldorf.

Zum ersten Mal benutzen wir die neue Wehrhahnlinie. Das ist ein Prestigeobjekt der Landeshauptstadt, wo lange dran gebaut wurde. Endlich ist dieses U-Bahnprojekt fertiggestellt. Immerhin haben wir dadurch jetzt auch die Endstation einer U-Bahnlinie in Ratingen. Mir fällt auf, dass im Düsseldorfer Zentrum nur ein paar chice U-Bahnhöfe da sind. Viele Stationen, die es überirdisch bei der Straßenbahnlinie gab, sind weggefallen. Die neuen U-Bahnhöfe wirken modern und hell, aber nichtssagend.

Die Rheinkirmes ist im Bezirk Oberkassel

Wir steigen an der Station Heinrich-Heine-Allee aus der U-Bahn und gehen durch die Altstadt. Hier ist in einer der Gassen auch der „Pommes Piet“, wo es zwar nicht preiswerte, aber dafür super leckere Pommes nach holländischer Art aus breiten Kartoffelscheiben gibt. Die Altstadt hat sich sehr verändert. Im Grunde ist „die längste Theke Deutschlands“ mit den vielen Kneipen nur etwas für Touristen. Und teuer ist es hier sowieso.

Auf der Oberkasseler Brücke queren wir den Rhein. Natürlich ist die Stadt Düsseldorf malerisch an dem majestätischen Strom und vor der beeindruckenden Skyline. Da ist der Fernsehturm und der Landtag, die schiefen Gehrybauten am Hafen, die Kniebrücke und jetzt die große Kirmes mit Riesenrad und Achterbahnen auf den Rheinwiesen im linksrheinischen Düsseldorf-Oberkassel. Ein Mann, der uns aus Oberkassel entgegenkommt, sagt, dass wir langsamer gehen können. Die Kirmes beginnt doch erst am Nachmittag. Tatsächlich haben wir bisher noch gar nicht die Fahrgeschäfte wie z.B. das Riesenrad in Bewegung gesehen.

Die Rheinkirmes erinnert an den Straßenkarneval

Aber als wir den Kirmesplatz erreicht haben, haben die festlichen Aktivitäten doch schon begonnen. Trotz der Sommerhitze heute hat das hier was mit den vielen bunten und internationalen Ständen und Fahrgeschäften. Die Rheinkirmes wirkt sogar wie die Fortsetzung vom rheinischen Straßenkarneval mit anderen Mitteln. Allerdings findet Tim, der derzeit altersgemäß eh an allem etwas zu meckern hat, hier überall ein Haar in der Suppe.  Alle Angebote wären überteuert. Und zum Teil muss ich ihm da sogar recht geben.

Die Rheinkirmes hat viele Angebote

Tatsächlich kostet z.B. eine Fahrt auf dem Riesenrad pro Person 7 Euro. Auch auf den Achterbahnen und der Wildwasserbahn ist das meist nicht billiger. Auf den wilden, in drei oder mehr verschiedenen Richtungen sich drehenden Karussells würden wir sowieso nicht mitfahren.  Es riecht hier überall etwas nach altem Fett von den zahlreichen Pommes- und Backfischbuden. Bei den vielen Süßigkeitenstände würden wir auch auf gar keinen Fall etwas von den ungesunden Sachen wie Zuckerwatte oder Lebkuchen essen. Und an den vielen Losbuden winken selbst als Hauptpreise nur kitschige Plüschtiere aus Plastik. Dennoch kaufen wir ausser dem Eis am Anfang als einzige Geldausgabe mal für 2 Euro 10 Lose. Das sind aber fast allesamt Nieten. Nur einen Trostpreis bekommen wir, der auch schnell kaputt ist.

So haben wir viel Geld auf dem Rummel der Rheinkirmes gespart und immerhin doch einen bunten und eindrucksvollen Rundgang trotz der Hitze auf dem Kirmesplatz gehabt. Was ich mir interessant vorstellen kann, ist, hier nachts einmal hinzugehen. Dann wird es ein bisschen kühler sein und alles ist bunt erleuchtet. Das ist sicher sehr reizvoll und fotogen. Wenn die Abendluft nach einem heissen Sommertag erfrischend ist, macht es wahrscheinlich auch Spass, auf einer Achterbahn oder auch auf der spannend aussehenden Wildwasserbahn mitzufahren.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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