Rotes Wasser der Zechen Rudolf und Pauline

Rotes Wasser fließt als Bergbach von der Zeche Pauline.
Rotes Wasser fließt als Bergbach von der Zeche Pauline.

von Ernst Käbisch

Außer steinkohlefördernden Zechen gab es im Ruhrgebiet auch zahlreiche Eisensteinzechen. So eine Zeche war etwa die Zeche Klosterbusch am Baldeneysee. Und auch die Zeche Ludwig förderte Eisenerz. Aber auch bei den einstigen Steinkohlebergwerken Pauline in Essen-Werden und Rudolf in Essen-Kettwig gibt es einen markanten Hinweis darauf, dass hier Eisenerz vorhanden ist.

Das ist doch nicht das Stollenmundloch der Zeche Rudolf.
Das ist doch nicht das Stollenmundloch der Zeche Rudolf.

Auch wenn dieses Bauwerk da an der Laupendahler Landstraße direkt an der Ruhr doch nicht das Stollenmundloch der Zeche Rudolf ist, ist das ein ganz interessanter Ort. Denn irgendwas mit Bergbau hat das auch zu tun. Denn ein Stück weiter nördlich, wo der Golfplatz an der Ruhr ist, war ein Schacht der Zeche Rudolf. Und auf der anderen Seite der Landstraße geht es ja in den Oefter Wald, wo zahlreiche faszinierende Zechenrelikte der Zeche Rudolf noch gut erhalten sind.

Erst nach meinem Ausflug erfahre ich, dass aber der Stollen der Zeche Rudolf längst gesprengt wurde. Und er war da, wo das Schloss Oefte ist. Da soll ein Weg an dem Bach entlangführen und es gäbe noch ein paar Relikte wie ehemalige Bunkereingänge. Aber auch das rote Wasser kommt von der ehemaligen Zeche.

Unterhalb der Laupendahler Landstraße fließt das Wasser von Rudolf zur Ruhr.
Unterhalb der Laupendahler Landstraße fließt das Wasser von Rudolf zur Ruhr.

Also das Wasser, was da auf einer Rinne irgendwo vom Felsen kommt, ist schon selber eine Besonderheit. Denn eigentlich ist das Wasser klar. Aber die Bestandteile von Eisenerz, die aus dem Felsen gespült werden, färben die Steine und überall wo das Wasser entlang fließt, so markant, ja sogar spektakulär rot. Also Eisensteinzechen waren die Zechen Rudolf und Pauline, wo auch so rotes Wasser aus einem Stollen fließt, meines Wissens nach zwar nicht. Aber es gibt und gab in der Region zahlreiche Eisensteinzechen, die anstatt Steinkohle Eisenerz förderten oder gar beides.

Rotes Wasser ist ein Hinweis auf Eisenerz

So gab es am Baldeneysee unterhalb der Villa Hügel einst die Steinkohle- und Eisensteinzeche Klosterbusch. Und wo der Schacht dieser Zeche war, kommt wie da an der Laupendahler Landstraße rotes Wasser heraus. Auch die später zur Zeche Langenbrahm gehörende Zeche Ludwig förderte Eisenerz. Weiter habe ich auch im Hespertal in Essen-Fischlaken nahe der Zeche Pörtingsiepen so einen markant rötlich gefärbten Bachlauf zur Hesper hin gesehen.

Und hier ganz in der Nähe der Zeche Rudolf war ja in Essen-Werden die Zeche Pauline. Dafür muss ich jetzt nur die Laupendahler Landstraße etwas weiter hoch in Richtung Werden gehen. Schon ist das etwas mühsam, weil der Randstreifen für Fußgänger und Radfahrer fehlt an dieser stark befahrenen Straße. Immerhin ist das heute an einem Feiertag aber nicht ganz so lästig. Und dann an einem uralten Steinhaus mit Restaurant und einladendem Biergarten an der Ruhr ist auch wieder ein Seitenstreifen an der Straße.

Rotes Wasser fließt auch bei der Zeche Pauline aus einem Stollen

Bergbach von Pauline mit Butterblumen
Bergbach von Pauline mit Butterblumen

Dann ist da, wo ein Straßenschild den Gasthof „Oefter Wald“ ausweist, die Straße „In der Borbeck“, die hoch zur schon nach der Zeche benannten Straße „Pauline“ führt. Und das ist hier eine ganz urige Welt, in der die Zeit stehengeblieben zu sein scheint. Von der uralten Zeche ist viel erhalten geblieben. Denn da sind mehrere Steinhäuser aus dieser raffinierten Bruchsteinarchitektur, die heute kaum noch jemand beherrscht und die so Häuser unverwüstlich erscheinen läßt. Es sind alte Mauern aus Bruchstein erhalten. In dem prächtigen Garten des Kauengebäudes steht neben gerade üppig blühenden Rhododendronbüschen eine stilvolle alte Lore.

Und gegenüber von diesem Garten ist das wunderbare Kleinod des Stollenmundlochs der Zeche Pauline, aus dem das rote Wasser herausläuft. Schon die steile Straße Pauline floß „die Lava“ als Bergbach neben der Straße herunter. Also in dem von stark begrünten Bäumen schattigen Ort ist es zwar etwas schwierig, Fotos zu machen. Dennoch ist das hier ein ganz beliebtes Fotomotiv. Und das rote Wasser, was aus dem tonnlägigen Stollen herausfließt, macht diese Bilder ungemein plakativ.

Rot ist das Wasser natürlich gar nicht. Denn eigentlich ist das sogar ein sehr reines Wasser. Und es gibt nur Ablagerungen von aus dem Fels gespülten Eisenerzhaltigen. Aber das färbt Steine, Blätter und dergleichen auf dem Grund der Bachläufe so markant rot.

Text / Fotos: Ernst Käbisch

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