Rotes Wasser fließt in den Hesperbach in Essen

rotes Wasser fließt in den Hesperbach
rotes Wasser fließt in den Hesperbach

von Ernst Käbisch

Das Hespertal im Norden von Velbert und im Süden von Essen ist bekannt durch die Hespertalbahn. Denn einst transportierten Züge der Hespertalbahn durch diese beschauliche Landschaft Erz aus Velbert und dem niederbergischen Land zur Verhüttung zur Phönixhütte in Essen-Kupferdreh. Und es gibt in Essen-Fischlaken am Hesperbach eine Stelle, wo ein roter Zufluß auf Eisenerz hindeutet.

Der Hesperbach
Der Hesperbach

Fast ist es eine fixe Idee von mir, nur wegen des roten Wassers heute hierhin ins Hespertal zu fahren. Aber wo ich neulich bei den Zechen Pauline und Rudolf das eisenhaltige, rote von den Zechen kommende Wasser sah, fiel mir auch dieser Ort wieder ein. Und da wo ich mit meinem Cousin letztens in Velbert die Ruine einer Bleizeche im Wald fand, förderte man ja auch Eisenstein. Denn das fand ich nachher durch Recherche im Internet heraus. Diese Grube PRINZ WILHELM an der Bleibergquelle in Velbert galt zwar als Bleizeche. Aber sie förderte außer Blei hauptsächlich Eisenstein zutage.

Und die Bleibergstraße mit der Bleibergquelle in Velbert ist schließlich ganz nah von hier. Da, wo ich im Hespertal Ecke Hammer Straße aus dem Bus 190 aussteige, steht rechts an der Straße ein Hinweisschild Richtung Velbert. Immerhin sind wir ja auch letztens vom Velberter Teil vom Hespertal von der Grube GLÜCKAUF zur Bleibergquelle gegangen.

Rotes Wasser am Hesperbach wie bei den Zechen Pauline und Rudolf

Dasselbe markante Rot wie bei Klosterbusch, Pauline und Rudolf
Dasselbe markante Rot wie bei Klosterbusch, Pauline und Rudolf

Dann ist diese Stelle mit dem roten Wasser, die mir letztens einfiel, nur ein paar hundert Meter von der Bushaltestelle namens Hespertal. Und eigentlich ist das eher unscheinbar. Also da ist inmitten uralter Bergwerksrelikte einer uralten Steinkohlezeche (Richrath?, Nöckerskottenbank?, Dreckbank?…) ein kleiner Wasserlauf mit rot gefärbtem Wasser. Und natürlich ist auch hier das Wasser eigentlich nicht rot, sondern ganz klar. Aber die Eisensteinablagerungen färben den Bachlauf bis da, wo das Wasser in den Hesperbach läuft, eben so markant rot. Und das ist schon auffällig wie das rote Wasser bei den Zechen Pauline und Rudolf und wie bei der ehemaligen Eisensteinzeche Klosterbusch.

Aber ich habe keine Ahnung, ob im Hespertal selber auch Eisenstein gefördert wurde. Denn ich weiß nur, dass genau hier die Hespertalbahn entlangfuhr und Erz von Velbert und aus dem niederbergischen Land zur Kupferdreher Phönixhütte brachte. Also logisch wäre es ja, wenn auch hier in Essen-Fischlaken die Bahn mal Halt machte und Erz auflud. Aber ich weiß da nichts von. Finden kann man dafür jede Menge Relikte aus dem Altbergbau von Steinkohle. Und an einigen Stellen liegen auf dem Waldboden sogar Brocken reiner Kohle herum.

Mündung des Hesperbachs in die Ruhr bzw. den Baldeneysee

Seilscheibe als Bergbaudenkmal an die Zeche Pörtingsiepen
Seilscheibe als Bergbaudenkmal an die Zeche Pörtingsiepen

Weiter stehen an mehreren Stellen im Hespertal uralte Mauern und Reste von Stollen alter Kleinzechen sowie eigenartige Metallkonstruktionen. Und auch von der Hespertalbahn blieben jede Menge Relikte wie teilweise längere Abschnitte mit Schienen erhalten. Dennoch ist das Hespertal überwiegend eine wunderbare, fast sich selber überlassene Naturlandschaft mit viel Wald und Wiesen. Und das ist schon überraschend. Weil genau hier waren doch auch vor noch nicht so langer Zeit zahlreiche Schächte und Übertageanlagen der einst bedeutenden Steinkohlezeche Pörtingsiepen aktiv. Aber da ist längst nur noch weniger von da als von all den uralten Zechen. Denn von denen kann man immer wieder mal verblüffende Relikte finden.

Aber die vielen Menschen, die heute am Pfingstmontag bei herrlichem Frühlingswetter hier sportlich etwa als Jogger oder mit Mountainbike Richtung See oder vom See kommend unterwegs sind, scheinen daran gar nicht interessiert zu sein. So werden diese Zechenrelikte wohl noch lange der Nachwelt erhalten bleiben. Denn z.B. auf dem Rückweg von Haus Scheppen am Baldeneysee zum S-Bahnhof Essen-Werden gucke ich zwar angestrengt immer wieder links ins Gebüsch. Aber ich finde diese Stollenmundlöcher der Zeche Maas- und Nierbank einfach nicht wieder. Schon zu sehr sind jetzt Anfang Juni die Wegesränder mit Gestrüpp zugewuchert. Und die meisten Menschen gehen eh achtlos an diesen Dingen vorbei. So sind diese Zeugnisse einer längst vergangenen Zeit doch gut geschützt.

Text / Fotos: Ernst Käbisch

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