Ruine des Maschinenhauses der Zeche Rudolph in Essen

Ruine des Maschinenhauses der Zeche Rudolph in Essen
Die Natur erobert sich diese Ruine zurück.
von Ernst Käbisch

In einem Zeitungsartikel der WAZ wird die Ruine des Maschinenhauses der ehemaligen Zeche Rudolph in Essen als Geheimtipp bezeichnet. Tatsächlich ist dieses höchst eindrucksvolle Bauwerk so versteckt in beschaulicher Landschaft im Oefter Wald im Süden von Essen zwischen Kettwig und Heiligenhaus, dass ich es erst nach mehrmaliger Suche und nur mit einer genauen Wegbeschreibung an einem Wintertag finde. Und eigentlich hatte ich meine Suche danach schon aufgegeben, weil ich das letzte Mal mitten im Wald einen eingestürzten Schacht der Zeche entdeckte.

Wie oft bin ich da schon im Oefter Wald herumgelaufen und habe nach der alten Maschinenhausruine der Zeche Rudolph gesucht? Ich weiss es gar nicht mehr und habe aufgehört, die Versuche zu zählen. Mehrmals bin ich mit dem Rad über Heiligenhaus hier hin gefahren, zu Fuß bin ich vom Bahnhof Kettwig Stausee aus hier hingegangen und einmal über Essen-Werden mit dem 190er Bus bis zur Endstation an der Ruhrlandklinik gefahren, die in der Nähe des Landgasthauses Oefter Wald gelegen ist.

Die ehemalige Kleinzeche Rudolph in Essen

Im Grunde kenne ich die Gegend im landschaftlich sehr reizvollen Essener Süden schon ganz gut;  sogar den Gasthof „Oefter Wald“ habe ich bei der letzten Suche gefunden. Dort ganz in der Nähe soll das Maschinenhaus ja sein bzw. die so abenteuerlich verfallen aussehende Ruine davon, habe ich in Berichten im Internet gelesen.

Das letzte Mal muss ich schon ganz in der Nähe der Ruine des Maschinenhauses gewesen sein. Immerhin hatte ich an einer Stelle im dichten Wald einen eingestürzten Stollen gesehen. Da war ein einfacher Maschendrahtzaun darum und Schilder von der RAG daran befestigt, die warnen, dass man diese Stelle nicht betreten soll, weil da Einsturzgefahr droht.

Gefährliche Suche nach der Ruine im Wald, ein eingestürzter Schacht

Es droht Einsturzgefahr? Das klingt aber verharmlosend angesichts einer deutlich erkennbar gefährlich abgesackten Stelle im Wald, die ja ganz offensichtlich ein eingestürzter Schacht einer Steinkohlenzeche ist. Was denn sonst? Sonst würde ja nicht ein offizielles RAG-Steinkohle-Logo auf dem einen Schild sein. Schliesslich war ja hier auch die Zeche, die noch bis 1965 mit 87  Beschäftigten 32 314 Tonnen Kohlen pro Jahr förderte (Zitat WAZ).

Mir war das dann durch den eingestürzten Schacht im Wald ziemlich unheimlich und respektvoll bin ich dann nicht wieder da hingefahren und habe nicht mehr nach dem Maschinenhaus gesucht. Man muss ja auch nicht Alles wissen und gesehen haben. Mitten im Wald so ein unvermuteteter Hohlraum wie am Essener Hauptbahnhof etwa? Am Essener Hauptbahnhof herrschte lange Zeit am Ende des Jahres 2013 ein Ausnahmezustand, weil die Hohlräume eines uralten und bisher unbekannten Zechenschachts mit Beton gefüllt wurden. Und viele Züge fielen aus oder fuhren verspätet. Wochenlang fuhren alle Züge vorsichtig und nur im Schritttempo an der Stelle mit den entdeckten Hohlräumen vorbei.

Was ist, wenn man da im Wald abrutscht und 1000 Meter tiefer landet? So tief sind die Schächte bei den noch aktiven Zechen in Bottrop und Marl inzwischen. So tief wurde eine Kleinzeche sicher nicht abgeteuft, aber selbst 100 Meter,  ja 20 Meter würden ja schon reichen. Da käme man ohne Hilfe ja nicht mehr heraus.

Dann finde ich die Ruine doch einfach und wohl ungefährlich.

Aber dann ist es doch ganz einfach und wohl ungefährlich, die Ruine zu finden. Ein klarer und unmissverständlicher Kommentar steht zu meinem Internetbericht meiner Versuche eines Besuchs der ehemaligen Zeche. Das ist eine Wegbeschreibung, die ich bildlich sofort verstehen kann mit meinen Ortskenntnissen, die ich inzwischen von dem Gebiet im Oefter Wald habe. Und in Gefahr bringe ich mich hier auch nicht. Ringsum die eindrucksvollen Reste eines schlossähnlichen Zechengebäudes sind ja deutlich ausgetretene Trampelpfade, die ich vorsichtig auch begehe. So geheim ist dieser Tipp der WAZ dann also doch nicht mehr.

Eigentlich finde ich es aber auch gut, dass die Ruine jetzt bekannter wird. Vielleicht finden sich ja so Möglichkeiten, dieses  alte Zechengebäude als eines der letzten Relikte des Bergbaus im Essener Süden auch noch der Nachwelt zu erhalten. Immerhin ist das, was noch übriggeblieben ist, doch wunderbar anzusehen selbst jetzt im Winter. Das aus rotem Backstein gefertigte Mauerwerk der Ruine scheint recht massiv zu sein, auch wenn da schon überall Bäume, Sträucher, Pflanzen selbst in den gemauerten Wänden wachsen.

 

Einfach auf eins der Vorschaubilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

2 KOMMENTARE

  1. Das sieht ja richtig spannend aus.
    Habe mir mal die Wegbeschreibung aus dem Kommentar vom bericht vorher angeguckt, verstehe aber nur Bahnhof. Gibt es die Möglichkeit die Zeche mal auf google earth oder ähnlichem Kartenmaterial zu markieren? Das wäre total spitzenmäßig.
    GrußMarianne

    • Hallo,

      sicher ist die Zeche Rudolf spannend. Das ist sie nachwievor auch für mich, obwohl ich den Weg dorthin inzwischen gut kenne und auch im Sommer finde, wo die Vegetation üppig und die Sicht im dichten Wald viel weniger gut ist als im Winter und ich war auch kürzlich wieder da:
      https://gesunex.de/bergbau-in-kettwig/21568/

      Eine genauere Wegbeschreibung als in meinen Texten möchte ich hier eigentlich nicht geben, weil was so im Internet veröffentlicht ist, findet zum Teil ganz, ganz viele Interessenten, die dann zu diesen spannenden Orten gehen. Nach dem Zeitungsbericht in der WAZ z.B. musste der Eigentümer um die Maschinenhausruine einen Zaun zum Schutz der dann vielen Besucher und zum Schutz der Ruine machen. Aber ich habe schon einen Link mit einer sehr guten Karte, mit der Sie auch die Ruine finden können: http://zechenwandern.de/home/touren-2/z3-wilhelm-und-pauline/

      viele Grüße
      Ernst Käbisch

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