Schacht Hünxe und der verschwundene Förderturm

Kühe
Kühe eines Bauernhofs in Hünxe

Schacht Hünxe ist eigentlich eine eher nichtssagende Zechenanlage weit ausserhalb der größeren Städte am dünnbesiedelten Niederrhein. Allerdings ist das ein noch aktiver Schacht, der früher mal zur Zeche Lohberg in Dinslaken gehörte und jetzt der Wetterschacht der nachwievor fördernden Steinkohlenzeche Prosper-Haniel in Bottrop ist. Und bei der Zeche Lohberg in Dinslaken wurde ein wunderbarer Förderturm abgerissen.

Immerhin muss ich nicht die ganze Strecke laufen. Bis zur Zeche Lohberg bin ich vom Bahnhof Dinslaken schon zu Fuß gegangen. Das sind immerhin 2,5 Kilometer. Und hier ist vor der Zeche eine Busstation und ein Bus nach Hünxe fährt gleich hier ab.

Zeche Lohberg in Dinslaken – fehlt da nicht ein Förderturm?

Bei der eindrucksvollen Zeche Lohberg war ich vor 14 Monaten schon einmal. Das war ein eisigkalter Januartag und es lag Schnee. Ich war fasziniert von diesen barocken Zechengebäuden. Und nun bin ich irritiert. Da fehlt doch etwas? War da nicht ausser diesem imposanten Förderturm nicht noch ein zweiter Förderturm? Ich muss gleich mal zuhause nachgucken. Ich hatte ja Fotos gemacht.

Hünxe am Niederrhein, Schacht Hünxe

Aber jetzt fahre ich erstmal mit dem nur alle 2 Stunden fahrenden Bus SB3 Richtung Wesel bis Station „Wilhelmstraße“ in Hünxe mit. Gut, dass ich den Weg nicht auch noch zu Fuss gehen muss. Denn das sind fast 8 Kilometer.

Frische Landluft und ein freier Blick über weites Land empfängt mich an der Station Wilhelmstraße. Zu beiden Seiten der Landstraße sind große Felder und Wiesen mit Bauernhöfen dazwischen. Kühe und Pferde weiden auf satten grünen Wiesen. Das ist eine typisch niederrheinische Idylle.

In Hünxe fliesst die Lippe

Links kann ich über Wiesen und Felder und Wald in ein Tal gucken. Da irgendwo ist die kleine Stadt Hünxe und da fliesst die Lippe. Und über Bäume sehe ich dann schon vor mir den Förderturm von Schacht Hünxe. Die Straße „Minnekenstege“ muss ich nun ein Stück hineingehen und dann ist da ein eigentlich etwas nichtssagendes Werksgelände mit einem nicht besonders interessanten Förderturm. Das Interessante an diesem Werksgelände ist aber, dass Schacht Hünxe zwar früher mal Schacht 4 der Zeche Lohberg war, aber inzwischen zur Zeche Prosper-Haniel gehört. Und diese Zeche fördert nachwievor Steinkohle in riesigen Abbaugebieten, die sich auch bis hierhin nach Hünxe erstrecken. Und der Schacht Hünxe ist jetzt ein nachwievor aktiver Schacht. Es ist jetzt der Wetterschacht der Zeche Prosper Haniel.

Aber zu sehen gibt es hier eigentlich Nichts. Das vorhin vor dem Schacht geparkte Auto gehört nicht Bergleuten sondern einer Hundebesitzerin, die hier ihren Hund ausführte und nun gerade wegfuhr. Und jetzt bin ich hier ganz alleine vor dem natürlich umzäunten und videoüberwachten Werksgelände.

In Hünxe

Und dann gehe ich durch die schöne Naturlandschaft zurück zur Busstation und da der nächste Bus erst in einer Stunde kommt, gehe ich noch ein Stück in den Ort Hünxe hinein. Ich gucke mal in einen Kuhstall von einem Bauernhof hinein und fotografiere, was mir hier noch so gefällt z.B. steht vor dem Heimatmuseum eine Lore. Daraufhin hält ein vorbeifahrender Autofahrer am Strassenrand und fragt mich, was ich denn hier so fotografiere. In der Gegend würde derzeit viel eingebrochen werden. Als ich ihm erzähle, dass ich extra wegen dem Schacht Hünxe hierhingefahren bin und nun noch ein paar Fotos von der schönen Landschaft mache, ist er aber zufrieden.

Mit Bus 71 und Regionalbahn RE5 fahre ich nachhause. Es gab bei der Zeche Lohberg tatsächlich noch einen zweiten Förderturm

Der Bus 71 ist ein Bus der Deutschen Bahn und ich habe am Bahnhof Dinslaken direkt Anschluss an die Regionalbahn RE5 nach Koblenz über Düsseldorf. Da habe ich aber Glück gehabt. Auch das Wetter hat gehalten bis zuletzt. Erst als ich längst zuhause bin, fängt es an zu regnen.

Und der wunderbare zweite Förderturm der Zeche Lohberg ist tatsächlich abgerissen worden. Ich hatte ihn im Januar 2013 noch fotografiert. Und mir fällt nun ein, dass ich von Protesten gegen den geplanten Abriss gelesen hatte. Aber der Investor, der auf dem Zechengelände ein Gewerbegebiet errichten will und für den so ein Förderturm nur lästig ist, hat sich mit seiner Absicht durchgesetzt. Schade.

Einfach auf eins der Vorschaubilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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