Schacht Nulland in Kerkrade

Schacht Nulland in Kerkrade, Niederlande
Schacht Nulland in Kerkrade, Niederlande
von Ernst Käbisch

Bei Schacht Nulland in Kerkrade ist einer von nur noch zwei erhaltenen Fördertürmen von Steinkohlebergwerken im einstigen Steinkohlerevier im Süden der Provinz Limburg in den Niederlanden. Ein weiterer Förderturm ist ein Malakowturm und steht in der limburgischen Nachbarstadt von Kerkrade, in Heerlen. Denn wie im Ruhrgebiet und wie im Aachener Kohlerevier gab es hier einst viele Zechen. Schon nach Beginn der Kohlekrise schlossen die holländischen Zechen innerhalb eines Jahrzehnts.

Schon hinter Mönchengladbach-Rheydt beginnt das Bergbaurevier. Und eine der Stationen nach dem Rheydt Hbf (Mönchengladbach ist die einzige deutsche Stadt mit 2 Hauptbahnhöfen) heißt Erkelenz. Dann unweit von hier ist das weitläufige Braunkohleabbaugebiet Garzweiler.

Und danach fährt der Regionalzug in die Aachener Städteregion und damit in ein ehemaliges Steinkohlerevier ähnlich dem Ruhrgebiet hinein. Nun am Bahnhof Herzogenrath steige ich aus dem Zug. Bis hierhin habe ich für meinen heutigen Urlaubstag ein Anschlußticket zum VRR-Ticket für 26 Euro hin und zurück gekauft. So kann ich bequem von Herzogenrath bis in die sich unmittelbar anschließende Nachbarstadt Kerkrade in den Niederlanden zu Fuß gehen.

Bevor ich Schacht Nulland besuche, sehe ich mich noch in Herzogenrath etwas um

Als erstes habe ich aber noch ein anderes Ziel, nämlich will ich eine Gedenkstätte mit Seilscheibe an die Grube Adolf hier in Herzogenrath besichtigen. Außerdem soll ein Zechenmaschinenhaus hier erhalten geblieben sein. Aber der Weg dorthin auf der Geilenkirchener Straße führt ziemlich steil einen Berg hoch. Und als ich nach einer halben Stunde Fußweg 2 Männer frage, wie weit es noch bis zur Adolfstraße ist und die mir sagen, daß es noch über 3 km sind, gebe ich auf und drehe um. Also das einzige, was hier sichtbar mit dem einstigen Bergbau zu tun ist weit hinter den abgeernteten Feldern links eine große Halde von den Alsdorfer Halden in der Nachbarstadt Alsdorf. Natürlich war auch Alsdorf eine Bergbaustadt. Es existiert da noch ein großer Förderturm der Grube Anna.

Nun aber konzentriere ich mich auf den Weg nach Kerkrade, wo sich die ehemalige Bergbauregion lückenlos fortsetzt. Weiter an der Aachener Straße unweit der Grenze steht auf einer Wiese mit einer Lore mal endlich ein sichtbares Zechenrelikt. Nun wird die Straße zur reinen Autoschnellstraße. Endlich komme ich problemlos an die längst nicht mehr kontrollierte und als solche erkennbare Staatsgrenze und bin nun in Kerkrade (limburgisch:Kirchroa). Nun in Kerkrade verlaufe ich mich aber gründlich. Schon merke ich an Neubausiedlungen, dass ich mich verlaufen habe. Und ein Mann, den ich dort auf Deutsch nach dem Weg zu Schacht Nulland frage, antwortet mir in wie erwartet gutem Deutsch, daß ich in einem ganz anderen Viertel der Stadt bin.

Zu guter Letzt finde ich Schacht Nulland

Während ich durch die mir bisher völlig unbekannte City von Kerkrade gehe,  muss ich sogar noch ein zweites Mal nach dem Weg fragen. Endlich aber finde ich dieses sehr originelle Zechenrelikt von Schacht Nulland. So sieht also hier ein Fördermaschinenhaus aus; wie eine orientalische Burg. Und man sieht noch die Seilscheiben und sogar die Seile sind noch vorhanden. Außerdem steht hier eine Lore und Schienenreste gibt es. Ein weiteres Stück von Schacht Nulland entfernt finde ich noch eine kleine mit Blumen geschmückte Gedenkstätte mit einer St.Barbara-Skulptur und einer Lore sowie einer Aufzeichnung über verunglückte Bergleute der „Domaniale Mijn“.

Also das ist nun alles wieder ganz so, wie ich es von ehemaligen Bergwerken im Ruhrgebiet kenne. Dann auf dem Rückweg nach Herzogenrath bleibe ich auf der „Domaniale Mijnstraat“, die mich auf dem Hinweg eigentlich direkt zu Schacht Nulland führen sollte. Nun bin ich erstaunt, wie schnell ich nun wieder in Deutschland bin. Da war ich aber ganz schön in den Niederlanden herumgeirrt.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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