Schacht Oberschuir in Gelsenkirchen-Feldmark

Am Schwarzen Weg

Dann im ruhigen Gelsenkirchener Bezirk Feldmark ist überraschend eine weitere Schachtanlage des Bergwerks Consolidation. Und die weitgehend guterhaltenen Zechenrelikte sind eine wahre Schatzgrube von Jugendstil- und Barockarchitekturgebäuden. Aber nur bis 1940 wurde hier die Seilfahrt betrieben. Dann noch bis 1984 diente Schacht Oberschuir der Zeche Consolidation als Wetterschacht.

Und auch am Sonntag habe ich mir noch eine Zeche angeguckt. Denn wenn man vom Essen HBF mit der Kulturlinie 107 über die weltberühmte Zeche Zollverein in Essen-Katernberg hinaus mitfährt, passiert man erst die Stadtgrenze zu Gelsenkirchen. Und links ist die Gelsenkirchener Trabrennbahn. Dann ein paar Stationen danach in der Feldmarkstraße steige ich aus der Straßenbahn. Schon sieht es hier im Bezirk Feldmark ähnlich aus wie im benachbarten Essen-Katernberg. Und die Straßen stehen hier voll mit stilvollen Gründerzeithäusern. Schon zum Teil sind es auch Zechenwohnhäuser. So ist vor einem Wohnhaus eine Lore aufgestellt. Dann aber wo ist hier eine Zeche? Denn schon wirkt das Wohnviertel etwas unscheinbar.

Schacht Oberschuir in Gelsenkirchen-Feldmark

So wie es im Internet beschrieben ist, gehe ich  von der Feldmarkstraße aus links in die Boniverstraße. Dann gehe ich in den schmalen „Schwarzer Weg“ direkt rechts hinein. Und hinter einer Wegbiegung erscheint dann plötzlich tatsächlich vor mir die unscheinbare Zeche mitten in einem Wohngebiet. So ist das sogar eine wunderschöne Zeche. Und offenbar ist die sogar noch fast komplett erhalten. Außerdem steht ein roter Förderturm majestätisch über dem Ensemble an barocken Gebäuden mit Jugendstilelementen.

Das Bergwerk Consolidation

So ist da auch eine Informationstafel der Route der Industriekultur. Dann lese ich da, dass die Seilfahrt des Schachtes Oberschuir nur bis 1940 betrieben wurde. Weiter war diese Schachtanlage bis 1984 ein Wetterschacht der Zeche Consolidation. Und das ist ja noch ein Stück weg im Gelsenkirchener Bezirk Bismarck. Denn dort war ich vor ein paar Monaten auch schon. So sind ja auch bei der Schachtanlage 3/4/9 imposante Anlagen noch gut erhalten. Und sehr auffallend sind die markanten Fördertürme der Schächte 4 und 9.  Weiter ist im U-Bahnhof „Bergwerk Consolidation“ ein Museum zu diesem Bergwerk errichtet.  Und hier weitab davon war also Schacht Oberschuir.  Also Schacht 8 der Zeche Consolidation war das.

Inzwischen ist auch hier in einem Teil der Gebäude eine Art Museum untergebracht. Außerdem ist ein Teil bewohnt. So ist jetzt am Sonntagmorgen diese Anlage gar nicht zugänglich. Schon sieht man ja von aussen genug. Denn das sind stilvolle Gebäude mit Jugendstilformen und Jugendstilbeschriftungen. Und die geschwungenen Giebel wirken barock. Dann sind da bunte Glasfenster und die wirken wie Kirchenfenster.

Die „Kulturlinie“ 107

Und nun fahre ich mit der „Kulturlinie“ 107 wieder zurück nach Essen. Schon denkt man bei dieser schlichten und proletarisch wirkenden Bahn viel eher an harte Arbeit. Denn an vergangene Zeiten mit großer Kultur lässt diese einfache Bahn nicht denken. Und doch fährt sie an vielen Stellen der beiden Städte Gelsenkirchen und Essen vorbei an großartigen Industriedenkmälern. So führt die Kulturlinie auch durch Essen-Katernberg mit dem Welterbe der Zeche Zollverein und natürlich ist das Kultur. Denn der weltberühmte Doppelbock von Schacht XII und das Ruhrmuseum ist sogar der Inbegriff von Industriekultur.

Einfach auf eins der kleinen Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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