Schachtanlage 3/4/6 der Zeche Holland in Wattenscheid

Eindrucksvoll, aber auch rostig
Eindrucksvoll, aber auch rostig
von Ernst Käbisch

Von der großen Zeche Holland mit Schächten sowohl in Bochum als auch in Gelsenkirchen kenne ich ja schon den wunderbar restaurierten und wie ein Schloß bewohnten Doppelmalakowturm von Schachtanlage 1/2 in Gelsenkirchen-Ückendorf. Und den Förderturm von Schacht 4 in Wattenscheid habe ich schon vom Haldengipfel von der Halde Rheinelbe in Gelsenkirchen aus gesehen.

So ein Ausflug immerhin ja nach Bochum ist mir eigentlich schon viel zu weit an so einem Samstag.  Neuerdings habe ich nachmittags dann zu arbeiten. Dabei ist Wattenscheid schon kurz hinter dem S-Bahnhof Essen-Steele. Dann kommt noch die S-Bahnstation Essen-Eiberg, aber dann eben nicht Wattenscheid, sondern Wattenscheid-Höntrop. Und auch die nächste Station ist nicht Wattenscheid, sondern Bochum-Ehrenfeld. Also muss ich jetzt mit dieser S-Bahnlinie 1 bis zum Bochum Hauptbahnhof mitfahren und dann mit einem Regionalzug zurück Richtung Essen. Diese Züge halten alle auch in Wattenscheid.

Auf dem Weg zur Zeche Holland sehe ich die Halde Rheinelbe

Aber dann bin ich doch eben am Bahnhof Wattenscheid und brauche jetzt eigentlich nur die Bahnhofstraße entlang ins Zentrum dieses inzwischen Stadtteils (seit 1975) von Bochum gehen. Ein paar Jahre lang gab es gleichzeitig 2 Fußballbundesligisten in Bochum. Das ist natürlich der Vfl und das war weiter die SG Wattenscheid 09. Am Ende der Bahnhofsstraße muss ich dann halblinks auf die Friedrich-Ebert-Straße und von da sehe ich schon über der Straße die Halde Rheinelbe mit der markanten Landmarke Himmelstreppe in Gelsenkirchen. Ein Berg im meist flachen Ruhrgebiet ist ja fast immer eine Halde. Von dort oben vom Haldengipfel habe ich den Förderturm der Zeche Holland schon ein paarmal deutlich gesehen. Allerdings war ich bisher noch nicht an dieser Schachtanlage in der Nähe des Lohrheidestadions in Wattenscheid. Das  sieht man auch von der Halde aus schon deutlich.

Schachtanlage 3/4/6 der Zeche Holland in Wattenscheid

Dabei ist das auch hier ein eindrucksvolles Zechenerlebnis. Der erhaltene Förderturm von Schacht 4 sieht abenteuerlich aus. Aber er ist eben auch abenteuerlich heruntergekommen und es ist ganz gut so, daß ein Zaun drumherum ist. Denn man würde sich nicht wundern, wenn dieses marode und rostige Relikt der Bergbauzeit im nächsten Moment in sich zusammenfallen würde. Daran ändert auch nichts, daß vor dem umzäunten Gelände ein großformatiges Plakat von der EU von der Sanierung des Förderturms redet. Reden können die ja viel.

Andere Zechengebäude dieser Wattenscheider Schachtanlage der Großzeche Holland wie die ehemalige Lohnhalle sind aber tadellos erhalten und bestens restauriert und genutzt von neuen Nutzern, aber zumeist ist das so auch für die Öffentlichkeit abgesperrt. Ein Büro in einem der Zechengebäude ist laut Schild von dem Bochumer Bundestagsabgeordneten und Bundestagspräsidenten Norbert Lammert.

Schachtanlage 1/2 der Zeche Holland in Gelsenkirchen-Ückendorf

Weit ist es von hier ja eigentlich nicht bis zur Schachtanlage 1/2 der Zeche Holland in Gelsenkirchen-Ückendorf. Aber ich kann mich nur zu gut erinnern, wie ich mir dort vor knapp 2 Jahren die wunderbare Doppelmalakowanlage angeguckt hatte und von einigen der Bewohner dort das Gefühl bekam, in deren Privatsphäre einzudringen. Klar, die haben da die alten Zechengebäude wunderbar restauriert und sicher auch viel Geld investiert, daß die Türme nun ganz edel wie ein Schloß wirken und nun wollen die da möglichst ungestört leben. Aber es ist ja auch schon so, daß auch ein (berechtigtes) öffentliches Interesse darin besteht, sich so eine alte Zechenanlage anzugucken. Und es stehen ja sogar Hinweisschilder an der Straße und Informationstafeln der Route der Industriekultur. Da müssen sich die Bewohner nicht wundern über Neugierige wie mich. Aber heute habe ich keine Lust mehr, dort auch noch hinzugehen.

Auch von Schacht 5 der Zeche Holland ist an der Krayer Straße in Richtung Essen ein Zechengebäude erhalten geblieben, aber das ist mir jetzt erst recht zu weit weg.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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