Schachtanlage 3/7/10 der Zeche Zollverein in Essen

Foerdertum von Schachtanlage 3/7/10 der Zeche Zollverein
Foerdertum von Schachtanlage 3/7/10 der Zeche Zollverein
von Ernst Käbisch

Zuletzt am vorigen Wochenende hatte ich bei der Zeche Niederberg in Neukirchen-Vluyn zwei mir noch unbekannte Zechenfördertürme angeguckt. Und nun fahre ich in der Woche abends mal nach Essen zu einem weiteren Förderturm einer einstigen Steinkohlezeche. Denn den kenne ich noch nicht. So ist das ein prächtiges Exemplar von Schachtanlage 3/7/10 der Zeche Zollverein.

Dann gibt es sogar im leicht von meinem Wohnort aus erreichbaren Essen einen erhalten gebliebenen Zechenförderturm. Und der ist bekannt. Und doch habe ich ihn noch nicht gesehen. Dazu muss ich nur mit der Kulturlinie 107 ab dem Essener Hauptbahnhof eine Station weiter als bis zur Station Zollverein fahren. Denn da ist nämlich die Station „Abzweig Katernberg“. Dann ist es ein gemütlicher Fußweg von vielleicht einer halben Stunde durch die sehr belebte Gelsenkirchener Straße. Und dann gehe ich rechts hinein in die Ückendorfer Straße bis zur Straße mit dem lustigen Namen „Dornbuschhegge“. Und „Hegge“ wird es tatsächlich geschrieben und nicht „Hecke“.

Schachtanlage 3/7/10 der Zeche Zollverein in Essen

Dann führt eine Brücke mit einem breiten Radweg vermutlich an der Stelle der ehemaligen Zechenbahngleise obenauf über die Straße. Und als ich da mal hochgehe, sehe ich schon den markanten roten Förderturm, den ich bisher noch nicht kenne. Schon ist er nicht ganz so spektakulär wie der Doppelbock von Schacht XII und hat etwa die gleiche Form wie der auch noch erhaltene Förderturm der Zeche Bonifacius in Essen-Kray gar nicht weit von hier.

Sowohl der Förderturm als auch alle von dieser Schachtanlage erhalten gebliebenen Zechengebäude sind aber bis ins kleinste Detail gepflegt. Und anders kann man es ja eigentlich auch nicht erwarten in einem Gewerbegebiet, was jetzt „Handwerkerpark“ heißt. Dann ist der Förderturm umzäunt. Und hier und in einem angrenzenden ehemaligen Zechengebäude ist ein „Phänomania Erfahrungsfeld“, was auch immer das sein mag. So werde ich jetzt auch nicht herausfinden, was das genau ist. Weil das „Erfahrungsfeld“ und auch das dazugehörige Cafe haben wochentags nur bis 18 Uhr auf und sind jetzt geschlossen. Und viel gibt es hier sonst eigentlich nicht für mich zu sehen. Denn ein Stück weiter sind Gebäude aus neuerer Zeit, die bewohnt sind. Und aus Schildern geht hervor, daß es sich da um betreutes Wohnen von Jugendlichen handelt.

Bei Schachtanlage 3/7/10 gibt es keine rostigen oder sonstwie verwitterten Zechenrelikte

Dann an einer anderen Stelle sind feinsäuberlich Backsteine und andere ältere Baumaterialien aufgestapelt, so als ob da ein weiteres Zechengebäude wieder rekonstruiert werden soll. Denn handwerklich wirkt hier auf dem einstigen Schachtgelände wirklich alles optimal gepflegt. Und da sind keine rostigen oder sonstwie verwitterten Zechenrelikte wie bei der Kokerei vom Zollverein oder beim Doppelbock von Schacht XII zu sehen. Schon ist das eigentlich auch klar. Weil die Häuser sind ja zu einem großen Teil offenbar auch bewohnt.

Jedenfalls ist es doch sehr positiv, daß diese Anlage mit den so liebevoll restaurierten Relikten aus der an diesem Ort längst vergangenen Bergbauepoche noch hervorragend erhalten ist. Und sie wurde und wird noch zum Teil wieder neu aufgebaut. Dann zurück zur Straßenbahnhaltestelle der Kulturlinie an der Gelsenkirchener Straße gehe ich durch die Straße „Schonnebeckhöfe“ bis „Katernberg Abzweig“. Und das Essener Stadtviertel Katernberg, in dem ich mich hier befinde, wirkt jetzt zur Abendzeit mit den vielen Passanten und zahlreichen kleinen Geschäften sehr lebhaft. Denn mit all den Erinnerungen an die Bergbauzeit und auch all den neu entstehenden Projekten wirkt das Viertel auch mit all seinen Problemen großstädtisch. Und ich fühle mich ganz wie in einer Metropole. Denn hier ist ja auch mitten im Pott, in der Metropole RUHR. Und weit ist es ja auch nicht bis Gelsenkirchen, Bochum, Bottrop…

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann oeffnet sich die Fotostrecke.

Text und Fotos von Ernst Kaebisch

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here