Schachtanlage Rheinberg in Rheinberg

In Rheinberg ist Wahrzeichen kein Förderturm, sondern der Underbergturm.
In Rheinberg ist Wahrzeichen kein Förderturm, sondern der Underbergturm.

von Ernst Käbisch

Dann gab es in Rheinberg am Niederrhein außer der Saline Borth doch noch ein Steinkohlebergwerk, nämlich die Schachtanlage Rheinberg. Und die war Teil der Großzeche Walsum in Duisburg. So ist sogar noch ein Förderturm der Anlage erhalten. Aber man kommt da nicht nahe heran. Und häßlich ist der Turm obendrein.

Förderturm der Schachtanlage Rheinberg in Rheinberg
Förderturm der Schachtanlage Rheinberg in Rheinberg

Das kommt regelmäßig vor, dass hier an Bergbau Interessierte vorbeikommen, sagt der Mann, der mich zwar nicht unfreundlich, aber bestimmt von dem Privatgelände in Rheinberg verweist. Und vorher hat er sich noch die Fotos auf meiner Digitalkamera angeguckt. Dann als er eine Aufnahme vom dem gar nicht sehr interessant aussehenden Schachtturm der Schachtanlage Rheinberg sieht, gibt er mir die Kamera zurück. Denn ich habe natürlich gesagt, dass ich nur eine bessere Aussicht auf diesen Turm gesucht habe. Und er vermutet nun nicht mehr einen Einbrecher in mir. Denn welcher Einbrecher fotografiert schon so einen häßlichen Schachtturm?

Das RAG-Schild ist Beweis, dass das hier eine Steinkohlezeche war.
Das RAG-Schild ist Beweis, dass das hier eine Steinkohlezeche war.

Immerhin scheinen doch noch Andere an der vermutlich letzten Spur der Schachtanlage Rheinberg interessiert zu sein. Aber viel kriegt man hier nicht zu Gesicht. Denn bereits mehrere hundert Meter vor dem Gerüst ist ein Zaun mit auch einem Schild der RAG-Steinkohle. Und man könnte ja über die Absperrung eines „Naturpfades“ klettern, was durch die Aussage auf einem weiteren Schild aber freundlich untersagt ist. Und dann steht am Parkplatz rechts davon vor dem ehemaligen Zechengelände eine Tür offen. Also gehe ich da mal einfach durch. Denn hier sehe ich kein Verbotsschild. Aber auch hier stehe ich direkt wieder vor einem Zaun. Und gerade will ich die Kamera durch den Zaun halten, um eventuell eine geringfügig bessere Aufnahme zu bekommen als ich habe, da läuft der Mann in Begleitung von weiteren Männern auf mich zu.

Schachtanlage Rheinberg; Zeche Walsum

Dann zuhause sehe ich im Internet, dass hier ein Verein von Jägern ist. Denn vor dem Grundstück steht so ein Schild mit einem Buchstabenkürzel. Dafür waren die ja doch noch ganz freundlich und haben nicht direkt ihre Schußwaffen herausgeholt und mich bedroht. Trotzdem ist mit dem Rauswurf mein Ausflugsprogramm jäh beendet. Schon hatte ich noch überlegt, ob ich abschließend zu Fuß bis zur Rheinfähre Orsoy-Walsum gehe.

Aber das ist mindestens 8 Kilometer Fußweg. Und dann in Walsum müßte ich die immer zeitraubende Fahrt vom äußersten Norden von Duisburg bis zum Zentrum machen, bevor ich nach Hause fahren kann. Schon wäre das reizvoll, weil auf dem Gelände des Kraftwerks Walsum war die Zeche Walsum, wozu die Schachtanlage Rheinberg ja gehörte. Aber dort war ich ja vor Jahren schon genau 2mal. Und beim zweiten Mal wunderte ich mich, dass da ein Förderturm der Zeche fehlt, der abgerissen wurde. Nachher ist bei meinem dritten Besuch dort der andere Förderturm auch weg.

Saline Borth in Rheinberg

Im Ortszentrum von Rheinberg
Im Ortszentrum von Rheinberg

So gucke ich mich noch ein bisschen in der pittoresken Innenstadt von Rheinberg mit seinen zahlreichen barocken Giebelhäusern um. Denn wo ich letztens von hier zum Westpol in Kamp-Lintfort fuhr, konnte ich wegen dem Regen kaum etwas von der Stadt Rheinberg sehen. Und ich muss feststellen, dass die Stadt von der Kräuterlikörfabrik, die hier ihren Sitz hat, viel mehr geprägt wurde als durch den Bergbau. Schon war allerdings auch hier am Niederrhein der Bergbau sehr bedeutend. Und durch das Steinsalzbergwerk und die Saline in Rheinberg-Borth ist das sogar immer noch ein aktuelles Thema.

Dann wird das ehemalige Steinkohlebergwerk Borth, wo man aber mehr Salz fand als Kohle, nach dem Ende des Steinkohlebergbaus in Deutschland als einzige Zeche im Ruhrgebiet aktiv bleiben. Und das in einer Stadt, wo man offenbar gar nicht so interessiert am Bergbau ist. Denn weitere Spuren vom Bergbau suche ich hier vergeblich.

Text / Fotos: Ernst Käbisch

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here