Schinderhanneshöhle in Duisburg-Neudorf

Stadtwald Duisburg

von Ernst Käbisch

Das Waldstück in Duisburg-Neudorf im Duisburger Stadtwald um den alten Steinbruch herum ist mythenumwoben. So ein bisschen wie mit dem Wald um die Rehaeinrichtung „Maria in der Drucht“ in Duisburg-Rahm ist das.

Am Ostufer des kleinen Waldsees ist ein Höhleneingang. Hier wurde in früherer Zeit nach Steinkohle gegraben. Und hier soll ein Räuberhauptmann namens „Schinderhannes“ (nicht der gleichnamige Schinderhannes aus dem Hunsrück) gehaust haben. Die Bissingheimer Straße beginnt bereits auf Ratinger Stadtgebiet in Ratingen-Lintorf am Kreisverkehr an der Brandsheide.

Eisenbahnersiedlung Duisburg-Bissingheim

Schnurgerade führt diese Straße in nördlicher Richtung dann vorbei zwischen der Güterzugstrecke und der S-Bahn (Entenfanglinie) links bis nach Duisburg-Bissingheim. Und rechts ist der Mülheimer Waldsee Entenfang. Dann am S-Bahnhof Bissingheim ist eine beschauliche Eisenbahnersiedlung mit hübschen Wohnhäusern. Dort wohnen fast ausschliesslich Eisenbahner mit ihren Familien.

Diese z.B. der Kruppschen Gartenstadt Margarethenhöhe in Essen sehr ähnliche Siedlung wirkt ganz wie ein Dorf. Der zentrale am frühen Samstagmorgen lebendig wirkende Platz der Siedlung mit Busstation, Post, Bäcker, Metzger und weiteren Geschäften heißt auch Dorfplatz.

Von Bissingheim führt die Bissingheimer Straße weiter vorbei am vorletzten Bahnhof der Entenfanglinie Duisburg-Wedau bis fast ins Duisburger Zentrum. Das alte Bahnhofsgebäude in Wedau bröckelt traurig vor sich hin. Und längst wird es nicht mehr gebraucht. Wie bei den Bahnhöfen Entenfang und Bissingheim ist nur ein Bahnsteig für die S-Bahnlinie in Betrieb. Links hinter den Bahngleisen sind die Regattaseen und noch dahinter die Schauinsland-Reisen-Arena. Dort gewann der MSV Duisburg gestern im DFB-Pokal 1:0 gegen den 1.FC Nürnberg.

Im Duisburger Stadtwald

Rechts geht nun von der Bissingheimer Straße die Uhlenhorster Straße ab. Rechts und links dieser nach Mülheim führenden Straße ist nachwievor dichter Duisburger Stadtwald. Ich fahre links in einen Waldweg hinein und verliere aber schnell die Orientierung, wo ich hier überhaupt bin. Nachdem ich durch Bahnunterführungen im Wald gefahren bin, frage ich jemanden, wie ich zu dem Steinbruch komme. Und das ist ein Hundebesitzer, der hier seinen Hund ausführt. Mit osteuropäischem Akzent erklärt er mir den Weg zurück durch die Unterführungen. Und dann soll ich mich rechts halten. Dann sind es nur etwa 400 Meter bis zum Steinbruch, sagt er.

Der Steinbruch mit der „Schinderhanneshöhle“

Tatsächlich finde ich nun leicht den kleinen Waldsee, der umzäunt ist und von steilen Felsen umgeben. Irgendwo hier, genau am Ostufer des Sees, soll der Höhleneingang zur Schinderhanneshöhle sein. Da es zuletzt und gerade in der Nacht noch viel geregnet hatte und der Waldboden feucht und rutschig ist, verzichte ich auf eine detaillierte Untersuchung des Ortes. Jetzt weiss ich ja genau, wie ich hier hinkomme. So kann ich an einem trockenerem Tag noch mal genauer gucken, wo das Ostufer des Sees und diese mythenumwobene Höhle ist. Dessen Eingang soll ganz unten am See sichtbar sein.

Hier wurde ja nicht nur nach Steinkohle gesucht und dafür ein Stollen in den Felsen getrieben. Das war offenbar erfolglos, denn im Duisburger Süden gab es keine Steinkohlezechen. Der Legende nach lebte in dieser Höhle am See auch ein Räuberhauptmann. Und der genau wie der legendäre Räuberhauptmann im Hunsrück Schinderhannes geheißen haben soll. Ein anderer Name des „Schinderhannes vom Niederrhein“ soll „der Fetzer“ gewesen sein. Weil der schlug im Gefecht alles in Fetzen, was ihm in die Quere kam. 1803 soll er auf dem Schafott geendet sein.

Ein Link dazu : sagenhaftes-ruhrgebiet.de/Schinderhannes

7hoehle
Am Ostufer des verwunschen wirkenden Sees ist die „Schinderhanneshöhle“.
infotafel
Steinbruch im Duisburger Stadtwald unweit der Regattaseen und der Schauinsland-Reisen-Arena

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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