Schleppbahnbrücke in Velbert-Langenhorst

Vor 4 Jahren wurde die Schleppbahnbrücke restauriert.
Vor 4 Jahren wurde die Schleppbahnbrücke restauriert.
von Ernst Käbisch

Bekannt ist Velbert ja als Zentrum der Schlösser- und Beschlägeindustrie. Und was viele nicht mehr wissen, ist, daß auch in Velbert wie im benachbarten Ruhrgebiet in zahlreichen Zechen Bergbau betrieben wurde. Dann eins der wenigen erhaltenen Zeugnisse aus der Bergbauzeit ist die denkmalgeschützte Schleppbahnbrücke im Langenhorster Wald.

Schon sieht man manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht. Denn jetzt bin ich ein 2tes Mal hier im Langenhorster Wald im Norden von Velbert knapp an der Stadtgrenze zu Essen. Weil beim letzten Mal habe ich diese historische und unter Denkmalschutz stehende „Schleppbahnbrücke“ nicht gefunden. Dabei hatte ich da Wanderinnen gefragt. Und die eine sagte mir, dass sie sogar in Langenhorst wohnt, aber diese Brücke nicht kennt .

Die Schleppbahnbrücke in Velbert

Dann habe ich mich aber gründlich informiert und Karten angeguckt und bin ganz sicher, daß ich jetzt (diesmal mit dem Rad unterwegs) ganz in der Nähe dieser Brücke bin. Und so frage ich einen Mann, der einen Hund ausführt, ob er die Schleppbahnbrücke kennt. Also das ist ihm sofort ein Begriff und er deutet mit der Hand auf ein unscheinbares Brückengeländer keine 50 Meter von hier an dem Weg, wo wir gerade sind. Dann ist da diese Brücke, die vor 4 Jahren saniert wurde. Und dann kamen alle möglichen Leute, um sich einen Stein als Souvenir mitzunehmen. Weil die Brücke ist so historisch wertvoll, sagt er.

Also ich will da keinen Stein mitnehmen, nur ein paar Fotos machen. Und als ich neben dem Brückengeländer auf dem Waldweg stehe, merke ich sofort, daß ich hier in der letzten Woche auch schon war. Und da habe ich dieses interessante Denkmal einfach übersehen. Schon ist oben ja auch wirklich nicht viel zu sehen. Denn da ist halt ein Geländer am Weg. Und um sich das massive aus Ruhrsandstein gebaute Denkmal anzugucken, muss man schon vom Wegrand aus einen Trampelpfad zu einem kleinen Bachlauf hinuntergehen. Eine Infotafel fehlt hier, sagt der Mann mit dem Hund.

Über die Schleppbahnbrücke wurden Erze nach Essen-Kupferdreh gebracht

Hier auf diesem Weg entlang über den Bach Oberlangenhorster Beeke also wurden die in Velbert geförderten Erze ins benachbarte Essen in die Phönixhütte im Bezirk Kupferdreh gebracht. Diese Brücke ist noch eins der wenigen verbliebenen Zeugnisse des einstigen Erzbergbaus bzw. des Hüttenwesens in der Region und eigentlich mit das einzige Relikt des einmal bedeutenden Velberter Bergbaus, was die Jahrhunderte überlebt hat.

Die Gemarkung Klein Umstand

Ausser der Brücke gibt es hier im Wald wirklich wenig, was an den Bergbau erinnert, nein eigentlich gar nichts. Der Hundebesitzer wies mich noch auf den Steinbruch etwa 100 Meter von hier aus hin, aber da wurden ja laut einer Infotafel Bruchsteine gebrochen zum Straßen- und Hausbau. Dabei heißt hier die Gemarkung im Langenhorster Wald Klein Umstand – wie eine ehemalige Steinkohlenzeche in Essen-Werden, die Zeche Klein Umstand, die erst lange nach der Stilllegung durch eine Gebietsreform zur Stadt Velbert zugehörig wurde.

Ich hatte vorhin noch überlegt, ob ich auf dem Rückweg in Velbert am Postamt mal mit dem Fahrrad in den Bus einsteige, weil mir die an die 20 Kilometer der Hinfahrt durch (nieder-)bergisches Land sehr in den Knochen stecken, aber da es nicht regnet, probiere ich den Tip des Hundebesitzers aus und fahre ein Stück auf dem Panoramaradweg auf der ehemaligen Niederbergbahn über zum Teil eindrucksvolle uralte Eisenbahnviadukte von Velbert bis nach Heiligenhaus. Das ist nun eine viel angenehmere Fahrerei als auf der Hinfahrt auf den stark befahrenen Autostraßen. Und ab Heiligenhaus habe ich dann bis Ratingen eh die meiste Zeit nur Abfahrten vor mir.

Ein Link zum Thema Schleppbahnbrücke: In Rom geht das auch

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here