Schloss Landsberg, der ehemalige Wohnsitz der Familie Thyssen

Bergfried und Herrenhaus
Bergfried und Herrenhaus des Schlosses

Und auch bei dieser Fahrradtour bleibe ich in Ratingen. So verlasse ich die Stadt Ratingen nur ganz kurz einmal, um mir Schloss Hugenpoet im Ruhrtal in Essen-Kettwig anzugucken und über die August-Thyssen-Straße zu Schloss Landsberg zu gelangen. Dann aber bin ich ja wieder in Ratingen, sobald ich durch das Portal dieses Schlosses gegangen bin.

Schon wie so oft fahre ich mit dem Fahrrad den Esel (die Essener Straße) hinab. Dann am Fuss der kurvigen abschüssigen Straße durch dichtes Waldgebiet kreuzt die August-Thyssen-Straße meinen Weg. Und hier ist bereits Essen-Kettwig. Dann brauche ich die stark von Autos befahrene Straße hier nur zu überqueren, da bin ich schon bei Schloss Hugenpoet, was ganz offensichtlich eine Wasserburg ist. Und diese Burg habe ich mir bisher noch nicht angeguckt. Denn wenn ich mal hier in der Gegend war, hatte ich immer andere Ziele.

Schloss Landsberg und Schloss Hugenpoet

Dabei ist Schloss Hugenpoet ein großartiges altes Schloss. Schon wird das Restaurant, was sich hier befindet, sicher nichts für meinen Geldbeutel sein. Dann vor dem Schloss fällt mir eine dieser Infotafeln von AUFRUHR auf. Schon von den Ratinger Burgen kenne ich das. Denn AUFRUHR war eine Kulturhauptstadtaktion von RUHR.2010 mit einer zentralen Ausstellung in Herne. Und beteiligt daran waren aber Burgen und Schlösser nicht nur aus dem Ruhrgebiet, sondern auch von auswärts wie eben aus Ratingen.

Und die Burgen aus Ratingen / dem Kreis Mettmann bekamen jeweils ein Kürzel ME-2 z.b. für Schloss Landsberg oder ME-1 für Burg Gräfgenstein im Ratinger Angertal und ME-4 ist das Kürzel für das Haus zum Haus in Ratingen. Dann hatten die Essener Burgen offenbar das Kürzel E. Schloss Hugenpoet ist AUFRUHR E-6.

Schloss Landsberg

Weiter überquere ich die August-Thyssenstraße wieder. Schon ist das Portal von Schloss Landsberg schräg gegenüber dem Schloss Hugenpoet unscheinbar. Und hier ist noch Essen. Gerade wo ich durch das Portal hindurchgegangen bin, befinde ich mich wieder in Ratingen. Die alten barocken Gemäuer aus Ruhrsandstein sind dicht von Sträuchern umwachsen und von Wald umgeben und direkt an das Schloss anschliessend ist ein englischer Landschaftsgarten mit Brunnenanlage vom Feinsten. Und das wirkt hier tatsächlich ganz wie ein Königsschloss. Denn wie ein Königsschloss ist Schloss Landsberg auch abgeschottet von der Öffentlichkeit. Obwohl hier längst nicht mehr die Familie Thyssen wohnt, sondern eine Stiftung die alten Gemäuer verwaltet.

Dann sind die Innenräume und auch der Schlosshof für die Öffentlichkeit unzugänglich. Und heute ist das Portal zum Schlosshof links neben dem Herrenhaus mit dem barocken Giebel ganz zu, manchmal ist es aber offen und ein Wächter steht da und lässt niemanden hinein. Nur alle paar Jahre mal ist hier eine öffentliche Führung, zu der man sich aber vorher anmelden muss. Jedenfalls zugänglich für jedermann ist hier nur der prächtige Landschaftsgarten und der bewaldete Park aussen herum.

Schloss Landsberg ist AUFRUHR-ME-2

Und auch vor Schloss Landsberg steht eine AUFRUHR-Infotafel. AUFRUHR-ME-2 ist hier das Kürzel. Dann hängt an einer Wand des Schlosses eine massive Stahltafel, die dem Gründer des Stahlimperiums August Thyssen von seinen Beamten zum 80sten Geburtstag geschenkt wurde. Und ganz klein ist unten die Information, dass diese Tafel in der ThyssenKrupp-Hütte in Duisburg-Bruckhausen gegossen wurde. Also ohne hier im Ruhrgebiet zu sein, bin ich also aber doch mittendrin bei den Stahlwerken und bei den mächtigen Ruhrbaronen.

Und Autos können Schloss Landsberg nur über die August-Thyssen-Strasse wieder verlassen. So mit dem Fahrrad habe ich es da einfacher. Denn ich gehe damit einfach in den Wald, der sich im Süden ans Schloss direkt anschliesst. Dann muss ich nur ein bisschen klettern und schon ist das Schloss  wieder hinter Bäumen und Büschen verschwunden. Und mal wieder weiss ich gar nicht, wo ich hier überhaupt rauskomme, aber ich bin ja zu Hause in Ratingen.

Der jüdische Friedhof im Ratinger Stadtwald

So komme ich etwas überraschend an dem uralten Friedhof der ehemaligen jüdischen Gemeinde von Kettwig vor der Brücke vorbei. Denn dieser faszinierende alte Friedhof ist ziemlich gut versteckt im Wald. Und ich hatte ihn auch schon mal intensiv gesucht. Dann hatte ich ihn auch gefunden. Also die ältesten Gräber hier sind von 1790 und die meisten Grabsteine sind eigentlich noch sehr gut erhalten. Und die Beschriftung ist hebräisch und deutsch und auf den Grabsteinen sind nach jüdischer Tradition Steine abgelegt. So gedenkt man bei den Juden der Toten. Dann ist die Wiese von dem Friedhof gepflegt. Obwohl der Friedhof so abgelegen und weitgehend unbekannt ist, achtet das Ratinger Gartenbauamt offenbar doch sehr auf die Pflege dieser Anlage.

Einfach auf eins der Vorschaubilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

3 KOMMENTARE

  1. Schon beeindruckend. Wenn man aber bedenkt, wie dieser ganze Lebensstil finanziert wurde, naja …..
    Grüße in den Randpott 🙂

  2. Als Kontrastprogramm müsste ich mal von der ThyssenKrupp-Hütte in Duisburg-Bruckhausen erzählen, Fotos zeigen. Einiges davon kennt man ja schon aus den Schimanskitatorten.

    schöne Gruße nach Berlin

    • Apropos ThyssenKrupp-Hütte in Bruckhausen. Ich war ja schon mehrmals da und hab hier auf gesunex auch schon davon erzählt:

      http://gesunex.de/halde-alsumer-berg-in-duisburg/2865

      Das ist in Duisburg-Bruckhausen, was durch die gigantisch-große Hütte vom Rhein abgeschnitten ist, ein anderes Leben als auf Schloss Landsberg. Das ganze Viertel wird ja deswegen auch abgerissen und ein sogenannter Grüngürtel Duisburg-Nord soll entstehen.

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