Seebad Zandvoort aan Zee

Die Lachmöwen von Zandvoort aan Zee sind zutraulich.
Die Lachmöwen von Zandvoort aan Zee sind zutraulich.
von Ernst Käbisch

Nicht nur ist jedes holländische oder belgische Seebad ganz anders als die anderen; es ist da am Meer auch jedesmal ein komplett anderes Wetter. Mal wieder machen wir in den Sommerferien einen Tagesausflug an die Nordsee, diesmal nach Zandvoort aan Zee, was wegen seinem Bahnhof und der Nähe zu Amsterdam auch so etwas wie das Seebad der Hauptstadt der Niederlande ist.

Kurz hinter der deutsch-holländischen Grenze fängt es heftig an zu regnen und der Regen begleitet uns während der ganzen Busfahrt. Aber niemand der Mitfahrenden beklagt sich darüber, so als ob sich alle darin einig wären, daß dieser momentane Zustand noch nicht das letzte Wort für diesen Tag ist.

Strandpromenade von Zandvoort aan Zee

Nach nur 2 Stunden und 50 Minuten Fahrt lässt uns der Busfahrer an der Strandpromenade von Zandvoort aus dem Bus aussteigen. Er hat die Pause zwischendurch ausfallen lassen, damit wir länger Aufenthalt haben, wie er sagt. Das ist ja nett, aber was ist, wenn das Schmuddelwetter so bleibt, wie es ist?

„Die Vögel“ in Zandvoort aan Zee

Immerhin hat es schon mal aufgehört, wie aus Kübeln zu schütten wie auf der Busfahrt; bei angenehmer Temperatur nieselt es nur noch ganz leicht. Und so gehen wir natürlich sofort ans Meer. Trotz der dicken schwarzen Wolken ist das hier eine ganz urige Atmosphäre und wir haben den breiten Strand fast ganz für uns alleine. Bis auf die urigen Lachmöwen, die hier wie in all den anderen Seebädern von Belgien und Holland zugleich zutraulich und frech und neugierig und verfressen sind. Als wir unsere mitgebrachten belegten Brote herausholen und am Strand verzehren, kommen uns die Vögel vom Meer und aus der Luft zum Greifen nahe und wir denken schon etwas an den Film namens „Die Vögel“ von Alfred Hitchcock. Aber die Möwen sind natürlich nicht bösartig, sondern nur drollig verspielt und hungrig und wir und unsere belegten Brote sind im Moment wohl deren einzige Chance auf ein Frühstück.

Es fängt doch noch einmal kräftig an zu regnen, so daß wir fluchtartig den Strand verlassen und uns in ein bezahlbares Cafe in der Filiale einer bekannten holländischen Geschäftskette in der Innenstadt von Zandvoort verkrümeln. Wir überlegen, ob wir nicht lieber mit dem Zug bis Amsterdam fahren. Hier in Zandvoort ist nämlich auch ein Bahnhof und bis in die holländische Hauptstadt sind es nur 2 oder 3 Stationen und da kann man bei dem miesen Wetter sicher mehr unternehmen als in Zandvoort, wo es ja nur das Meer gibt.

Die Fußgängerzone sieht aus wie die in Amsterdam oder Venlo

Aber als wir aus dem Cafe kommen, hat nicht nur der Regen aufgehört, sondern die Wolkendecke ist aufgerissen und der zum Vorschein kommende blaue Himmel bringt völlig neue Eindrücke. Dann bleiben wir natürlich hier. In der Innenstadt gibt es nicht viel zu sehen. Holländische Fußgängerzonen sehen alle gleich aus ob es nun im Grenzort Venlo an der deutschen Grenze ist oder in den Großstädten Amsterdem oder Den Haag oder in so einem kleinen Seebad wie Zandvoort.

Natürlich gehen wir direkt wieder ans Meer und verbleiben dort eigentlich fast die ganzen 6 Stunden immerhin, die wir hier Aufenthalt haben. Das ist nicht viel, weil für uns sind solche Tagesauflüge dieses Jahr mal wieder praktisch unser Jahresurlaub, aber es ist natürlich auch besser als Nichts.

Nachwievor sind wir mit die einzigen, die sich am Strand herumtreiben. Zuerst sind ausser uns nur ein paar Windsurfer auf Brettern und mit so bunten Schirmen auf dem Wasser unterwegs. Für die ist das jetzt natürlich ideal mit dem starken Wind. Nach und nach wagen sich dann auch ein paar wenige Schwimmer ins lauwarme Wasser. Es gibt zwar keine Unwetterwarnung, aber wir bleiben trotzdem nur in Strandnähe mit bloßen Füßen im Wasser.

Es ist Ebbe und nicht Flut

Auch die obligatorische Strandburg bauen wir etwa da bis wohin die Wellen den Strand erreichen und ich bin sehr überrascht, daß die Burg nach 2 Stunden nicht nur noch da ist, sondern daß sich das Wasser davon weit zurückgezogen hat. Wir haben also gerade nicht Flut, sondern Ebbe. Das war im letzten Jahr im Seebad Domburg noch genau umgekehrt.

Nach einem Tag voller Eindrücke und müde von der frischen Seeluft fahren wir am frühen Abend bei fast idealem Wetter mit blauem Himmel im Bus zurück nach Deutschland und haben dort kurz hinter der Grenze direkt wieder Regenwetter. Da haben wir heute aber Vieles richtig gemacht. Nur von der doch zeitweise scheinenden Sonne wurden wir dann doch überrascht. Obwohl wir Sonnenschutzcreme mit hatten, hatten wir die gar nicht benutzt, weil es zuerst ja auch am Meer regnete. Und nun haben wir ein bisschen Sonnenbrand auf den Gesichtern und den Armen und Beinen.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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