Sommer im Haldengebirge von Gladbeck

Sommer im Haldengebirge in Gladbeck - die Mottbruchhalde
Sommer im Haldengebirge in Gladbeck - die Mottbruchhalde
von Ernst Käbisch

Gerade jetzt im Sommer sind die inzwischen weitgehend mit Wald- und Heidelandschaften bewachsenen Halden der ehemaligen Steinkohlezechen von Gladbeck beliebte Ausflugsziele. Dann sind auch diese Freizeitangebote nicht nur für die Ruhrgebietsbewohner attraktiv.

So jetzt im Sommer sind die Halden im Ruhrgebiet besonders attraktive Ausflugsziele. Obwohl die Halde, an der ich jetzt vorbeikomme, als ich von der Halde an der Heringstraße wieder bergab gehe um die Mottbruchhalde besser zu sehen, stinkt. Denn ich habe das gelesen, daß es hier im Haldengebirge so eine durch unsachgemäße Aufschüttung brennende Halde gibt. Also dort rieben sich im Inneren der Halde kohlehaltige Steine so aneinander, daß sie sich entzündeten. Dann ist das hier eine Halde der ersten Generation, die von der einstigen Gladbecker Zeche Graf Moltke aufgeschüttet wurde. Und die heißt Halde Graf Moltke.

Auf dem Haldengebirge ist es 30 Grad warm

Schon aber liegt die Hitze heute am Sommer, nicht an der brennenden Halde. Denn ich sehe hier nichts von Bränden trotz subtropischer Temperaturen an diesem Freitagabend. Und sicher sind es jetzt nach 18 Uhr noch über 30 Grad und die Sonne brennt. Schon ist ringsum aber alles grün und blüht. Also das sieht hübsch aus. Außerdem gefallen mir die zahlreichen blühenden Wildrosensträucher hier. Und nur ein etwas unangenehmer Geruch von verbrannter Kohle wie früher überall im Ruhrgebiet liegt hier in der Luft.

Wahrscheinlich gibt es kaum eine Möglichkeit, einen Haldenbrand zu löschen. So ein Feuer kann 100 Jahre brennnen. Dazu müßte man die Halde schon wieder abtragen. Und da ist ja gar nicht dran zu denken. Weil inzwischen wächst da Wald- und Heidelandschaft drauf. Schon längs hat sich die Natur diese Gebiete  zurückerobert.

Jugendliche nutzen das Sommerwetter zum Picknick auf den Halden

Dann sind heute am Wochenende hier in diesem Haldengebirge von Gladbeck zahlreiche Menschen unterwegs. Und auf den Haldengipfeln liegen Jugendliche mit Picknickkörben auf den saftigen Wiesen und genießen die Aussicht. Weiter nutzen zahlreiche Mountainbikefahrer und Hundebesitzer die attraktiven Freizeitmöglichkeiten in diesem künstlichen Gebirge.

Inzwischen bin ich ganz nah an der noch entstehenden Mottbruchhalde. Immerhin  ist das ein Berg, der weit mehr als 100 Meter seine Umgebung überragt und bei dem bisher nichts brennt. Schon bei ihrem Entwurf haben sich die Künstler von der brennenden Nachbarhalde inspirieren lassen. Und nach deren Entwurf wird die Halde in Form eines Vulkans aufgeschüttet.

Panoramasicht weit ins Ruhrgebiet hinein

Von den Aussichtpunkten hier in den Braucker Alpen hat man großartige Sicht bis weit ins Ruhrgebiet hinein. Ich sehe im Norden von Gelsenkirchen neben dem Kraftwerk Scholven die größte Ruhrgebietshalde Oberscholven. Das ist ein Berg von über 200 Meter Höhe, der nur zu seltenen Gottesdiensten auf dem Haldengipfel der Öffentlichkeit zur Verfügung steht. Weiter ist die ebenfalls brennende Rungenberghalde in Gelsenkirchen-Buer zu sehen. Davor ist heute gut zu erkennen der letzte verbliebene Förderturm der Zeche Hugo. Auch die Zeche Nordstern mit der Herculesfigur auf einem der beiden Fördertürme ist deutlich zu sehen. Und ebenso sieht man von hier zahlreiche Halden in der Nachbarstadt Bottrop z.B. die Halde Prosper mit dem Alpincenter. Dort gibt es wirklich eine überdachte Skiabfahrt auf Kunstschnee. Daneben ist die Kokerei Prosper und Zechengebäude der noch bis 2018 aktiven Zeche Prosper sowie die Halde Beckstraße mit dem Tetraeder.

Auch auf dem Rückweg nach Essen-Karnap zur U-Bahnhaltestelle komme ich an weiteren Halden vorbei. Da ist rechts von mir die Halde 19. Früher hat man die Halden einfach nur durchnummeriert. Und daneben ist bereits in Essen-Karnap die Stinneshalde von der ehemaligen Zeche Mathias Stinnes. Das war eine Großzeche mit ehemals Schachtanlagen sowohl in Essen-Karnap als auch in Gladbeck. Mit der U-Bahn der Linie 11 fahre ich noch unweit der Schurenbachhalde in Essen-Altenessen vorbei.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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