Stollen Braut in Hattingen-Bredenscheid

Stollen Braut in Hattingen-Bredenscheid
Stollen Braut in Hattingen-Bredenscheid

von Ernst Käbisch

Wie das Muttental in Witten ist die beschauliche Elfringhauser Schweiz im Süden des Ruhrgebiets Wiege des Ruhrkohlebergbaus.  Top erhalten finde ich heute hier das etwas versteckt liegende Stollenmundloch Braut, von wo man sogar durch Gitterstäbe hindurch weit in den Stollen hineingucken kann. Und eine andere zufällige Entdeckung mache ich auch.

Nur um das Stollenmundloch Braut der ehemaligen Zeche Zufälligglück zu sehen, „wandere“ ich heute um die 10 Kilometer durch die halbe Elfringhauser Schweiz . Aber das ist trotz (fast) winterlichem Wetter eine angenehme Tätigkeit. Weil die Landschaft ist hier am Rande der Metropole RUHR wunderbar, wenn auch nicht spektakulär.

Schon in Velbert-Nierenhof sind Berge. Hier steige ich aus der S-Bahn. Wahrscheinlich sind das ja keine hohen Berge, aber immerhin sind es überhaupt welche. Und da gibt es aber doch Almen, Bergbäche, Bauernhöfe mit Gänsen, Pferden, Kühen und anderem Vieh wie in der Schweiz. Und tatsächlich gibt es hier auch an vielen Stellen kleine Hotels und Pensionen. Also kann man in der Elfringhauser Schweiz richtig Urlaub machen.

Der Stollen Braut ist mitten in der Elfringhauser Schweiz

Schon einmal bin ich bis Hattingen-Bredenscheid die Straße Wodantal entlang zu Fuß gegangen. Nun beim Haus Niggemann, einem dieser lieblich gelegenen Ausflugslokale mit Pension muss ich links in die Strasse „Im Lichtenbruch“ hineingehen. Wahrscheinlich ist das schon zentral in diesem Mittelgebirge Elfringhauser Schweiz, wie an sanften Bergsilhouetten links und rechts und vor mir nicht mehr zu übersehen ist.

Endlich mündet die Straße Im Lichtenbruch auf die Elfringhauser Straße und diese nach einem kurzen Stück auf die stark von Autos befahrene Bredenscheider Straße. Links geht es in das Stadtzentrum von Hattingen. Und hier habe ich nur noch ein kurzes Stück hinein zu gehen. Gleich ist links am Wegrand ein eher unscheinbares vergittertes Loch. Also das ist das Stollenmundloch Braut der einstigen Zeche Zufälligglück. Sogar jetzt noch ist der Stollen ein wichtiger Abwasserkanal der großen natürlich auch längst stillgelegten Zeche Alte Haase in Hattingens Nachbarort Sprockhövel. Diese Info und viele weitere Informationen entnehme ich einem Informationsplakat, was an dem Gitter vor dem weit einsehbaren Stollen angebracht ist.

Der BGVR e.V. hält den Stollen Braut so vorbildlich intakt

Der BGVR e.V. (Bergbau- und Grubenarchäologischer Verein Ruhr e.V.) hat nicht nur das Stollenmundloch so prima restauriert. Außerdem hat der BGVR dieses Infoplakat hier angebracht. Und nun komme ich sogar in Verbindung mit diesem Verein. Denn es ist nämlich so, dass mir auf dem Hinweg zum Stollen Braut am Wegesrand der Strasse „Im Lichtenbruch“ an einem Hang ein von der Stadt Hattingen gesichertes Erdloch aufgefallen war. Dann auf dem Rückweg von Stollen Braut untersuche ich dieses Loch etwas genauer. Dazu muss ich über nasses, rutschiges Laub etwas den Hang hochklettern. Zuletzt mache ich auch ein paar Fotos. Man kann ein Stück in das Loch hineinsehen, was eher wie eine Naturhöhle, eine Grotte aussieht.

„Das war ein Versuch, an die Kohle zu kommen. Ist nur 6 Meter lang.“ schreibt mir aber der Vorsitzende der BGVR e.V. auf meine Anfrage per Mail, dem ich ein Foto und eine genaue Beschreibung des Standorts beigelegt hatte. Also das ist ja richtig spannend. Da habe ich jetzt nicht nur gesehen, dass die Elfringhauser Schweiz nicht nur eine beschauliche Gegend, sondern auch eine ehemalige Bergbauregion mit viel Tradition ist. Und ich habe sogar einen direkten Bezug dazu gefunden.

Hier ist ein Link zum BGVR e.V..

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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