Stollen / Bunker der Zeche Rudolf / Rudolph in Kettwig

Einblick in den Rest vom Stollen der Zeche Rudolph / Rudolf
Einblick in den Rest vom Stollen der Zeche Rudolph / Rudolf

von Ernst Käbisch

Die deutsche Sprache ist ja manchmal schon schwer. Aber wenn dazu kommt, dass so Bergbaurelikte wie ein Stollen oder ein Stollenmundloch beschrieben werden sollen, kann man als Laie schon ins Schleudern kommen. Denn ich bin doch kein Bergmann. Aber ich interessiere mich z.B. für so ein ehemaliges Bergwerk wie die Zeche Rudolf oder Rudolph. Und wo genau das Stollenmundloch der Zeche ist oder war, weiss ich immer noch nicht genau. Immerhin habe ich jetzt wohl Reste des Stollens gefunden. Und der war offenbar im Krieg ein Bunker.

Schon kapiere ich inzwischen doch die Unterschiede zwischen einem (meist ebenerdigen) Stollen und einem Schacht. Und ich weiß, was ein Stollenmundloch ist. Aber oft genug finde ich interessante Dinge bei meinen Bergbauausflügen, die dann ganz etwas Anderes sind, als ich oft aus Unwissenheit behaupte. Und manchmal habe ich auch unkorrekte Aussagen über Bergbaurelikte schlicht und einfach von anderen übernommen.

Also man kann gar nicht vorsichtig genug formulieren. Schon entschuldigt mich vielleicht, dass ich mich noch gar nicht lange für das Thema interessiere. Aber wenn ich Schilderungen meiner Ausflüge im Internet veröffentliche, muss ich doch sehr darauf achten, dass ich nicht Fake News in die Welt setze bei dem, was ich alles so finde und beschreibe.

Stollen / Bunker der Zeche Rudolf / Rudolph

Die Zeche Rudolf in Kettwig ist da ja ein gutes Beispiel, wo ich mal das richtige Formulieren üben kann. Das fängt schon damit an, dass es sowohl die Zeche Rudolf als auch die Zeche Rudolph also mit ph gab. Zeche Rudolph hieß die Steinkohlezeche im Oefter Wald in Kettwig von 1830 bis 1926. Und unter dem Namen Zeche Rudolf wurde das Bergwerk 1948 wieder in Betrieb genommen. Dann wurde die Zeche 1953 wieder in Rudolph umbenannt und war noch bis 1966 aktiv.

Sehr bekannt wurde die Zeche Rudolph / Rudolf durch die Maschinenhausruine von Schacht Wilhelm im Oefter Wald, die in Zeitungsberichten z.B. in der WAZ als Geheimtipp beschrieben wurde und zum vielfotografierten Fotomotiv wurde. So musste wegen des unerwarteten steten Besuchs von vielen Schaulustigen um die eindrucksvolle, aber natürlich einsturzgefährdete Maschinenhausruine ein Zaun errichtet werden, um Ruine und Schaulustige zu schützen.

Schloss Oefte in Kettwig
Schloss Oefte in Kettwig

Dann gibt es weitere Relikte der Zeche im Oefter Wald. So gibt es ein „Stollenmundloch“, wo ich mir inzwischen gar nicht mehr sicher bin, ob es ein Stollenmundloch ist. Denn ich habe nur gelesen, dass dieses Loch mit Treppe nahe der Maschinenhausruine das Stollenmundloch von Schacht Wilhelm wäre. Das Stollenmundloch von Rudolf / Rudolph dagegen haben an Bergbau interessierte Webseitenbetreiber an der Ruhr gegenüber von Schloss Oefte verortet. Und da habe ich so eine Stelle entdeckt, wo rotes Wasser in die Ruhr läuft. Und unkritisch habe ich weiter verbreitet, da wäre das Stollenmundloch.

Stollenmundloch der Zeche Rudolf / Rudolph

Ein Reh auf dem Oefter Golfplatz
Ein Reh auf dem Oefter Golfplatz

Aber in Wahrheit ist dieses Stollenmundloch wohl längst verloren. Denn der Stollen von Zeche Rudolf / Rudolph wurde gesprengt, nachdem er während des Kriegs ein Bunker war. So erzählte es mir Grubenanton, der viel vom Altbergbau weiss und auch viel mehr von der Bergmannssprache kennt wie ich. Er erzählt mir auch, dass Reste von dem Bunker / dem Stollen der Zeche Rudolph / Rudolf bei Schloss Oefte direkt am Oefter Bach noch vorhanden seien.

So fahre ich den einen Tag mit dem Fahrrad wieder dorthin. Und es ist nicht nachahmenswert, was ich dann mache. Denn einen Weg direkt von der Werdener Straße am Oefter Bach entlang zu Schloss Oefte gibt es nicht. Dafür muss ich ein Stück auf einem Privatweg gehen. Bei einer Absperrung führt ein Trampelpfad um diese herum. Und dann führt der Weg ein Stück über den Oefter Golfplatz. Dabei finde ich in einem Waldstück vier alte Golfbälle von einer Driving Range. Und endlich finde ich da auch den Weg hinunter zum Oefter Bach. Dann ist links am Bach eine Stelle am Felsen, wo offenbar tatsächlich Reste des Stollens / Bunkers der Zeche Rudolf / Rudolph sind.

Einblicke in den Berg

Ein Rest vom Stollen / Bunker der eh. Zeche Rudolf / Rudolph
Ein Rest vom Stollen / Bunker der eh. Zeche Rudolf / Rudolph

Immerhin gibt es in diesen urigen Mauerresten ein paar Einblicke in den Berg. Also da haben Neugierige Löcher in die alte Mauer gehauen. Schon wäre es auch logisch, dass diese uralten Mauern etwas von dem Bergwerk Rudolf / Rudolph wären, was ja im Oefter Wald oberhalb des Oefter Bachs ist, der hier vorbei und dann unter der Werdener Straße durch und dann in die Ruhr fließt.

Und da eine Brücke über den Oefter Bach zu Schloss Oefte führt, gehe ich da hinüber. Und nun werde ich von Mitarbeitern des Oefter Golfclubs mißtrauisch beäugt, weil ich über deren Gelände gehe. Also eigentlich ist der Rest vom Stollen der Zeche Rudolph / Rudolf offenbar unzugänglich, weil ja auf dem Gelände von diesem Golfplatz gelegen. Und mit dem habe ich ja Nichts zu tun. Daher ist dieser Ausflug von mir natürlich auch nicht nachahmenswert.

Text / Fotos: Ernst Käbisch

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