Stollenmundloch der Zeche Freundschaft in Hattingen

Vom Stollenmundloch aus ist der Name der Zeche Freundschaft lesbar.
Vom Stollenmundloch aus ist der Name der Zeche Freundschaft lesbar.
von Ernst Käbisch

In der Ruhrgebietsstadt Hattingen gab es nicht nur die gigantisch-große inzwischen längst stillgelegte und zum Industriemuseum umfunktionierte stahlproduzierende Henrichshütte. Denn auch in dieser Stadt im Ennepe-Ruhr-Kreis förderten Steinkohlezechen. Und heute suche und finde ich hier das Stollenmundloch der ehemaligen Zeche Freundschaft. So kann man sogar einen Blick in den dortigen Stollen werfen.

Inzwischen fahre ich schon das dritte Mal in kurzer Zeit ab Essen-Werden mit dem Bus 180 durch die ehemaligen Bergbauregionen im Süden des Ruhrgebiets. Der Bus fährt dann südlich des Baldeneysees durch den Bezirk Fischlaken. Weiter geht es durch das Hespertal, wo links an der Kreuzung Hammer Straße / Pörtingsiepen der ehemalige Lokschuppen der Hespertalbahn zu sehen ist.

vom Düschenhofer Wald zum Stollenmundloch der Zeche Freundschaft

Schon weit hinter Essen-Kupferdreh an der Station Düschenhofer Wald steige ich diesmal aus dem Bus. Und hier habe ich in ländlich wirkender Umgebung diesen großartigen Blick auf die nicht sehr hohen Berge der Elfringhauser Schweiz. Die Stadt Hattingen habe ich dann nach ca. 1 km erreicht. Endlich steht am Straßenrand das Ortsschild „Hattingen, Ortsteil Niederwenigern, Ennepe-Ruhr-Kreis“. Dann gehe ich rechts in die Kohlenstraße hinein. Und nun führt der Weg talabwärts. Dann gibt es hier wieder mal keinen Fußweg am Rande der schmalen Landstraße für mich. Gerade jetzt am Mittwochvormittag ist zum Glück hier wenig Autoverkehr.

Danach sehe ich auf einem Hinweisschild, daß es bis Velbert-Langenberg nur 4 km zu gehen ist. Ein weiteres Mal bin ich hier also in einem Dreistädteeck. Diesmal ist nicht wie zuletzt Bochum die dritte Stadt nach Essen und Hattingen. Jetzt also ist es Velbert. Denn von manchen Stellen sehe ich hier über Bergsilhouetten den hohen Sendemast der Sendestation für den Westdeutschen Rundfunk. Und der ist in Velbert-Langenberg.

Das Stollenmundloch der einstigen Hattinger Zeche Freundschaft

Dann erreiche ich die Häuser Kohlenstraße 374 und 376 (beide übrigens auf Essener Stadtgebiet). Schon gegenüber auf der anderen Straßenseite soll das Stollenmundloch der einstigen Hattinger Zeche Freundschaft sein. Und tatsächlich finde ich nach der Wegbiegung auf der linken Straßenseite am Fuß eines nicht hohen Hügels ein ganz interessanter Stollenmundloch. So spannend hätte ich es nach meinen Recherchen im Internet nicht erwartet.

Denn es ist ein umgedrehtes Bergbausymbol Schlägel und Eisen im schweren eisernen und verschlossenen Tor ausgespart. Und rechts und links daneben steht die Jahreszahl 1925. Eine weitere Jahreszahl, nämlich 1857 ist eingemeißelt im Stein über dem Eisentor. Die Jahreszahlen dann sagen vermutlich etwas aus über Anfang und Ende des Betriebs dieses Stollens der Zeche Freundschaft. Und später wurde die ein Bestandteil der Essener Zeche Victoria in Essen-Byfang.

In Hattingen war die Zeche Freundschaft

Der Stollen ist tatsächlich klar auf Hattinger Stadtgebiet. So kann ich mich zuhause auf Karten noch einmal überzeugen. Aber die Häuser auf der Kohlenstraße gegenüber gehören wirklich schon zu Essen. Also verläuft  die Stadtgrenze hier genau auf der Mitte der Kohlenstraße. Dann zuhause am Rechner sehe ich auch, daß der Name „Freundschaft“ der Zeche auf einer weiteren Tür im Stollen zu lesen ist. Denn das Foto habe ich ja mit Kamerablitz in den Stollen hinein gemacht. Und da konnte ich das nicht erkennen.

Im Anschluß an diesen Besuch bei der Zeche Freundschaft in Hattingen gehe ich noch die wenigen Meter bis zur Zeche Victoria in Essen-Byfang. Und dort finde ich auch noch das Stollenmundloch des Himmelscroner Erbstollen. Aber davon erzähle ich ja in einem weiteren Text.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke:

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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