Stollenmundloch der Zeche Pauline in Essen-Werden

Pauline (tonnlägig)
Tonnlägig heißt, wenn ein Bergbauschacht nicht "seiger" (senkrecht) verläuft, sondern schräg.

Bei einer meiner zahlreichen Suchen nach der Maschinenhausruine der Zeche Rudolph im Oefter Wald in Essen-Kettwig entdeckte ich zufällig zuerst den Bergschaden der einstigen Kleinzeche Jacke. Diese Zeche wurde um 1900 von der etwas größeren und bedeutenderen Zeche Pauline übernommen. Die Zeche Pauline hatte auch eine wechselvolle Geschichte und förderte im landschaftlich idyllischen Essener Süden schon im 18ten Jahrhundert Steinkohle erst als Zeche Pauliner Erbstolln, dann als Zeche Pörtingsiepen IV und zuletzt bis 1915 als Zeche Pauline.

Schon kurz hinter der Stadtgrenze Ratingen/Essen ist der erste Hinweis darauf, das hier ein ehemalig bedeutsames Bergbaugebiet beginnt. Bei einem Kanuverein kurz hinter dem Kettwiger Stausee steht auf einer Wiese eine Lore von Schacht IV. So steht es auf der Infotafel auf der Lore und das könnte ja die Zeche Pörtingsiepen IV, also die spätere Zeche Pauline bedeuten.

Mit dem Rad fahre ich entlang der Ruhr zur Zeche Pauline

Diesmal fahre ich links der Ruhr entlang, weil die Laupendahler Landstraße zum Teil keinen Randstreifen hat und bei so herrlichem Wetter rasen viele Motorradfahrer durch die schöne Landschaft. Herrlich ist das hier an der Ruhr und ich bin bei weitem nicht alleine trotz der frühen Morgenstunde. Hundebesitzer, Jogger, Angler und eine große Zahl hier an der grünen Ruhraue lebender Wildgänse sind auch schon unterwegs.

Vor der Ruhrbrücke in Essen-Werden läuft über Pfingsten ein Musikfestival „Umsonst und draussen“, was wir uns vielleicht auch einmal angucken. Bisher sind aber nur Bühne, Stände und Zelte aufgebaut und es ist noch nichts los. Sicher starten die heute erst.

Ein Bergbach mit rötlichem Wasser kommt von der Zeche Pauline

Ich fahre auf die andere Ruhrseite in die Laupendahler Landstraße. Hier ist das mit dem Randstreifen noch angenehm zu fahren. Eine kleine Seitenstraße „In der Borbeck“ führt steil hoch in eine bewaldete Gegend. Rechts und links der Straße stehen uralte Häuser aus Bruchsteinen. Ich vermute, dass das schon Zechenhäuser sind. Rechts neben der Straße führt ein Bergbach überraschend viel und ganz rötliches, also eisenhaltiges Wasser. Da habe ich Fotos von im Internet gesehen; das kommt von der Zeche.

Das Stollenmundloch der Zeche Pauline

Das Stollenmundloch verpasse ich fast, weil es völlig unscheinbar aussieht. Gegenüber steht noch so ein wunderbares altes Steinhaus, da war die Zeche. Es gelingt mir erst nicht, das vergitterte Stollenmundloch hier im Halbdunkel zu fotografieren. Die Aufnahmen verwackeln, so dass ich den Kamerablitz benutzen muss.

Ausser den Steinhäusern, Mauerresten und großartiger Natur finde ich hier weiter Nichts, Nichts jedenfalls was mit einer Zeche zu tun hat und so fahre ich weiter bergauf, bis ich oben am Geilinghausweg angelangt bin, von wo ich einen großartigen Blick nach Heiligenhaus, zur Ruhrlandklinik und sogar bis nach Duisburg habe.

Gasthaus „Oefter Wald“, der Oefter Bach

Hier kenne ich mich wieder gut aus. Den Weg „Zum Timpen“ fahre ich nun gemächlich wieder talabwärts erst zum Gasthaus „Oefter Wald“ und dann in den Wald um den Oefter Bach. Die grandiose Maschinenhausruine der Zeche Rudolph lasse ich diesmal links liegen. Ich weiss jetzt ja längst, wo sie ist und kann sie jederzeit wieder besuchen.

Über die Laupendahler Landstraße muss ich mich nun nur ein paarhundert Meter ohne Randstreifen entlang quälen. Dafür fahre ich dann diesmal nicht über den Esel, die Essener Straße zurück nach Ratingen-Breitscheid, sondern quer durch den Schlossgarten von Schloss Landsberg. Hier muss ich zwar auch wieder einen Berg hoch und das im dichten Wald, dafür habe ich hier keine Motorräder.

Einfach auf eins der Bilder klicken, dann öffnet sich die Fotostrecke :

Text/Fotos: Ernst Käbisch

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